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Novelle Telekommunikationsgesetz / Streichung Amateurfunkgesetz

 

Das BMVIT hat einen Entwurf des Telekommikationsgesetzes (TKG) veröffentlicht, welches das bisherige Amateurfunkgesetz  (AFG) mit einbeziehen und beinhalten soll (Begutachtungsfrist bis 31.7.2018).
Das Amateurfunkgesetz in der bestehenden Form sollte damit entfallen.

Leider sind in diesem Entwurf einige Verschlechterungen für den Amateurfunk in Österreich enthalten:

  • Schutz vor schädlichen Störungen nicht mehr gewährleistet
  • Lizenzen von Funkamateuren sollen auf 5 Jahre befristet werden
  • keinerlei Liberalisierung von Regelungen
  • Valorisierung der Gebühren

Die auch aus meiner Sicht positive und völlig unverzichtbare Aufgabe der Amateurfunker im Katastrophenschutz wird mit diesem Gesetzesentwurf wieder ausgehöhlt, da damit ein deutliches Absinken der Anzahl der Amateurfunkstellen verbunden sein wird. Der Dachverband er Funkamateure (ÖVSV) hat dazu ein Gutachten erstellt. Dieses Dokument wurde mit Unterstützung von Dr. Anton Ullmann, Dr. Markus Zorn, Ing. Manfred Mauler und Ing. Michael Zwingl erstellt.

Bereits 2014 wurde mit dem ÖVSV Dachverband eine Änderung des AFG besprochen. Diese Vorschläge hatten keine Vorteile gegenüber dem AFG von 1999. Es wurde der „Remote-Betrieb“ ins Spiel gebracht, der jedoch auch in der geltenden Version des AFG zulässig ist. Der ÖVSV hat diesbezüglich ein Rechtsgutachten1 erstellen lassen. Daher hat der ÖVSV den Vorschlag der OFB2 abgelehnt und das auch in einem Gespräch mit der OFB und dem Ministerium detailliert dargestellt.

Vom BMVIT wurde eine Änderung des Amateurfunkregulativs am 3. Juli 2018 zur Begutachtung publiziert. Die Analyse ergibt, dass die Regelungen des Amateurfunkdienstes laut Textierung im Begutachtungsverfahren in das TKG (Telekommunikationsgesetz) integriert wurden und das eigenständige Amateurfunkgesetz aufgelassen werden soll. Es sind alle Punkte, die wir 2014 bereits abgelehnt haben, wieder enthalten, und der ÖVSV wurde zu keiner Abstimmung vorab eingeladen.

Dieses Dokument soll Ihnen helfen, die geplanten Änderungen des Amateurfunkrechtes nachzuvollziehen und die negativen Veränderungen bewerten zu können.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass die Erläuterungen zu dem Entwurf nur Anmerkungen und keine rechtlich verpflichtenden Zusagen sind.

Bitte unterstützen Sie den Amateurfunkdienst und senden Sie eine Stellungnahme. Folgendes Musterschreiben wurde vom ÖVSV zur Verfügung gestellt.

Bitte senden Sie Ihre Stellungnahme bis 31. Juli 2018 über das Begutachtungsverfahren online. Stellungnahmen können sowohl von jedem/r Bürger/Bürgerin ab dem vollendeten 16. Lebensjahr als auch von Vertreterinne und Vertretern einer Organisation (z. B. Verein) eingebracht werden. Sie können auch einer bereits eingebrachten Stellungnahme zustimmen.

Für das Präsidium des ÖVSV Michael Kastelic OE1MCU Vizepräsident des ÖVSV

Update 190718 – Gesetzesänderung des AFG hat unabsehbare Folgen für den Zivilschutz

Quelle: www.pressetext.com

Die Gesetzesnovelle des österreichischen Amateurfunkgesetzes gefährdet die öffentliche Sicherheit im Katastrophenfall, vor allem im wahrscheinlichen Fall eines längeren Blackouts.

Öffentliche und private Kommunikation ist für unsere Gesellschaft überlebensnotwendig. Die immer sensibleren Netze und potentiellen Gefahren durch technische Gebrechen, Naturkatastrophen und subversive Angriffe erhöhen die Wahrscheinlichkeit eines großflächigen Blackouts. Binnen kürzester Zeit stehen dann keine Kommunikationsmittel zur Verfügung, mit der öffentliche Stellen die Ordnung aufrechterhalten können. Weitestgehend unbemerkt, aber leistungsstark, spannt sich über ganz Österreich das Kommunikationsnetz der Funkamateure. Errichtet und betrieben ausschließlich durch private Initiative und Gelder. Die Infrastruktur ist ähnlich dem Internet und vollkommen redundant aufgebaut und auch weitestgehend autark von öffentlicher Stromversorgung. Durch eine Vielzahl von international harmonisierten Frequenzen für den Amateurfunk ist nicht nur die nationale, sondern auch internationale Kommunikation möglich. Eine Kombination aus High- und Lowtechsystemen garantiert zusätzlich die hohe Stabilität der technischen Einrichtungen unter noch so widrigen Bedingungen. Die Funkamateure und deren nationale Vertretung der ÖVSV kooperieren mit Zivilschutz, Rettungsorganisationen, Suchhundestaffeln, dem Österreichischen Bundesheer und vielen anderen freiwilligen und staatlichen Organisationen.

Das Netz der Funkamateure kann und wird in einem Blackoutfall einen Großteil lokaler und nationaler Kommunikationsaufgaben abwickeln können. Dies wurde und wird bei vielen Ereignissen bereits bewiesen. Zu nennen sind an dieser Stelle die Unterstützung der Rettung der Jungen aus der Höhle in Thailand, das Erdbeben in Haiti, in Nepal oder auch der Tsunami 2004 – aber auch in unserer Nähe, bei der Hamburger Sturmflut, dem Eisregen in Slowenien, den Überschwemmungen im Kamptal oder der Lawinenkatastrophe in Galtür. Durch die geplante Gesetzesänderung soll diese Stütze stark beschnitten werden. Alle Funkamateure verlieren ihre Lizenz! Das eigenständige Durchführen von Not- & Katastrophenfunk, bisher Teil der Definition des Amateurfunkdienstes, soll gestrichen werden. Durch die Eingliederung des privaten und nicht kommerziellen Amateurfunkdienstes in das kommerzielle TKG sind die möglichen Auswirkungen auf die öffentliche Sicherheit Österreichs kaum absehbar.

Der Amateurfunk ist derzeit ein gesetzlich verankerter Funkdienst, der von Amateuren weltweit betrieben wird und wichtige gesellschaftliche Aufgaben in der Katastrophenhilfe, Zivilschutz und bei Ausfall von öffentlicher Infrastruktur erfüllt. Zusätzlich wurden und werden aufgrund privater Initiative auch in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen maßgebliche Entwicklungen erprobt, gelehrt und versucht, die den Einzug in die Industrie und in die private Telekommunikation gefunden haben. Der Wirtschaftsstandort Österreich zählt auf qualifizierte Nachrichtentechniker. Die moderne “Handywelt”, WLAN und andere moderne Telekommunikationstechnologien, die für die Aufrechterhaltung des heutigen Lebens notwendig sind, würde es ohne private Entwicklungen aus den Reihen ambitionierter Funkamateure wahrscheinlich so nicht geben, und dies bereits seit fast 100 Jahren in Österreich und weltweit.

Helfen Sie mit, diese wichtige privat betriebene Errungenschaft zu erhalten und geben Sie Ihre Unterstützung zu Ihrer eigenen zivilen Sicherheit hier an: https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVI/ME/ME_00063/index.shtml

(Der) Amateurfunk ist ein technisch-experimenteller Funkdienst, der in Österreich durch das Amateurfunkgesetz, einen Bestandteil des Telekommunikationsrechtes, reglementiert ist. Weltweit genießen die Interessen von Funkamateuren aufgrund ihrer besonderen Leistungen im Hinblick auf technische Entwicklung und ihrer strukturellen Unterstützung in Not- und Katastrophenfällen den besonderen Schutz durch anerkanntes Völkerrecht der ITU. Informationen über den Amateurfunkdienst und die Leistungen von österreichischen Funkamateuren finden Sie auf der Homepage des österreichischen Versuchssenderverbandes unter: http://www.oevsv.at

Update 240718: Amateurfunkdienst steht vor einer Neuregulierung

Quelle: futurezone.at

Mitten im Sommer soll das Amateurfunkgesetz aufgelassen werden. Funkamateure warnen vor zahlreichen negativen Auswirkungen.

Viele Menschen glauben, dass es sich beim Amateurfunkdienst um eine Art „Hobbyfunk“ handelt. „Das ist ein Missverständnis. Es bedeutet nur, dass es sich um keinen kommerziellen Dienst handelt. Wir sind ein international geregelter Funkdienst mit Pflichten und Rechten“, erklärt Michael Zwingl aka „OE3MZC“, Präsident vom Dachverband der Funkamateure ÖVSV, im Gespräch mit der futurezone.

Das Netz der Funkamateure hilft im Not- und Katastrophenschutz und kann derzeit einen Großteil lokaler und nationaler Kommunikationsaufgaben abwickeln. Beispielsweise kann er bei einem kompletten Stromausfall, wenn die Handynetze etwa nach 30 Minuten ausfallen und nicht mehr verfügbar sind, noch kommunizieren.

Rasche Hilfe im Katastrophenfall

„Es sind gerade die Funkamateure, die in Not- und Katastrophenfällen schnell vor Ort sind und entsprechende Nachrichten weitergeben“ so Zwingl. Durch eine Vielzahl von international harmonisierten Frequenzen für den Amateurfunk ist nicht nur die nationale, sondern auch internationale Kommunikation möglich. Die Funkamateure kooperieren zudem mit Zivilschutz, Rettungsorganisationen, Suchhundestaffeln, dem Bundesheer und vielen anderen freiwilligen und staatlichen Organisationen.

Nun will das Infrastrukturministerium (BMVIT) das Amateurfunkgesetz auflassen und ins Telekommunikationsgesetz (TKG) integrieren. Die Begutachtungsfrist einer entsprechenden Gesetzesnovelle läuft noch bis 31. Juli. Hintergrund ist eine Verwaltungsvereinfachung. Mit der Integration in das TKG-Gesetz sind jedoch zahlreiche Änderungen geplant, die massive Auswirkungen auf den Amateurfunkdienst haben.

Auch der Katastrophenschutzexperte Herbert Saurugg, der sich mit IT-Sicherheit und Blackout beschäftigt, warnt: „Die aus meiner Sicht positive und völlig unverzichtbare Aufgabe der Funkamateure im Katastrophenschutz wird mit diesem Gesetzesentwurf ausgehöhlt, da damit ein deutliches Absinken der Anzahl der Amateurfunkstellen verbunden sein wird.“

Kommentar

Es ist äußerst ärgerlich, dass hier gerade eine sehr wichtige Rückfallebene im Fall eines weitreichenden Infrastrukturausfalls beschnitten werden soll. Der Nutzen dieser geplanten Gesetzesänderung ist nicht absehbar, der Schaden aber sehr wohl. Jeder Leser/Leserin sollte nach Möglichkeit das Recht zur Stellungnahme nutzen!

Update 300718: Stellungnahme Herbert Saurugg

Eingereicht am 30.07.18. (GZ: 455/SN-63/ME)

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit der im Betreff angeführten Änderung des TKG 2003 soll u.a. das Amateurfunkgesetz in das TKG 2003 integriert werden und dabei für den Amateurfunkdienst maßgebliche Regelungen geändert werden. Als Experte für die Vorbereitung auf den Ausfall lebenswichtiger Infrastrukturen beschäftige ich mich mit Szenarien, wo es zu einem Ausfall der gewohnten Infrastrukturen und damit Versorgung der Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern kommen könnte. Das zentrale Szenario ist dabei ein europaweiter Strom- und Infrastrukturausfall (“Blackout” – http://www.saurugg.net/strom-blackout), was ich aufgrund der aktuellen Entwicklungen binnen der nächsten fünf Jahre für sehr realistisch halte. Die staatliche Risikoanalyse der Schweiz erwartet ein solches Ereignis statistisch alle 30 Jahre (http://www.saurugg.net/2015/blog/stromversorgung/blackout-ist-groesstes-risiko-in-der-schweiz). Das letzte länderübergreifende Ereignis ist 42 Jahre her. Auch der deutsche Innenminister sprach 2016 vom wahrscheinlichsten Großkatastrophenereignis (http://www.saurugg.net/2016/blog/stromversorgung/blackout-die-wahrscheinlichste-katastrophe).

Besonders gravierend wirkt sich nach einem solchen Ereignis der Ausfall der Telekommunikationsversorgung aus. Hierbei ist zu erwarten, dass es nach dem Stromausfall zumindest noch mehrere Tage dauern wird, bis diese wieder ausreichend hochgefahren werden kann. Erfahrungen aus lokalen Ereignissen zeigen, dass im Infrastrukturbereich (24/7) bis zu 30 Prozent an Hardwareschäden (speziell Netzteile) auftreten können, was bei einem großflächigen Ereignis katastrophale Auswirkungen auf den Wiederanlauf hätte. Ohne Telekommunikationsversorgung gibt es auch keine Produktion, Logistik oder Treibstoffversorgung und damit auch keine Versorgung der Bevölkerung mit lebenswichtigen Gütern.

Die einzige wirkliche Rückfallebene stellt der Amateurfunkdienst dar, der auch speziell auf solche Situationen vorbereitet ist und wie unzählige Beispiele zeigen, auch dann noch funktioniert, wenn nichts mehr funktioniert oder andere Notstrukturen erst hochgefahren werden müssen. Egal ob beim aktuellen Höhlenunglück in Thailand, bei der Eiskatastrophe in Slowenien 2014 oder nach der Lawinenkatastrophe in Galtür. Es wäre daher äußerst kontraproduktiv, wenn durch die Abschaffung des Amateurfunkgesetzes diese wirklich wichtige Rückfallebene geschwächt werden würde, so wie das aufgrund der Stellungnahme des ÖVSV zu erwarten ist.

Das KIRAS-Sicherheitsforschungsprojekt Energiezelle F (http://www.saurugg.net/energiezellensystem/energiezelle-f) befasst sich mit der Krisenprävention und -bewältigung nach einem Blackout in einer Kleinstadt. Dazu haben wir auch die örtlichen Funkamateure eingeladen, sich einzubringen. Diese haben sich kurzfristig bereit erklärt, mit ihrem Know-how und Equipment ein Notfunksystem für die Stadt Feldbach aufzubauen. Dazu wurde bereits eigenständig und erfolgreich eine Übung und ein Funktionstest durchgeführt. Dies in der Freizeit und auf eigene Kosten. Für das Gemeinwohl.

Eine grundsätzlich zu begrüßende Verwaltungsvereinfachung könnte hier daher leicht zu unabsehbaren Nebenwirkungen führen, die nicht zur Sicherheit und zum Wohle der österreichischen Bevölkerung beitragen. So lange alles funktioniert, fällt das auch niemanden wirklich auf. Nur in der Krise ist es zu spät, wie gerade die aktuellen Waldbrände in Schweden oder Griechenland zeigen, wo sich ein leichtfertiger Umgang mit Krisenreaktionskräften nun rächt. Strukturen zu zerschlagen ist wesentlich einfacher, als neue und vor allem funktionierende wieder aufzubauen. Noch dazu, wo die bestehenden keine Mehrkosten verursachen bzw. auf das unverzichtbare Ehrenamt aufbauen.

Ich ersuche daher um eine umsichtige Prüfung der vom ÖVSV vorgebrachten Einwände, insbesondere ob der erwartbare Nutzen der Gesetzesänderung wirklich überwiegt und die potenziellen Nebenwirkungen ausreichend berücksichtigt wurden. Der Amateurfunkdienst ist eine wichtige Stütze für das Staatliche Krisen- und Katastrophenschutzmanagement (SKKM). Es geht daher weit mehr als nur um ein paar Formaländerungen.

Mit freundlichen Grüßen
Herbert Saurugg, MSc
Experte für die Vorbereitung auf den Ausfall lebenswichtiger Infrastrukturen

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12 Comments

  1. Franz Funk sagt:

    Das ist tatsächlich ein skandalöses Vorhaben. Die Funkamateure haben oft bewiesen, dass sie hervorragende Rückfallebene im Krisenfall darstellen und auch selbstständig bei Naturkatastrophen Hilfe herbeirufen und Katastrophenfunkdienste in sonst für Behörden unerreichbare Gebiete herstellen. Dies mit modernsten Mittel, eigenen Anlagen und freiwilligen Übungen.Ich glaube die leitenden Beamten in der PT2 und PT3 (BMVIT) wollen das vorsätzlich nicht verstehen. Amateurfunk abschaffen und alle Lizenzen erlöschen lassen, das geht gar nicht und ist der falsche Weg! Katastrofenschutz ist wichtiger Teil der zivilen Landesverteidigung von Österreichern für Österreich!

  2. Jürgen, OE5NIP sagt:

    Ja leider ist es so das bei uns in Österreich wohl gerade die Überregulierung passiert. Zusätzlich wird es somit auch dem technischen Nachwuchs die Möglichkeit genommen sich auch im Hobby einzubringen, gar nicht von dem zu Reden welche Möglichkeiten anderswo gegen sind.

    Somit braucht man sich auch nicht Beschweren das wir in diesem Bereich keinen Nachwuchs mehr bekommen in der Menge die benötigt wird. Das umfasst nicht nur die Funktechnik sondern auch Bereiche wie IT, Management, Ersthelfer die wie sonst auch im Ehrenamt tätig sind, das ja der Amateurfunk ja auch ist.

    Derzeit kann man Sagen das wir in Österreich am schlechtesten jetzt schon gestellt sind, wenn es um Regulierung geht, bezogen auf den Amateurfunk.

    Viele Länder auf der ganzen Welt haben diesen Bereich gestärkt und sogar mehr Freiheiten gegeben, in Österreich genau das Gegenteil der Fall und jetzt will man noch mehr in die Falsche Richtung gehen.

    Es gibt und gab ja schon des öfteren Black Outs in Österreich, und die Möglichkeiten sind ja immer beschränkt, und wurde in den letzten Jahren gerne vom Staat angenommen das die Funkamateure ihre Hilfe anbieten und das sogar KOSTENLOS!

    Nur wer nicht **ÜBT**BEREIT**DA**IST** der kann nicht helfen.

    Oder wollen wir in Zukunft den SPRUCH “Ist da jemand der mir helfen kann, leider nein haben wir selber verhindert” als Standardspruch

    haben?

    Also Leute hört auf und hört auf die Leute die helfen können und auch wollen.

    Es ist bekannt das selbst die USA, Russland und viele andere Länder aktiv auf die Netzte angewiesen sind und dort ist man sich der Tragweite solcher Entscheidungen schon bewußt geworden.

    Das hier im Juli so ein Vorhaben gestartet worden ist ohne die Betroffenen einzuladen da mitzuwirken das hat für mich schon Verwunderung ausgelöst, solch einen Umgang mit Demokratie ist doch etwas Ärgerlich……

  3. Dorothe Lang sagt:

    Auch in der Steiermark:
    Das Referat Not- und Katastrophenfunk des ÖVSV, Landesverband Steiermark, ist fix in die Mechanismen des Katastrophenschutzes in der Steiermark fix eingebunden, wie uns Herr Günter HOHENBERGER, MSc, der Referatsleiter Landeswarnzentrale, anlässlich eines Besuches im Rahmen einer gesamtösterreichischen GLV-Tagung, erläuterte. Davon, dass eine entsprechende Anlage zur Verfügung steht, konnten wir uns überzeugen.

    In Tirol wurde 2007 ein Not- und Katastrophenfunkseminar durchgeführt vom Amt der Tiroler Landesregierung, Abt. für Zivil- und Katastrophenschutz, Landeswarnzentrale und dem ÖVSV Landesverband Tirol, Referat für Not- und Katastrophenfunk

    http://afu.mauler.info/downloads/diverse/Notfunkseminar_OE7_2007.pdf

    Im Krisenstab der Bezirke sollte grundsätzlich ein Amateurfunker / eine Amateurfunkerin eingebunden sein, was in vielen Krisenstäben bereits gang und gäbe ist.

    Ergänzend zu den aktuellen Hilfen durch Amateurfunk darf an Galtür erinnert werden, wo nur durch Amateurfunk Erstkontakte möglich waren.

  4. Gert, OE3ZK sagt:

    Die bevorstehende und nur noch bis zum 31.07.2018 in Begutachtung befindliche Integration des Amateurfunkgesetzes (AFG) in das Telekommunikationsgesetz (TKG) würde schwerwiegende Änderungen und Nachteile für etwa 6500 staatlich geprüfte Funkamateure in Österreich und für den Zivilschutz, sowie einen erhöhten Verwaltungs- und Kostenaufwand für die regulierende Fernmeldebehörde mit sich bringen.

    Der Amateurfunkdienst ist ein von der internationalen Fernmeldeunion (ITU) geregelter Funkdienst, in etwa gleichwertig mit anderen Sicherheitsfunkdiensten, wie z.B. dem internationalen Seefunkdienst und Flugfunkdienst (siehe http://life.itu.int/radioclub/ars.htm und https://www.itu.int/en/ITU-R/information/Pages/default.aspx sowie http://life.itu.int/radioclub/rr/art25.pdf ).

    Der Amateurfunkdienst hat somit keine Stellung im kommerziellen Telekomwettbewerb!

    Bei dem Telekommunikationsgesetz (TKG) handelt es sich jedoch um ein für kommerzielle Zwecke gedachtes und auf dieses ausgelegte Gesetz, das in Bezug auf den Amateurfunk völlig danebengreifen würde.

    Zu befürchten ist daher eine wesentliche (beabsichtigte?) Demotivation der Funkamateure in Österreich und in weiterer Folge ein gravierender Schaden für unser Land:

    Da uns in Europa größere Erfahrungen mit Naturkatastrophen zum Glück immer noch fehlen, wird dem Amateurfunkdienst auf unserem Kontinent im Gegensatz zu Nordamerika oder Asien öffentlich nur wenig Beachtung geschenkt. Trotzdem sei auf die Innovationskraft der Funkamateure anlässlich der vor kurzem stattgefundenen Höhlenrettung von Jugendlichen in Thailand hier beispielhaft hingewiesen: https://hackaday.com/2018/07/11/ham-designed-gear-used-in-thailand-cave-rescue/
    (Behördenfunk und Smartphone funktionieren in Höhlen nicht, mithilfe eines von Funkamateuren entwickelten Langwellensystems konnte jedoch tief in das Erdreich vorgedrungen und so die Höhlenkommunikation sichergestellt werden.)

    Auch in Österreich, beispielsweise beim Lawinenunglück von Galtür 1999, konnte sich der Amateurfunkdienst in Bezug auf Notfallkommunikation jedoch bereits profilieren:
    https://wiki.oevsv.at/index.php?title=Lawinenungl%C3%BCck_in_Galt%C3%BCr

    Oder auch beim Eissturm in Slowenien 2014:
    http://www.ffdoeppling.at/index.php/bewerbe-sp-31616/357-19-02-14-unser-bi-manfred-krenn-im-not-katastrophenfunk-der-oesterreichischen-funkamateure-eingesetzt-slowenieneinsatz

    Eine kurze Zusammenfassung der Kompetenzen der Funkamateure in Notfällen finden Sie hier:
    http://wiki.oevsv.at/index.php?title=Kategorie:NOTFUNK#Kompetenz_der_Funkamateure

  5. Der Amateurfunk ist weit mehr als ein Hobby, er ist ein internationaler Funkdienst! Etliche Funkamateure sind im Ausbildungsbetrieb engagiert, viele kümmern sich ehrenamtlich um die Instandhaltung von Relais, andere haben sich – wie ich – dem Not- und Katastrophenfunk verschrieben. All dies und noch viel mehr passiert tagtäglich, ehrenamtlich, unentgeltlich, in der Freizeit und zum Wohl der Allgemeinheit.

    Der Schutz vor schädlichen Störungen ist dafür die Grundlage. Das AFG hat innerhalb des TKG überhaupt nichts verloren! Da werden unter dem Vorwand der Vereinfachung zwei vollkommen unterschiedliche Welten vermischt. Das Gegenteil ist der Fall: Wenn Turnusmäßig Lizenzen auslaufen, muss erst wieder die Behörde zur Wiedererlangung eingebunden werden. Es ist zu befürchten, dass sich viele diese Behördenläufe nicht antun werden. Selbst Experten wie Herbert Saurugg haben sich explizit gegen dieses Gesetzesvorhaben ausgesprochen.

    Daher:

    – Das AFG raus aus dem TKG und als eigenständiges Gesetz mit den bestehenden Regelungen erhalten und Erleichterungen ermöglichen! Nur so ist die Weiterentwicklung des Amateurfunkdienstes gewährleiset.

  6. Erich Seidl sagt:

    Haben wir mit dieser Regierung – in Bezug auf den Amateurfunk – bald Zustände wie in
    Turkmenistan (EZ), Eritrea (E3), Yemen (7O) oder Lybien (5A). Ich hoffe, es kommt nicht so weit.

  7. Dorothe OE5LDO sagt:

    Stell dir vor,…. der Strom ist weg und es funktioniert nichts mehr so wie gewohnt!
    Kärnten wird das in einer großangelegten Übung zwischen 13. und 15. November in Ostkärnten und zwar in den Bezirken Wolfsberg, Völkermarkt, St. Veit an der Glan, Klagenfurt Land und Klagenfurt Stadt 72 Stunden testen.
    Nachzulesen hier: https://kaernten.orf.at/news/stories/2924135/
    Markus Hudobnik, der Katastrophenschutzbeauftragte des Landes stellt fest, die Frage sei nicht, ob ein Blackout eintritt, sondern wann und meint folgerichtig, Analogfunk sei dem Digitalfunk voraus.
    Für die Begutachtung ist das Ergebnis wohl zu spät, doch stellt sich die Frage, ob die Verantwortlichen im bmvit das Thema Blackout und die damit verbundenen Kommunikationsprobleme ausreichend bedacht haben und sich der Verantwortung bewusst sind, Amateurfunk quasi „ausschalten“ zu wollen, weil ja ohnehin nur „belanglose“ [siehe § 78b. (1) 3. Bemerkungen persönlicher Natur oder bildliche Darstellungen, für die wegen ihrer Belanglosigkeit eine Inanspruchnahme von Telekommunikationsdiensten billigerweise nicht verlangt werden kann] Dinge, die ja verboten werden sollen, „gequatscht“ werden…

  8. Gerhard Kmet sagt:

    Zur Erinnerung, hier ein Video aus dem Jahre 2012 > http://www.medioline.tv/

    Mit dem Entwurf zum TKG wird mit einem Federstrich alles zunichte gemacht, was in Jahrzehnten in OE aufgebaut wurde.

    Sendet Eure Stellungnahmen per E-Mail an begutachtung@parlament.gv.at

    73
    Gert, OE3ZK

  9. Gerhard Kmet sagt:

    Hier ein Kommentar zur aktuellen TKG-Diskussion von einem Funkfreund aus Kalifornien:

    Ich verfolge die Diskussion in OE gespannt. Im Prinzip geht es darum, dass kommerzielle Anbieter den Funkamateuren das wertvolle Spektrum nehmen wollen. Das ist hüben wie drüben gleich. Nur: bei uns ist das wesentlich schwerer, wenn bei jeder Naturkatastrophe die kommerziellen über Wochen und Monate ausfallen und Funkamateure jedes Mal mit Bravour in die Bresche springen. Ob bei Hurricane Andrew, Katrina oder letztes Jahr in Puerto Rico, Funkamateure und ihre Netze zählen immer zu den wenigen Erfolgsstories.

    Vor allem der Notfunk ist das Gesicht des Amateurfunks, denn der Notfunk ist das Thema, an dem die Bevölkerung interessiert ist. Da muss das Marketing ansetzen. Wir haben am Dienstag einen Vortrag zum Thema AREDN MESH beim alt-ehrwürdigen Pasadena Radio Club gehalten, dem viele der traditionellen Clubmitglieder ferngeblieben sind – und trotzdem war kein Platz mehr frei und Leute haben uns im Stehen zugehört und wir haben danach so lange mit Leuten gesprochen, dass uns der Sicherheitsdienst das Gebäude aufschließen musste. Das Interesse ist da, und der Notfunk ist für viele der Einstieg. Das wollen einige Funkamateure nicht wahrhaben, aber wer den Notfunk vernachlässigt, schadet dem Amateurfunk insgesamt.

    Ich würde meine Bestrebungen an eurer Stelle auch auf die Landeshauptleute konzentrieren. Die haben einerseits die Macht, den Bund zu stoppen, und andererseits ein Interesse sowohl im Katastrophenschutz als auch in der Bildung gut dazustehen.

    Aber zurück zum Thema:

    Amateurfunk hat einen großen Wert für die Gesellschaft, vor allem der Notfunk. Funkamateure leben schon jetzt im ganzen Land verteilt und können im Katastrophenfall in Windeseile Netzwerke aufstellen und lokal, regional und auf Bundesebene effektiv kommunizieren lange bevor Militär oder kommerzielle Anbieter mobilisiert sind. Dazu brauchen sie aber die Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln, neue Technologien zu integrieren und bewährte Technologien zu modernisieren. Dafür wiederum braucht es einen rechtssicheren Zugang zu allen Teilen des Spektrums.
    Funkamateure sind hochqualifizierte Ersthelfer, die in der Chaosphase eines Katastrophenfalls lebensnotwendige Kommunikation aufrechterhalten wenn alles andere versagt. Als Kommunikationsbackup sind sie unverzichtbar, ein Umstand, dem Los Angeles County, mit immerhin 10 Millionen Einwohnern 15% bevölkerungsreicher als Österreich, Rechnung trägt, sei es durch den eigenen Los Angeles County Disaster Communications Service oder durch Kooperation mit ARES LAX, der die Kommunikation der Krankenhäuser im County im Katastrophenfall sicherstellt.

    Amateurfunk spielt außerdem eine wichtige Rolle in der STEM Bildung, d.h. Science, Technology, Engineering und Mathematics. Es gibt kaum andere Hobbies, die es jungen Menschen ermöglichen, praktische Erfahrungen in Technologie und Ingenieurskunst zu sammeln, dabei zu experimentieren und ihr Schulwissen in Physik und Mathematik anzuwenden. Das Amateurfunk MESH, zum Beispiel, bietet die Möglichkeit Programmierfähigkeiten mit Technik zu verbinden, zu testen und zu verbessern. Funkamateure entwickeln Satelliten, erfinden neue Software, erforschen Funkwellenausbreitungsphänomene aller Art, kurz: sie lösen die Probleme der kommunikationsorientierten modernen Gesellschaft.
    In einer Welt, die immer mehr von Hochtechnologie bestimmt wird, bietet Amateurfunk angehenden Wissenschaftlern, Technikern, Ingenieuren, Physikern und Mathematikern eine einzigartige Möglichkeit wichtige Erfahrung zu sammeln. Das wissen Länder, wie China und Japan, die sehr in zukunftsorientierte Technologien investieren, zu nutzen, und fördern daher Funkamateure auf allen Ebenen. Österreich als große Handelsnation will auch weiterhin in Sachen Technologie eine Führungsrolle einnehmen. Ein aktiver, lebendiger Amateurfunk fördert dieses Ziel.

    Ich hoffe, das hilft. Ihr tut viel Gutes, das müsst ihr auch hervorstreichen!

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