Aktuelle Situation

 

Letztes Update: 05.07.17

Auf dieser Seite werden aktuelle Herausforderungen im Stromversorgungssystem anlassbezogen dokumentiert. Die Auswertung der daraus resultierenden Intraday-Stops und Redispatching-Eingriffe bzw. der Negativstrompreise erfolgt in eigenen Beiträgen.

Übersicht

Wichtige Kurzmeldungen

  • 03.07.17: Obwohl 2017 die Wetterindikatoren nicht so eindeutig sind, gingen in den vergangenen Monaten die Kosten für die Netzstabilisierung zur Abwendung von möglichen Großstörungen enorm hoch. Ein weiterer Höhepunkt ist für Juni zu erwarten. Siehe Engpassmanagementkosten weiter unten. Anfang Juni waren zudem mehre kurzfristige Gaskraftwerkanforderungen zur Netzstabilisierung erforderlich.
  • 04.07.17: Aktuell brennt freilich das Thema Versorgungssicherheit unter den Nägeln, weil die Kosten zur Netzstabilisierung heuer bis Juni schon so hoch waren wie im gesamten Vorjahr. Quelle: APA; siehe auch unter Engpassmanagementkosten
  • 10.07.17: „Ohne Gas hätte es auch einen Stromengpass gegeben“ Gerade im vergangenen Winterhalbjahr habe sich laut Längle gezeigt, „wie wichtig Gas und die funktionierende Infrastruktur sind“. Aufgrund der niedrigen Temperaturen und des damit verbundenen höheren Heizbedarfs habe das Unternehmen einen enorm hohen Beitrag zur Versorgungssicherheit geleistet. In diesem Winter war außerdem gut erkennbar, wie eng die Gas- und Stromwirtschaft miteinander verflochten sind: „Es wäre im Jänner und Februar definitiv ein Versorgungsengpass auf der Stromseite eingetreten, wenn es die Infrastruktur der RAG nicht gegeben hätte“, schildert der RAG-Vorstand. Die Gaskraftwerke sind im vergangenen Winter mit voller Leistung gefahren, um den anfallenden Strombedarf entsprechend abzudecken. Während der oft windstillen und trüben Wintertage konnten erneuerbare Energien wie Wind und Sonne und die Wasserkraft nicht jenen Beitrag erbringen, der aufgrund ihrer Leistung in den vergangenen Jahren prognostiziert worden war. In diesen kritischen Situationen konnten die Gaskraftwerke, die eben auch kurzfristig einsatzbereit sind, die Bedarfserfordernisse gesichert abdecken. Quelle: Energy Inside 2/2017
  • Archivmeldungen

Hitzewelle und niedrige Pegelstände

Ein Problem, das sich in den kommenden Wochen verschärfen könnte, sind die niedrigen Wasserstände in den Flüssen und mögliche weitere Hitzewellen. Einerseits sinkt damit im Alpenraum die verfügbare Stromerzeugungskapazität aus Wasserkraftwerken und zum anderen führt die dadurch raschere Erwärmung des Wassers zu einer Abnahme der Kühlfähigkeit bei thermischen und nuklearen Kraftwerksblöcken. 2015 stand dadurch etwa Polen knapp vor dem Kollaps und damit wohl auch das restliche europäische Verbundsystem. In französischen Nuklearanlagen kommt es dadurch auch immer wieder zu Problemen. (Siehe auch: Trockenheit gefährdet Stromversorgung)

Vergleich Laufwasserkraftwerk-Stromproduktion AUT 2015-2017 (1.HJ)

Während 2015 (blau) die Varianz (Abweichung) bei der Stromproduktion relativ klein war, ist diese im 2. Quartal 2017 (rot) erheblich angestiegen, was auf steigende Netzeingriffe hindeutet. Bei der Stromproduktion wird aktuell das Niveau von 2015 erreicht, jedoch deutlich unter 2016 (grün).

Datenquelle: APG

Abschnitt 15.04-30.06

Jahresvcrgleich 2015-2017

Neuer Spitzenwert aus regenerativer Erzeugung in Deutschland

Am 07. Juni 2017 wurde um 13 Uhr in Deutschland gleich viel Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, wie am Sonntag davor in ganz Deutschland verbraucht wurde. Zu anderen Zeiten wiederum wird nur ein Bruchteil des Verbrauchs produziert, was durch andere Kraftwerke kompensiert werden muss, die meist nicht so flexibel sind, wie die volatile Erzeugung. Am Abend des 07. Juni kam es etwa in Österreich zu einer massiven Abweichung zwischen prognostizierter und tatsächlicher Windstromproduktion von 945 MW, was nur durch den kurzfristigen Einsatz von mehreren Gaskraftwerken kompensiert werden konnte. Am 10. Juni wiederum mussten 1.126 MW wegen des kurzfristigen Überschusses abgeregelt werden.

Im europäischen Stromversorgungssystem muss jedoch zu jedem Augenblick die Balance zwischen Erzeugung und Verbrauch sichergestellt werden. Ansonsten kommt es zum Kollaps. Wir reden daher längst nicht nur um ein Problem im vergangenem Winter, sondern um eine Zuspitzung, die laufend fortschreitet.

Und es geht längst nicht nur um den sicher auch erforderlichen Übertragungsnetzausbau, sondern um einen kompletten Systemumbau in ein Energiezellensystem, damit diese Entwicklungen beherrschbar bleiben. Denn das Thema Energiebevorratung kommt nach wie vor kaum vor, ohne die eine Energiewende zu Erneuerbaren Energien nicht funktionieren kann. Aber offensichtlich werden wir das erst glauben, wenn es zu spät ist.

Stromproduktion DEU 02.-09.06.17

Differenz AUT am 07.06.17 – kurzfristige fehlende Produktion aus Windstrom

Differenz AUT am 10.06.17 – kurzfristiger Leistungsüberschuss durch Mehrproduktion aus Windstrom

Engpassmanagement/Kurzfristige Gaskraftwerkanforderung

Quelle: APG

Nr.DatumStundenMWel
1113.01.20177800
628.09.20165800
1907.06.20171730
414.09.201610600
2115.06.20176,6460
2204.07.20172430
313.09.20166420
1630.03.20176300
231.08.20164300
923.12.20166300
521.09.20164270
2012.06.20171260
1416.02.20174250
1316.02.20176250
808.12.20162200
1210.02.20173200
1511.03.20175200
1801.06.20176200
111.07.20163200
1730.05.20176,5130
1024.12.20162100
712.10.2016390

 

Engpassmanagementkosten

Quelle: APG

epm-kosten-2015-16

„Aktuell brennt freilich das Thema Versorgungssicherheit unter den Nägeln, weil die Kosten zur Netzstabilisierung heuer bis Juni schon so hoch waren wie im gesamten Vorjahr.“ Quelle: APA

.Aktueller Ausbaustand und Spitzenleistungen EE in Deutschland

Quelle: Frauenhofer Institut, Link: interaktive Grafiken (Stand März 2016)

2015 2016
installierte PV-Leistung 39,6 GW 40,85 GW
maximale PV-Leistung 27,3 GW am 21.04.2015 um 13:15 Uhr ca. 28,5 GW am 08.05.2016 um 13:00 Uhr
installierte Windenergie-Leistung 41,3 GW 49,6 GW
maximale erzeugte Windenergie-Leistung 35,6 GW am 21.12.2015 36,6 GW am 08.02.2016

Die Windenergiestromproduktion lag 2015 fast um 50% über der Produktion von 2014.

 

Mehr als 50 GW Stromproduktion aus erneuerbare Energie (EE) Anlagen in Deutschland

(inkl. Biomasse und Wasserkraft)

NrTagGW
1107.06.1763,6
1212.06.1758,4
924.04.1756,9
602.03.1755,9
1030.04.1755,2
1316.06.1754,9
107.05.1654,5
309.05.1654,4
208.05.1654,0
528.09.1653,5
812.04.1753,4
406.07.1653,2
710.04.1753,2
1524.06.1753,1
1423.06.1752,8
1630.06.1750,2

 Bisheriger Spitzenwert am 07.06.17 – 63,56 GW

Überblick über die Situation in Österreich

(Stand: 05/2016) Quelle: www.afi-fenco.at

Der Vortrag von Gerhard Christiner, Technischer Vorstandsdirektor APG, zeigt einige eindrucksvolle Einblicke in die aktuelle Situation im österreichischen Stromnetz. Besonders die Inbetriebnahme des polnischen Phasenschiebers (Folie 3) ist mit „Spannung“ zu beobachten, da hier einige Auswirkungen auf die Netzstabilität in Deutschland, aber durch den gemeinsamen Strommarkt auch in Österreich zu erwarten sind.

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Christiner_Rolle_therm_Kraftwerke_Versorgungssicherheit_6

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  1. […] Aktuelle Situation […]

  2. […] aktuellen Situation empfiehlt sich ein Blick auf die Darstellung der aktuellen Lage bzw. auf die Auswertung der […]

  3. […] wie die Schweiz, Belgien oder Frankreich auf Importe und gleichzeitig stehen in Deutschland zig Kraftwerke zur Schließung an. Die Anzahl und der Umfang der deutschen Netzeingriffe zur Netzstabilisierung sind im […]

  4. […] wie die Schweiz, Belgien oder Frankreich auf Importe und gleichzeitig stehen in Deutschland zig Kraftwerke zur Schließung an. Die Anzahl und der Umfang der deutschen Netzeingriffe zur Netzstabilisierung sind im […]

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