Quelle: Die Presse

Das Bundesheer übt gemeinsam mit Versorgungsunternehmen den Ernstfall: einen Angriff von Hackern auf Krankenhäuser, Wasser, Strom und Banken.

Plötzlich wird es dunkel, Kraftwerke fallen aus. Die Tankstellen funktionieren nicht mehr. Die Lebensmittelversorgung bricht zusammen. „Blackout“ heißt der Roman, der die Geschichte eines Cyber-Angriffs auf das europäische Stromnetz so plausibel erzählt, dass jeder Leser auf die Idee kommen muss, sich rasch ein Notstromaggregat zu besorgen [Anm: Besser nicht! Lieber Was kann ICH tun?]. Weil ein solcher Angriff längst der Fiktion eines Romans entwachsen ist und zu einer realen Gefahr wurde, bereiten sich die EU-Staaten seit geraumer Zeit auf eine solche Form von Terroranschlägen vor. Diese Woche findet in Österreich eine von der Europäischen Verteidigungsagentur (EVA) und der Europäischen Agentur für Netzwerksicherheit (Enisa) organisierte Cyberwar-Übung statt. Es ist die größte, die je im Inland abgehalten wurde.

Die Szenarien, die von öffentlichen und privaten Stellen durchgespielt werden, sind Angriffe auf die kritische Infrastruktur des Landes: auf das Gesundheitssystem, die Energie- sowie Wasserversorgung und das Bankensystem.

Laut Insidern wird es nicht um einen einzigen Angriff gehen, sondern um eine Folge von mehreren Cyber-Attacken, die letztlich in einem Blackout – einem völligen Zusammenbruch der lebenswichtigen Versorgung in Österreich – gipfelt.

Kommentar

Ist man sich hier eigentlich der Tragweite bewusst???

Es überrascht mich immer wieder, wie man nur glauben kann, dass man im Cyber-Raum die Kontrolle hat/erlangen kann. Auf der einen Seite schätzt man das Szenario als realistisch ein und auf der anderen Seite vermittelt man der Bevölkerung von anderen Seiten, alles ist sicher und man braucht sich um nichts kümmern (=Vollkaskogesellschaft). Wie schnell das kippen kann, zeigen die aktuellen Ereignisse rund um die Flüchtlingskrise. Wobei das noch im Vergleich zu einem erfolgreichen Cyber-Angriff oder sogar Strom-Blackout – ausgelöst wodurch auch immer – harmlos ist. Wir sind nicht darauf vorbereitet – und tun weiterhin so, als ginge uns das alles nichts an. Erst vor einem Monat standen wir wieder knapp vor der Katastrophe, nachdem das polnische Stromnetz an der Belastungsgrenze stand und 8.000 Unternehmen über mehrere Tage den Stromverbrauch trosseln oder einstellen mussten.