Aktuelle Situation

 

Letztes Update: 18.09.17

Auf dieser Seite werden aktuelle Herausforderungen im Stromversorgungssystem anlassbezogen dokumentiert. Die Auswertung der daraus resultierenden Intraday-Stops und Redispatching-Eingriffe bzw. der Negativstrompreise erfolgt in eigenen Beiträgen.

Übersicht

Wichtige Kurzmeldungen

  • 03.07.17: Obwohl 2017 die Wetterindikatoren nicht so eindeutig sind, gingen in den vergangenen Monaten die Kosten für die Netzstabilisierung zur Abwendung von möglichen Großstörungen enorm hoch. Ein weiterer Höhepunkt ist für Juni zu erwarten. Siehe Engpassmanagementkosten weiter unten. Anfang Juni waren zudem mehre kurzfristige Gaskraftwerkanforderungen zur Netzstabilisierung erforderlich.
  • 04.07.17: Aktuell brennt freilich das Thema Versorgungssicherheit unter den Nägeln, weil die Kosten zur Netzstabilisierung heuer bis Juni schon so hoch waren wie im gesamten Vorjahr. Quelle: APA; siehe auch unter Engpassmanagementkosten
  • 10.07.17: „Ohne Gas hätte es auch einen Stromengpass gegeben“ Gerade im vergangenen Winterhalbjahr habe sich laut Längle gezeigt, „wie wichtig Gas und die funktionierende Infrastruktur sind“. Aufgrund der niedrigen Temperaturen und des damit verbundenen höheren Heizbedarfs habe das Unternehmen einen enorm hohen Beitrag zur Versorgungssicherheit geleistet. In diesem Winter war außerdem gut erkennbar, wie eng die Gas- und Stromwirtschaft miteinander verflochten sind: „Es wäre im Jänner und Februar definitiv ein Versorgungsengpass auf der Stromseite eingetreten, wenn es die Infrastruktur der RAG nicht gegeben hätte“, schildert der RAG-Vorstand. Die Gaskraftwerke sind im vergangenen Winter mit voller Leistung gefahren, um den anfallenden Strombedarf entsprechend abzudecken. Während der oft windstillen und trüben Wintertage konnten erneuerbare Energien wie Wind und Sonne und die Wasserkraft nicht jenen Beitrag erbringen, der aufgrund ihrer Leistung in den vergangenen Jahren prognostiziert worden war. In diesen kritischen Situationen konnten die Gaskraftwerke, die eben auch kurzfristig einsatzbereit sind, die Bedarfserfordernisse gesichert abdecken. Quelle: Energy Inside 2/2017
  • 21.07.17: DEU 1.HJ 2017: Die maximale Solarleistung betrug am 27.05.2017 um 13:00 Uhr ca. 30 GW.  Die maximal erzeugte Windleistung betrug am 18.03.2017 um 09:15 Uhr ca. 38,9 GW.
  • 28.07.17: Das Gas-Kraftwerk Mellach war heuer schon 1.700 Betriebsstunden zur Netzstabilisierung eingesetzt. 2016 waren es knapp 800 Stunden. Insgesamt rechnet der Verbund im heurigen Jahr mit Rekorderlösen aus der Vermarktung flexibler Kraftwerksleistung in Höhe von 166 Millionen Euro – nach 128 Millionen im Jahr davor. Quelle: Der Standard
  • Blackout in Österreich? „Es geht immer mehr an die Grenzen“
  • 30.08.17: Deutlich beunruhigender seien da schon die fehlenden Kraftwerksreserven in Österreich. Das hätten die kalten Wochen im heurigen Jänner und Februar gezeigt. Die Stromversorgung habe nur dank massiver Importe aus Deutschland und Tschechien über den gesamten Zeitraum sichergestellt werden können. „Bis zu diesem Winter waren wir der Meinung, die Versorgungssicherheit sei gegeben, das ginge sich mit der nationalen Leistung aus“, sagt Eigenbauer. „Wir wurden eines Besseren belehrt.“ Stromseitig ist Österreich stark abhängig von den Pumpspeichern. „Das sind aber Tages- und Wochenspeicher“, sagt Eigenbauer. „Bei einer dreiwöchigen Kälteperiode, wie wir sie heuer hatten, sind die Pumpspeicher vorzeitig erschöpft. Damit hat das Land plötzlich keine Leistung mehr außer dem, was an kalorischer Leistung da ist – sprich Gas- und alte Kohlekraftwerke.“ Österreich stehe mit dieser Problematik nicht allein da. „Die meisten Mitgliedsstaaten der Union rüsten parallel zum Energy-only-Markt Kapazitätsmechanismen nach. Energy-only-Markt bedeutet, dass Kraftwerksbetreibern nur die bereitgestellte Energiemenge (Stromproduktion in Kilowattstunden, kWh) bezahlt wird. Für die Vorhaltung von Erzeugungskapazitäten – sprich Kraftwerksleistung in Kilowatt – erfolgt keine direkte Vergütung. Quelle: Der Standard
  • 16.09.17: System „an der Grenze der Belastungsfähigkeit“
  • Archivmeldungen

13.09. – 17.09.17 – Differenz Windstromproduktion

Die Windstromproduktion (Onshore) wies in den letzten Tagen in Deutschland wieder eine enorme Varianz auf. Während am 13. September fast die Hälfte des deutschen Stromverbrauchs durch die Windstromproduktion gedeckt werden konnte, waren es 4 Tage später de facto null Prozent.

24.07.17 – Es geht heiß her

Am 24.07. wurde fast den ganzen Tag in Österreich der Markthandel ausgesetzt, um die Systemsicherheit aufrecht zu erhalten. Um Mitternach kam es dann wieder zu einer Rekordabweichung bei der Windstromproduktion. Statt der prognostizierten 980 MW wurden fast 2.160 MW erzeugt. Dafür mussten andere Kraftwerke mit einer Leistung von 1.180 MW (zum Vergleich, das Flusskraftwerk Wien-Freudenau hat eine max. Leistung von 172 MW) ihr Produktion drosseln bzw. vom Netz gehen. Bei einer gleichzeitigen Last von nur 6.000 MW keine einfache Angelegenheit, die Balance aufrecht zu erhalten. Vor alle, da eine Stunde später nur mehr 690 MW Differenz vorhanden waren und daher Kraftwerke wieder rasch zugeschaltet werden mussten. Danke an die Mannschaft in der Leitwarte der APG, dass wieder alles gut gegangen ist!

Differenz am 24.07.17

Differenz am 28.07.17 nochmals höher

Hitzewelle und niedrige Pegelstände

Ein Problem, das sich in den kommenden Wochen verschärfen könnte, sind die niedrigen Wasserstände in den Flüssen und mögliche weitere Hitzewellen. Einerseits sinkt damit im Alpenraum die verfügbare Stromerzeugungskapazität aus Wasserkraftwerken und zum anderen führt die dadurch raschere Erwärmung des Wassers zu einer Abnahme der Kühlfähigkeit bei thermischen und nuklearen Kraftwerksblöcken. 2015 stand dadurch etwa Polen knapp vor dem Kollaps und damit wohl auch das restliche europäische Verbundsystem. In französischen Nuklearanlagen kommt es dadurch auch immer wieder zu Problemen. (Siehe auch: Trockenheit gefährdet Stromversorgung)

Vergleich Laufwasserkraftwerk-Stromproduktion AUT 2015-2017 (Jänner bis August)

Datenquelle: APG

Während 2015 (blau) die Varianz (Abweichung) bei der Stromproduktion relativ klein war, ist diese im 2. Quartal 2017 (rot) erheblich angestiegen, was auf steigende Netzeingriffe hindeutet. Bei der Stromproduktion wird aktuell das Niveau von 2015 erreicht, jedoch deutlich unter 2016 (grün).

 

Jahresvergleich 2015-2017

 

Engpassmanagement/Kurzfristige Gaskraftwerkanforderung

Quelle: APG

Nr.DatumStundenMWel
628.09.165800
1113.01.177800
1907.06.171730
414.09.1610600
2115.06.176,6460
2204.07.172430
313.09.166420
2417.08.171340
1630.03.176300
231.08.164300
923.12.166300
521.09.164270
2012.06.171260
1316.02.176250
1416.02.174250
808.12.162200
111.07.163200
1210.02.173200
1511.03.175200
1801.06.176200
2308.08.172200
1730.05.176,5130
1024.12.162100
2523.08.171100
712.10.16390

 

Engpassmanagementkosten

Quelle: APG

epm-kosten-2015-16

„Aktuell brennt freilich das Thema Versorgungssicherheit unter den Nägeln, weil die Kosten zur Netzstabilisierung heuer bis Juni schon so hoch waren wie im gesamten Vorjahr.“ Quelle: APA

Die Kosten sind im Juli und August nochmals förmlich explodiert. 

.Aktueller Ausbaustand und Spitzenleistungen EE in Deutschland

Quelle: Frauenhofer Institut, Link: interaktive Grafiken (Stand März 2016)

2015 2016
installierte PV-Leistung 39,6 GW 40,85 GW
maximale PV-Leistung 27,3 GW am 21.04.2015 um 13:15 Uhr ca. 28,5 GW am 08.05.2016 um 13:00 Uhr
installierte Windenergie-Leistung 41,3 GW 49,6 GW
maximale erzeugte Windenergie-Leistung 35,6 GW am 21.12.2015 36,6 GW am 08.02.2016

Die Windenergiestromproduktion lag 2015 fast um 50% über der Produktion von 2014.

Mehr als 50 GW Stromproduktion aus erneuerbare Energie (EE) Anlagen in Deutschland

(inkl. Biomasse und Wasserkraft)

NrTagGW
1107.06.1763,6
2113.09.1758,9
1212.06.1758,4
924.04.1756,9
602.03.1755,9
2004.08.1755,5
1030.04.1755,2
1316.06.1754,9
1830.07.1754,6
107.05.1654,5
309.05.1654,4
208.05.1654,0
528.09.1653,5
812.04.1753,4
710.04.1753,2
406.07.1653,2
1524.06.1753,1
1423.06.1752,8
1903.08.1751,2
1630.06.1750,2
1729.07.1750,1

 Bisheriger Spitzenwert am 07.06.17 – 63,56 GW

Überblick über die Situation in Österreich

(Stand: 05/2016) Quelle: www.afi-fenco.at

Der Vortrag von Gerhard Christiner, Technischer Vorstandsdirektor APG, zeigt einige eindrucksvolle Einblicke in die aktuelle Situation im österreichischen Stromnetz. Besonders die Inbetriebnahme des polnischen Phasenschiebers (Folie 3) ist mit „Spannung“ zu beobachten, da hier einige Auswirkungen auf die Netzstabilität in Deutschland, aber durch den gemeinsamen Strommarkt auch in Österreich zu erwarten sind.

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  1. […] Aktuelle Situation […]

  2. […] aktuellen Situation empfiehlt sich ein Blick auf die Darstellung der aktuellen Lage bzw. auf die Auswertung der […]

  3. […] wie die Schweiz, Belgien oder Frankreich auf Importe und gleichzeitig stehen in Deutschland zig Kraftwerke zur Schließung an. Die Anzahl und der Umfang der deutschen Netzeingriffe zur Netzstabilisierung sind im […]

  4. […] wie die Schweiz, Belgien oder Frankreich auf Importe und gleichzeitig stehen in Deutschland zig Kraftwerke zur Schließung an. Die Anzahl und der Umfang der deutschen Netzeingriffe zur Netzstabilisierung sind im […]

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