Aktuelle Situation

 

Letztes Update: 02.02.18

Auf dieser Seite werden aktuelle Herausforderungen im Stromversorgungssystem anlassbezogen dokumentiert. Die Auswertung der daraus resultierenden Intraday-Stops und Redispatching-Eingriffe bzw. der Negativstrompreise erfolgt in eigenen Beiträgen.

Übersicht

Wichtige Kurzmeldungen

  • Blackout in Österreich? „Es geht immer mehr an die Grenzen“
  • 16.09.17: System „an der Grenze der Belastungsfähigkeit“
  • 08.11.17: Das Gaskraftwerk Mellach produzierte – bedingt durch den im Vergleich zum Vorjahr erhöhten Einsatz für das Engpassmanagement zur Stabilisierung der Stromnetze – um 892 GWh mehr Strom. Mit dem deutschen Übertragungsnetzbetreiber TenneT sei eine Linie des Gas-Kombikraftwerks Mellach zur Deckung des Reservekraftwerksbedarfs für den Winter 2017/18 kontrahiert worden. Quelle: Der Standard
  • 08.11.17: Frankreich schiebt die geplante Atomwende um bis zu zehn Jahre auf. Umweltminister Nicolas Hulot sagte heute dem Sender BFMTV, die Regierung wolle „spätestens bis 2035“ den Anteil der Nuklearenergie an der Stromversorgung auf 50 Prozent senken. Hulot verteidigte den Kabinettsbeschluss, das Zieldatum 2025 für die Atomwende zu kippen: „Viele wussten, dass er nicht eingehalten werden kann.“ Die sozialistische Vorgängerregierung hatte 2015 in einem Energiewendegesetz festgelegt, den Atomanteil am Strom bis 2025 von 75 auf 50 Prozent zu senken. Quelle: orf.at
  • 22.11.17: Als im letzten Winter gleichzeitig mehrere Kraftwerke abgeschaltet wurden, stand das deutsche Stromnetz kurz vor dem Kollaps. Das sagt einer, der es wissen muss, der Chef des größten deutschen Stromnetzbetreibers Amprion, Klaus Kleinekorte: „Es haben nur wenige Tropfen gefehlt, und es wäre zum Überlaufen gekommen, das heißt Blackout.“ Quelle: www.hr-fernsehen.de
  • 30.11.17: Die Netzbetreiber müssen immer öfter eingreifen. Damit steigen sowohl die Kosten zur Systemstabilisierung als auch die operativen Risiken für einen sicheren Netzbetrieb. Hinter den Kulissen wächst dennoch die Sorge der Fachleute. Vor allem im windreichen Winter ist der Druck auf die Netze enorm. Im Winter 2015/2016 wurden die Reservekraftwerke im In- und Ausland – vor allem in Österreich – bereits deutlich häufiger angefordert als 2014/15: an 93 Tagen, ein Jahr zuvor waren es nur 7 Tage. Nach jetzigem Stand sollen die drei Stromautobahnen, die “Schlagadern” der Energiewende, 2025 ans Netz gehen – zwei bis drei Jahre nach dem endgültigen deutschen Atomausstieg Ende 2022 und damit schon nach jetziger Planung eigentlich zu spät: Für einen jahrelangen Übergangszeitraum fällt der Atomstrom bereits weg, die Netze für den Transport von Ersatz stehen aber noch nicht komplett. Quelle: www.heise.de
  • 04.01.18: Der große Stromnetzbetreiber Tennet, dessen Netzgebiet in der Mitte Deutschlands von Schleswig-Holstein bis zum Süden Bayerns reicht, musste deshalb 2017 fast eine Milliarde Euro für Noteingriffe ins Netz zahlen. Die Eingriffskosten lagen 2015 noch deutlich niedriger bei 710 Millionen Euro, im windschwachen Jahr 2016 sogar nur bei 660 Millionen Euro. Quelle: FAZ
  • 16.01.18: Die eidgenössische Elektrizitätskommission (Elcom) gibt in Bezug auf die Versorgungssicherheit keine vorbehaltslose Entwarnung. Damit relativierte die Aufsichtsbehörde die Ergebnisse der Studie “Adequacy 2020”, welche Ende des vergangenen Jahres publiziert wurde. Gemäss Studie ist die Versorgungssicherheit [in der Schweiz] im Prinzip gegeben. Dies jedoch nur, solange die europäischen Länder weiterhin zu Exporten willig und vor allem fähig blieben. Bezüglich Ersterem macht sich Elcom-Geschäftsführer Renato Tami derzeit keine Sorgen: “Die vergangenen Krisensituationen haben gezeigt, dass es am Willen nicht mangelt.” Im Gegensatz dazu bewertete Tami die Exportfähigkeit der europäischen Nachbarländer nach 2020 als eher kritisch. So seien für diesen – bis anhin nicht untersuchten – Zeitraum “Wolken am Horizont” auszumachen. Denn sowohl Frankreich als auch Deutschland planen, die installierte Kapazität an Kernkraftwerken kontinuierlich zurückzufahren. Weiter wies Tami auf eine internationale Entwicklung hin, die “Sorgen bereite”. So führe die lastbasierte Marktkopplung der EU, welche das Schweizer Netz nicht berücksichtige, zu ungeplanten Stromflüssen durch die Schweiz. Dies gefährde die Netzstabilität und somit auch die Versorgungssicherheit. Daraus resultierende kritische Situationen hätten in der Vergangenheit auch mit internationalen Redispatch-Massnahmen gelöst werden müssen.  Quelle: www.energate-messenger.ch
  • 25.01.18: 2017 gab es gehäuft Stresssituationen im Netz: An 301 Tagen musste stabilisierend eingegriffen werden. Kosten so hoch, wie noch nie: 300 Millionen Euro; Zum Vergleich: Vor fünf Jahren gab die APG zur Ausbalancierung des Netzes nur 1,1 Millionen Euro aus.
  • Archivmeldungen

Engpassmanagement/Kurzfristige Gaskraftwerkanforderung

Quelle: APG

Nr.DatumStundenMWel
1113.01.177800
628.09.165800
1907.06.171730
414.09.1610600
2115.06.176,6460
2204.07.172430
313.09.166420
2915.10.171355
2417.08.171340
1630.03.176300
231.08.164300
923.12.166300
3017.10.172295
521.09.164270
2012.06.171260
1316.02.176250
1416.02.174250
2702.10.171200
3117.10.171200
808.12.162200
1210.02.173200
3422.02.172200
1801.06.176200
2308.08.172200
2813.10.176200
3315.02.172200
1511.03.175200
111.07.163200
2625.09.173178
1730.05.176,5130
1024.12.162100
2523.08.171100
712.10.16390
3202.11.17340

 

Engpassmanagementkosten

Quelle: APG

“Aktuell brennt freilich das Thema Versorgungssicherheit unter den Nägeln, weil die Kosten zur Netzstabilisierung heuer bis Juni schon so hoch waren wie im gesamten Vorjahr.” Quelle: APA

Quelle: APG/Wirtschaftsmuseum/eigene Darstellung

Auch in der Schweiz nehmen die Netzeingriffe deutlich zu. Siehe auch Auswertung Deutschland.

Quelle: bazonline.ch

Strompreis 2017

Strompreis 01.12.16 – 03.01.18

.Aktueller Ausbaustand und Spitzenleistungen EE in Deutschland

Quelle: Frauenhofer Institut, Link: interaktive Grafiken (Stand März 2016)

2015 2016 10/2017
installierte PV-Leistung 39,6 GW 40,85 GW 42,41 GW
maximale PV-Leistung 27,3 GW am 21.04.2015 um 13:15 Uhr ca. 28,5 GW am 08.05.2016 um 13:00 Uhr
installierte Windenergie-Leistung 41,3 GW 49,6 GW 53,81 GW
maximale erzeugte Windenergie-Leistung 35,6 GW am 21.12.2015 36,6 GW am 08.02.2016

Die Windenergiestromproduktion lag 2015 fast um 50% über der Produktion von 2014.

Mehr als 50 GW Stromproduktion aus erneuerbare Energie (EE) Anlagen in Deutschland

(inkl. Biomasse und Wasserkraft)

NrTagGW
1107.06.1763,6
2113.09.1758,9
2305.10.1758,4
1212.06.1758,4
924.04.1756,9
602.03.1755,9
2004.08.1755,5
1030.04.1755,2
1316.06.1754,9
1830.07.1754,6
107.05.1654,5
309.05.1654,4
208.05.1654,0
528.09.1653,5
2629.10.1753,4
812.04.1753,4
710.04.1753,2
406.07.1653,2
3129.01.1853,2
2412.10.1753,2
1524.06.1753,1
1423.06.1752,8
2528.10.1751,5
3003.01.1851,3
1903.08.1751,2
2204.10.1751
2723.11.1750,8
2826.12.1750,5
2901.01.1850,4
1630.06.1750,2
3115.01.1850,1
1729.07.1750,1

 Bisheriger Spitzenwert am 07.06.17 – 63,56 GW

Überblick über die Situation in Österreich

Strom Versorgungssicherheit Österreich im Jänner 2017

Strom Versorgungssicherheit Österreich im Jänner 2017

Quelle: E-Control

Strom Versorgungssicherheit Österreich

(Stand: 05/2016) Quelle: www.afi-fenco.at

Der Vortrag von Gerhard Christiner, Technischer Vorstandsdirektor APG, zeigt einige eindrucksvolle Einblicke in die aktuelle Situation im österreichischen Stromnetz. Besonders die Inbetriebnahme des polnischen Phasenschiebers (Folie 3) ist mit “Spannung” zu beobachten, da hier einige Auswirkungen auf die Netzstabilität in Deutschland, aber durch den gemeinsamen Strommarkt auch in Österreich zu erwarten sind.

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  1. […] aktuellen Situation empfiehlt sich ein Blick auf die Darstellung der aktuellen Lage bzw. auf die Auswertung der […]

  2. […] wie die Schweiz, Belgien oder Frankreich auf Importe und gleichzeitig stehen in Deutschland zig Kraftwerke zur Schließung an. Die Anzahl und der Umfang der deutschen Netzeingriffe zur Netzstabilisierung sind im […]

  3. […] wie die Schweiz, Belgien oder Frankreich auf Importe und gleichzeitig stehen in Deutschland zig Kraftwerke zur Schließung an. Die Anzahl und der Umfang der deutschen Netzeingriffe zur Netzstabilisierung sind im […]

  4. […] Hier auch die Zahlen hinter den Aussagen (Engpassmanagementkosten), die selbstsprechend sind: siehe Aktuelle Situation […]

  5. […] ansonsten zwischen 55 und 85 GW liegt. Mittlerweile gibt es jedoch auch Produktionsmengen von über 50 GW nur aus erneuerbaren Energien. Dadurch kann es zu umfangreichen Negativpreisbildungen mit einer deutlich höheren Belastung […]

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