Quelle: volksblatt.atwww.zivilschutz-ooe.at (PDF-Info OÖ Zivilschutzverband)
Der Strom kommt aus der Steckdose und das Wasser aus der Leitung. Doch was passiert, wenn die so selbstverständliche Infrastrukur plötzlich zusammenbricht?
Eine vom OÖ. Zivilschutz in Auftrag gegebene Spectra-Studie zeigt die Sorglosigkeit der Österreicher in Sachen Katastrophenschutz auf. Denn kaum einer ist für den Notfall gerüstet.
Lediglich 15 Prozent der 1100 Befragten haben sich bereits einmal mit der Thematik auseinandergesetzt, 56 Prozent noch gar nicht. Als größte Gefahren sehen die Österreicher Hochwasser (48 Prozent), Gewitter mit Zerstörungskraft (47 %) und Murenabgang, Erdrutsch oder Lawine (43 %) in besiedeltem Gebiet an. Die Wahrscheinlichkeit für einen großflächigen Stromausfall (Blackout) schätzen jedoch nur zehn Prozent als sehr hoch ein.
Ohne Panik verbreiten zu wollen, möchte der Oö. Zivilschutzverband die Bevölkerung sensibilisieren, denn ein Ernstfall kann unerwartet eintreten.
Ziel ist es, dass jeder Bürger eine Woche autark leben kann, das heißt, dass er das Haus nicht verlassen muss. Nur zehn Prozent der Befragten antworteten richtig, dass bei einem Stromausfall die Wasserversorgung etwa einen Tag aufrecht erhalten werden kann. Viele dachten, dass dies bis zu einer Woche möglich sei. 41 Prozent glauben, dass das Internet nicht sofort zusammenbricht und man noch vier bis sechs Tage mit Bargeld einkaufen kann. Nur ein Drittel verfügt über ein stromunabhängiges Radio.
Grobe Fehleinschätzungen der Bürger
Die Umfrage zeigt auch, dass die Eintrittswahrscheinlichkeit diverser Krisenfälle unterschätzt wird: Glauben 22% der Befragten, dass die Möglichkeit für einen atomaren Zwischenfall sehr bzw. hoch ist, so schätzen nur 10% Prozent die Wahrscheinlichkeit für einen großflächigen Stromausfall (Blackout) als sehr hoch bzw. hoch ein.
80 % der Befragten glauben, dass die Auswirkungen eines Atomunfalls als sehr dramatisch bzw. dramatisch sind, hingegen sind es nur 55% der Umfrageteilnehmer, die die Auswirkungen eines Blackouts sehr dramatisch bzw. dramatisch einschätzen.
Überraschend ist die Auffassung der Befragten, wie lange die Versorgung bei einem Stromausfall durch Notmaßnahmen aufrechterhalten werden kann. Einzelne Bereiche wurden abgefragt: Nur knapp 10% sagen richtig, dass die Wasserversorgung (Leitungswasser aus dem Wasserhahn) etwa einen Tag aufrecht erhalten werden kann und auch die Toilettenspülung so lange funktioniert, mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer schätzt dies völlig falsch ein und glaubt an eine Weiterversorgung von 4 bis 6 Tagen bzw. mindestens einer Woche.
41 % der Bevölkerung sind der Meinung, dass das Internet bei einem Stromausfall nicht sofort zusammenbricht. 28% glauben, dass das Einkaufen mit Bargeld in den Geschäften noch mind. eine Woche bzw. zumindest noch 4 bis 6 Tage möglich ist. 62% sind der Meinung, dass Radiosender im Katastrophenfall noch bis zu einer Woche ihren Betrieb aufrechterhalten können – aber nur 36 % der Bürger verfügen über ein stromunabhängiges Notfallradio, um bei einem Blackout Informationen zu empfangen.

Kommentar

Leider zeigt die Umfrage einmal mehr, dass es nicht ausreicht, ein paar Vorträge zu machen. Das Thema muss auf die politische Tagesordnung und in die öffentliche Diskussion, ansonsten werden wir hier nicht weiterkommen. Leider.