Aktuelle Situation

 

Letztes Update: 10.11.17

Auf dieser Seite werden aktuelle Herausforderungen im Stromversorgungssystem anlassbezogen dokumentiert. Die Auswertung der daraus resultierenden Intraday-Stops und Redispatching-Eingriffe bzw. der Negativstrompreise erfolgt in eigenen Beiträgen.

Übersicht

Wichtige Kurzmeldungen

  • Blackout in Österreich? „Es geht immer mehr an die Grenzen“
  • 30.08.17: Deutlich beunruhigender seien da schon die fehlenden Kraftwerksreserven in Österreich. Das hätten die kalten Wochen im heurigen Jänner und Februar gezeigt. Die Stromversorgung habe nur dank massiver Importe aus Deutschland und Tschechien über den gesamten Zeitraum sichergestellt werden können. “Bis zu diesem Winter waren wir der Meinung, die Versorgungssicherheit sei gegeben, das ginge sich mit der nationalen Leistung aus”, sagt Eigenbauer. “Wir wurden eines Besseren belehrt.” Stromseitig ist Österreich stark abhängig von den Pumpspeichern. “Das sind aber Tages- und Wochenspeicher”, sagt Eigenbauer. “Bei einer dreiwöchigen Kälteperiode, wie wir sie heuer hatten, sind die Pumpspeicher vorzeitig erschöpft. Damit hat das Land plötzlich keine Leistung mehr außer dem, was an kalorischer Leistung da ist – sprich Gas- und alte Kohlekraftwerke.” Österreich stehe mit dieser Problematik nicht allein da. “Die meisten Mitgliedsstaaten der Union rüsten parallel zum Energy-only-Markt Kapazitätsmechanismen nach. Energy-only-Markt bedeutet, dass Kraftwerksbetreibern nur die bereitgestellte Energiemenge (Stromproduktion in Kilowattstunden, kWh) bezahlt wird. Für die Vorhaltung von Erzeugungskapazitäten – sprich Kraftwerksleistung in Kilowatt – erfolgt keine direkte Vergütung. Quelle: Der Standard
  • 16.09.17: System „an der Grenze der Belastungsfähigkeit“
  • 04.10.17: Die Engpassmanagement-Kosten für APG betrugen bis zum Ende von Q2/2017 ca. 37,83 Mio. €.  Alle EPM-Abrufe von APG (inklusive Bereithaltung) in der Regelzone APG bis zum Ende von Q2/2017 verursachten Kosten in der Höhe von ca. 161,59 Mio. €. Diese Kosten wurden zum Großteil weiterverrechnet, da sie durch externe TSOs aufgrund von externen Engpässen angefordert wurden.  Quelle: APG
  • 30.10.17: Im letzten Winter hat Österreich Deutschland mit 2.400 MW Leistung Hilfe zur Netzstabilisierung geleistet und umgekehrt im heurigen Sommer in Deutschland 2.400 MW kontrahiert, im Winter 2017/18 werden Deutschland 2.900 MW angeboten. Die Redispatch-Kosten seien enorm. Lagen sie 2013/14 noch um die 20, 30 Mio. Euro im Jahr, seien es 2015 bereits 200 Mio. Euro gewesen, “und heuer stehen wir bis jetzt schon bei 270 Mio. Euro. Deshalb gebe es massive Stromimporte aus Deutschland, die man zum Teil physikalisch gar nicht transportieren könne. Vertraglich würden im Stromhandel bis zu 7.000 MW Importe nach Österreich fixiert, obwohl lediglich 5.000 MW realisierbar seien. Richtung Deutschland komme der Handel bis auf 9.000/10.000 MW, die aber ebenfalls nicht lieferbar seien. Quelle: industriemagazin.at
  • 08.11.17: Das Gaskraftwerk Mellach produzierte – bedingt durch den im Vergleich zum Vorjahr erhöhten Einsatz für das Engpassmanagement zur Stabilisierung der Stromnetze – um 892 GWh mehr Strom. Mit dem deutschen Übertragungsnetzbetreiber TenneT sei eine Linie des Gas-Kombikraftwerks Mellach zur Deckung des Reservekraftwerksbedarfs für den Winter 2017/18 kontrahiert worden. Quelle: Der Standard
  • 08.11.17: Frankreich schiebt die geplante Atomwende um bis zu zehn Jahre auf. Umweltminister Nicolas Hulot sagte heute dem Sender BFMTV, die Regierung wolle „spätestens bis 2035“ den Anteil der Nuklearenergie an der Stromversorgung auf 50 Prozent senken. Hulot verteidigte den Kabinettsbeschluss, das Zieldatum 2025 für die Atomwende zu kippen: „Viele wussten, dass er nicht eingehalten werden kann.“ Die sozialistische Vorgängerregierung hatte 2015 in einem Energiewendegesetz festgelegt, den Atomanteil am Strom bis 2025 von 75 auf 50 Prozent zu senken. Quelle: orf.at
  • Archivmeldungen

Strompreis 2017

Ende Oktober/Anfang November war eine ungewöhnlich hohe Varianz zu beobachten, die von -83 Euro (29.10.) bis 120 Euro (08.11.) reicht. In Frankreich wurden in den Abendstunden sogar 195 Euro erreicht.

Quelle: www.eex.com – Strompreis Day Base 11.11.16. bis 11.11.17

Strompreisdifferenz am 05.10.17 – DEU/AUT – CHE – FRA

Obwohl alle Länder im gleichen Stromversorgungssystem sind, kam es etwa am 05.10.17 zu erheblichen Differenzen zwischen DEU/AUT und CHE bzw. FRA. 

Dabei ist die aktuelle Windstromproduktion gar nicht noch so hoch, aber durchaus sehr volatil.

13.09. – 17.09.17 – Differenz Windstromproduktion

Die Windstromproduktion (Onshore) wies in den letzten Tagen in Deutschland wieder eine enorme Varianz auf. Während am 13. September fast die Hälfte des deutschen Stromverbrauchs durch die Windstromproduktion gedeckt werden konnte, waren es 4 Tage später de facto null Prozent.

Vergleich Laufwasserkraftwerk-Stromproduktion AUT 2015-2017

Datenquelle: APG

Während 2015 (blau) die Varianz (Abweichung) bei der Stromproduktion relativ klein war, ist diese im 2. Quartal 2017 (rot) erheblich angestiegen, was auf steigende Netzeingriffe hindeutet. Bei der Stromproduktion wird aktuell das Niveau von 2015 erreicht, jedoch deutlich unter 2016 (grün).

Engpassmanagement/Kurzfristige Gaskraftwerkanforderung

Quelle: APG

Nr.DatumStundenMWel
628.09.165800
1113.01.177800
1907.06.171730
414.09.1610600
2115.06.176,6460
2204.07.172430
313.09.166420
2915.10.171355
2417.08.171340
231.08.164300
1630.03.176300
923.12.166300
3017.10.172295
521.09.164270
2012.06.171260
1316.02.176250
1416.02.174250
2702.10.171200
3117.10.171200
1210.02.173200
808.12.162200
1801.06.176200
2308.08.172200
2813.10.176200
1511.03.175200
111.07.163200
2625.09.173178
1730.05.176,5130
1024.12.162100
2523.08.171100
712.10.16390
3202.11.17340

 

Engpassmanagementkosten

Quelle: APG

epm-kosten-2015-16

“Aktuell brennt freilich das Thema Versorgungssicherheit unter den Nägeln, weil die Kosten zur Netzstabilisierung heuer bis Juni schon so hoch waren wie im gesamten Vorjahr.” Quelle: APA

Die Kosten sind im Juni bis August förmlich explodiert!

Quelle: APG/Wirtschaftsmuseum/eigene Darstellung

Auch in der Schweiz nehmen die Netzeingriffe deutlich zu. Siehe auch Auswertung Deutschland.

Quelle: bazonline.ch

.Aktueller Ausbaustand und Spitzenleistungen EE in Deutschland

Quelle: Frauenhofer Institut, Link: interaktive Grafiken (Stand März 2016)

2015 2016 10/2017
installierte PV-Leistung 39,6 GW 40,85 GW 42,41 GW
maximale PV-Leistung 27,3 GW am 21.04.2015 um 13:15 Uhr ca. 28,5 GW am 08.05.2016 um 13:00 Uhr
installierte Windenergie-Leistung 41,3 GW 49,6 GW 53,81 GW
maximale erzeugte Windenergie-Leistung 35,6 GW am 21.12.2015 36,6 GW am 08.02.2016

Die Windenergiestromproduktion lag 2015 fast um 50% über der Produktion von 2014.

Mehr als 50 GW Stromproduktion aus erneuerbare Energie (EE) Anlagen in Deutschland

(inkl. Biomasse und Wasserkraft)

NrTagGW
1107.06.1763,6
2113.09.1758,9
2305.10.1758,4
1212.06.1758,4
924.04.1756,9
602.03.1755,9
2004.08.1755,5
1030.04.1755,2
1316.06.1754,9
1830.07.1754,6
107.05.1654,5
309.05.1654,4
208.05.1654,0
528.09.1653,5
812.04.1753,4
2629.10.1753,4
710.04.1753,2
2412.10.1753,2
406.07.1653,2
1524.06.1753,1
1423.06.1752,8
2528.10.1751,5
1903.08.1751,2
2204.10.1751
1630.06.1750,2
1729.07.1750,1

 Bisheriger Spitzenwert am 07.06.17 – 63,56 GW

Überblick über die Situation in Österreich

(Stand: 05/2016) Quelle: www.afi-fenco.at

Der Vortrag von Gerhard Christiner, Technischer Vorstandsdirektor APG, zeigt einige eindrucksvolle Einblicke in die aktuelle Situation im österreichischen Stromnetz. Besonders die Inbetriebnahme des polnischen Phasenschiebers (Folie 3) ist mit “Spannung” zu beobachten, da hier einige Auswirkungen auf die Netzstabilität in Deutschland, aber durch den gemeinsamen Strommarkt auch in Österreich zu erwarten sind.

Christiner_Rolle_therm_Kraftwerke_Versorgungssicherheit_5

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  1. […] aktuellen Situation empfiehlt sich ein Blick auf die Darstellung der aktuellen Lage bzw. auf die Auswertung der […]

  2. […] wie die Schweiz, Belgien oder Frankreich auf Importe und gleichzeitig stehen in Deutschland zig Kraftwerke zur Schließung an. Die Anzahl und der Umfang der deutschen Netzeingriffe zur Netzstabilisierung sind im […]

  3. […] wie die Schweiz, Belgien oder Frankreich auf Importe und gleichzeitig stehen in Deutschland zig Kraftwerke zur Schließung an. Die Anzahl und der Umfang der deutschen Netzeingriffe zur Netzstabilisierung sind im […]

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