Quelle: www.grenzecho.net

Niedrige Temperaturen, wenig Wind und Sonne, stillliegende Atommeiler: Belgien droht in den kommenden Tagen ein Strom-Engpass.

Die föderale Energieministerin Marie Christine Marghem (MR) mahnte am Montag zur „größtmöglichen Wachsamkeit“, denn ein Blackout sei nicht ausgeschlossen. Grund hierfür ist eine Verkettung mehrerer Faktoren. Die Atommeiler Doel 3 und Tihange 1 liegen weiter still, ebenso wie einige französische Reaktoren, die für Importe infrage kämen. Hinzu kommt die Witterung, die in mehrfacher Hinsicht die Energieversorgung bedroht: Die kommenden Tage werden wenig Sonne und Wind bereithalten, was die Produktion erneuerbarer Energien lähmt. Gleichzeitig sinken die Temperaturen, was einen erhöhten Strombedarf zur Folge hat.

Zwar beteuert Elia, der Betreiber des Hochspannungsnetzes, dass noch keine akute Blackout-Gefahr bestehe, allerdings will sich Ministerin Marghem darauf nicht verlassen.

Kommentar

Belgien gehört mittlerweile zu den Dauerproblemländern. Siehe etwa 2014: Belgien rüstet sich für BlackoutBelgien: Vorbereitung auf die Stromabschaltung; 2015: Alarm auf dem StrommarktNotfallplanung für den grossen StromausfallEnergieversorgung in Belgien: Blackout wäre wirtschaftliche Katastrophe

Nachdem es sich um ein Randnetz handelt, sollte ein möglicher Ausfall auf europäischer Ebene beherrschbar bleiben … und sollte das nicht der berühmte Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt. Gerade die Schweizer und noch mehr aktuell die französische Situation schaffen schon einige Herausforderungen: Truthahn-Illusion: «Das Risiko des Blackout spielt eine untergeordnete Rolle»

„Der französische Stromhandel steht weiter unter extremer Anspannung. So wurden für die Frontwoche am Donnerstag außerbörslich astronomische 275 Euro je Megawattstunde im Base bezahlt, und der Dezember legte kräftig um 21 Euro auf 136 Euro zu. Die neuerlichen Turbulenzen gingen auf Verschiebungen beim Wiederhochfahren von Kernkraftwerken zurück. Nach Angaben des Betreibers EDF verzögert sich die Rückkehr von fünf Atommeilern bis Jahresende. Die hohen Preise in Frankreich hinterlassen tiefe Spuren am deutschösterreichischen Markt. Vor allem der Dezember und der Januar legten kräftig zu. Eigentlich sei aber kaum zu erklären, warum die französischen Engpässe hierzulande so stark durchschlagen, meinte ein Händler.“ Quelle: TRADENEWS ENERGY, 04.11.2016