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Großkrankenhaus überprüft Notfallsysteme

 

Quelle: www.suedkurier.de

Das Klinikum zwischen Villingen und Schwenningen legt am Samstag und Sonntag den ganz großen Schalter um und probt den Blackout. Es geht um diese grundlegende Frage: Sind wir gerüstet, wenn wirklich der komplette Stromausfall eintritt? Dieses Katastrophenszenario wird dieses Wochenende akribisch durchgespielt – mit markanten Folgen für Patienten der Region und für benachbarte Kliniken.

Es tritt auf Grund der Tests ein Notfallplan in Kraft, der vorsieht, dass umliegende Krankenhäuser einspringen. Es geht dabei vor allem um Patienten, die beispielsweise – stromunterstützt – beatmet werden oder auf andere lebenserhaltende Unterstützung bei den Zentralorganen wie Herz oder Nieren angewiesen sind. In besonderer Einsatzbereitschaft sind am Wochenende deshalb Kliniken in Rottweil, Tuttlingen und beispielsweise auch in Titisee-Neustadt.

Der Test, den das Klinikum am Wochenende durchspielt, ist zum Wohle der Sicherheit der Bürger. Es soll ein Katastrophenszenario sicher ausgeschlossen werden können. Extremfälle wie der Zusammenbruch des Stromnetzes sind in der heutigen Zeit mit Supertechnologie und Livesteuerung komplizierter Versorgungsleitungen keineswegs ausgeschlossen. Wegen eines so genannten Blackouts musste zum Beispiel Anfang Juni der Hamburger Flughafen seinen Betrieb an einem Wochenende komplett einstellen. Ursache des Problems war eine mangelhafte Kabelisolierung.

Der Test im Schwarzwald-Baar-Klinikum soll Erkenntnisse darüber bringen, dass die Versorgung von Schwersterkrankten auch in der Peripherie in anderen Häusern möglich ist. Zudem wird die Versorgung des Schwarzwald-Baar Klinikums mit Notstromaggregaten harten Leistungstests unterzogen, wenn das Klinikum aufgrund der “vorgeschriebenen technischen Wartungsarbeiten”, wie es in dem internen Schreiben heißt, “geplant für kurze Zeiträuma auf die Netzersatzversorgung angewiesen sein” werde.

Kompliziert seien diese Testläufe, weil viele verschiedene Stromkreise detailliert untersucht werden müssten, erklärt ein Kenner der Verhältnisse am Freitag gegenüber dieser Zeitung. Die Umleitung von akut Schwerstverletzten tagsüber am Wochenende an andere Kliniken sei aus einem besonderen Grund erforderlich: Bei dem geheim gehaltenen Großtest am Wochenende komme es zu bis zu 15 Sekunden langen Komplettausfällen der Stromversorgung. Diese Situation könne Schwerstverletzten nicht zugemutet werden.

Kommentar

Leider wie so oft handelt es sich hier um keinen Blackout-Test, sondern um einen gewöhnlichen Stromausfalltest. Dieser ist sehr wichtig und sicher auch die Basis, um überhaupt in die Blackout-Bewältigung kommen zu können, aber ein Blackout bedeutet nicht nur einen Stromausfall, sondern zumindest tagelange Versorgungsunterbrechungen bzw. -einschränkungen. Und für diese Bewältigung ist weit mehr als nur eine Notstromversorgung erforderlich! Siehe etwa Der Krankenhausbetrieb im Fall eines weitreichenden Strom- und Infrastrukturausfalls oder den Workshop „Die Gesundheits(not)versorgung nach einem Blackout“. Jede Maßnahme ist wichtig, aber man muss bei der Kommunikation dann auch die Kirche im Dorf lassen. Den diese falschen Meldungen führen dazu, dass immer mehr Menschen falsche Erwartungen an die organisierte Hilfe haben, die bei einem Blackout nicht erfüllbar sind!

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