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Workshop „Die Gesundheits(not)versorgung nach einem Blackout“

 

Einladung

Einladung Workshop 04.09.18 (PDF-Version)

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir dürfen Sie recht herzlich zum Workshop „Die Gesundheits(not)versorgung nach einem Blackout“ am 04. September 2018, von 10-17 Uhr, in das Schloss Laudon, 1140 Wien, einladen. Das Bundeskanzler­amt (BKA) und das Gesundheitsministerium (BMASGK) unterstützen diese zivilgesellschaftliche Initiative als Beitrag zum Österreichischen Programm zum Schutz Kritischer Infrastrukturen (APCIP).

Unsere moderne Lebensweise hängt völlig von der funktionierenden Strom- und Telekommunikationsversorgung ab. Das ist uns aufgrund der sehr hohen Versorgungssicherheit meist nicht bewusst. Stromausfälle kennen wir nur von kleinräumigen Ereignissen und kurzer Dauer. Was aber, wenn dieser Stromausfall weite Teile Europas betrifft und viele Stunden oder sogar Tage andauert? Unmöglich? Warum? Weil es noch nie passiert ist? Leider häufen sich die Anzeichen, dass es in absehbarer Zukunft zu einem solchen Ereignis kommen könnte. Die Ursachen dafür sind vielfältig, sowie auch die möglichen Auslöseereignisse. Auch die Herausforderungen im Cyber-Bereich werden immer größer. Zunehmend geraten Infrastrukturbetreiber ins Visier von Angreifern. Fälle von Erpressungen, wo die Daten in der IT-Infrastruktur verschlüsselt und erst durch eine Lösegeldzahlung wieder freigegeben werden, haben auch im Gesundheitsbereich drastisch zugenommen. Das kann rasch zu Betriebseinschränkungen führen und die gewohnte Patientenversorgung gefährden.

Entscheidend ist daher die Frage: Wären wir auf solche Ereignisse vorbereitet? Was, wenn wie zu erwarten, die Telekommunikationsversorgung noch Tage nach dem Stromausfall nicht funktionieren wird? Und damit weder die Treibstoff-, Medikamenten- noch Lebensmittelversorgung? Wie lange kann unter solchen Bedingungen ein Spitalsbetrieb wirklich aufrechterhalten werden? Was, wenn das Personal nicht mehr kommt, weil es zu Hause Probleme gibt und damit auch die Pflegebetreuung nicht mehr aufrechterhalten werden kann? Eine österreichische Studie zeigt, dass sich rund drei Millionen Menschen in Österreich spätestens am 4. Tag einer solchen Versorgungsunterbrechung nicht mehr ausreichend selbst versorgen können. Nach einer Woche sind es bereits sechs Millionen Menschen. Auch Ihr Personal und deren Familien sind davon betroffen! Wenn der niedergelassene Bereich und die Alten- und Krankenpflege nicht mehr funktionieren, droht eine rasche Überlastung der Spitäler. Eine kaum vorstellbare Situation. Daher ist eine möglichst lange Notversorgung im dezentralen Bereich unverzichtbar. Doch was muss dazu vorbereitet werden? Wer ist dafür überhaupt verantwortlich? Welche gewohnten Standards können unter derartigen Rahmenbedingungen überhaupt noch aufrechterhalten werden? Und noch viele Fragen mehr, die wir gemeinsam mit Ihnen diskutieren möchten. Vieles ist noch unbeantwortet. Doch ohne einer Auseinandersetzung und Vorbereitung werden die Entwicklungen noch verheerender ausfallen.

Aufgrund der weitreichenden Auswirkungen, des Umfanges der Betroffenheit sowie durch den Ausfall der Telekommunikationsversorgung werden der sehr bewährte österreichische Katastrophenschutz und die diesen tragenden Einsatzorganisationen nur mehr eingeschränkt handlungsfähig sein. Eine (Selbst-)Hilfe wird sich daher weitgehend auf die lokale bzw. kommunale Ebene beschränken.

Diese Veranstaltung spricht daher konkret Gesundheitsbehörden und -einrichtungen sowie Standesvertretungen, aber auch sonstige interessierte Akteure an: Krankenversicherungen, Ärzte- und Apothekerkammer, Krankenhausbetrieb, Altenbetreuung, Pflegeeinrichtungen, Dialysezentren, Rettungsorganisationen, soziale Dienste, Apotheken, Distrikt- und Amtsärzte, niedergelassene Ärzte, Veterinärbereich (Seuchenprävention), Hygiene, etc.

Dieser Workshop wird auf zivilgesellschaftlicher Basis organisiert und dient zur Vernetzung und gemeinsamen Lösungsfindung. Ziel ist der Anstoß von weiteren Aktivitäten im gesamten Gesundheitsbereich, um auf die eigenständige Bewältigung von derartigen Extremereignissen besser vorbereitet zu sein.

 

Agenda für den Workshop „Die Gesundheits(not)versorgung nach einem Blackout“

09:00 – 10:00 Uhr: Eintreffen im Schloss Laudon, Begrüßungskaffee

Impulsvorträge während des Tages (á 15 Minuten)

Thema ReferentIn
Blackout / Infrastrukturausfall – Eine Gesamtsicht Herbert Saurugg
APCIP, SKI, SKKM: Was passiert „top-down“ Michael Kugler, Bundeskanzleramt
Blackout-Vorsorge aus Sicht des Wiener Roten Kreuzes Karl-Dieter Brückner, Wiener Rotes Kreuz
Blackout-Vorsorge im Krankenhaus Franz Hoheiser (angefragt), Wiener Krankenanstaltenverbund
Cyber-Risiken mit Relevanz für das Gesundheitswesen Leopold Löschl, Bundeskriminalamt
Blackout-Vorsorge aus Sicht einer Pflegeorganisation Evi Pohl-Iser, Wiener Hilfswerk
Blackout-Vorsorge aus Sicht einer Krankenhausküche Christina Schmidt (angefragt), Wr. Krankenanstaltenverbund

Dazwischen finden zwei Kleingruppendiskussionen statt, wo konkrete Fragestellungen diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht werden können. Sollten Sie sich bzw. Ihre Organisation auch bereits intensiver mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, dann lassen Sie das uns bitte wissen.

16:30 – 17:00 Uhr: Zusammenfassung & Verabschiedung

Zielgruppe: Verantwortliche aus dem Gesundheitsbereich und Standesvertretungen (Gesundheitsbehörden, Krankenversicherungen, Ärzte- und Apothekerkammer, Krankenhausbetrieb, Altenbetreuung, Pflegeeinrichtungen, Dialysezentren, Rettungsorganisationen, soziale Dienste, Apotheken, Distrikt- und Amtsärzte, niedergelassene Ärzte, Veterinärbereich (Seuchenprävention), Hygiene, etc.)

Anmeldung: Formlos via E-Mail an anmeldung@saurugg.net mit Name, Funktion und Organisation

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl und dem Ziel, eine möglichst hohe Diversität an Teilnehmern zu erreichen, ersuchen wir pro Einrichtung max. 2 Teilnehmer anzumelden. Wir nehmen jedoch gerne Reserveanmeldungen für allfällige Restplätze bzw. als Ersatz für kurzfristige Absagen an.

Kosten: Die Teilnahme ist kostenlos. Die Mittagsverpflegung wird durch das Wiener Rote Kreuz zur Verfügung gestellt.

Die Veranstaltung wird durch den österreichischen Blackout-Experten Herbert Saurugg organisiert.

Weiterführende Informationen und Hilfestellungen (Leitfäden) für die Vorbereitung auf den Workshop/auf das Szenario „Blackout“ finden Sie unter www.saurugg.net.

Teilnehmende Organisationen

Bisher haben sich Teilnehmer aus folgenden Organisationen angemeldet (Stand: 06.08.18):

  • Amt der Kärntner Landesregierung
  • Amt der NÖ Landesregierung
  • Amt der Oö. Landesregierung
  • Arbeiter-Samariter-Bund Österreich
  • Barmherzige Schwestern Ordensklinikum Linz GmbH
  • Bezirksalten- und Pflegeheim Ried im Innkreis
  • Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf
  • Bezirkshauptmannschaft Murtal
  • Bezirkshauptmannschaft Ried
  • Bezirksvorstehung Penzing
  • BFKdo Amstetten
  • Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort
  • Caritas Wien
  • gespag
  • Johanniter Österreich Service gemeinnützige GmbH
  • Krankenanstaltenges.m.b.H.
  • Landeskrankenhaus Feldkirch
  • Landeskrankenhaus Schärding
  • Landeskrankenhaus-Univ. Klinikum Graz
  • MA 15 – Gesundheitsdienst der Stadt Wien
  • MA 60 – Veterinärdienste und Tierschutz Wien
  • MA 70 – Berufsrettung Wien
  • Magistrat der Stadt Wiener Neustadt
  • OHconstruct
  • Österreichische Apothekerkammer
  • Österreichischer Bundesfeuerwehrverband
  • Österreichische Diabetes Gesellschaft
  • Österreichisches Rotes Kreuz
  • Österreichischer Städtebund
  • Samariterbund Linz
  • SMZ Ost der Stadt Wien
  • Sozialhilfeverband Bruck-Mürzzuschlag
  • Therapiezentrum Ybbs/Donau
  • VAMED-KMB
  • Verein GAIA
  • Wiener Krankenanstaltenverbund

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