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Die Stadt als virtueller Energiespeicher

 

Quelle: www.bine.info

Wissenschaftler aus Forschung, Industrie und kommunalen Unternehmen entwickelten im Projekt „Stadt als Speicher“ ein Managementsystem, das KWK-Anlagen, Wärmepumpen, Nachtspeicherheizungen, PV-Batterien und weitere Anlagen bündelt. Ein abschließender Feldtest zeigte, wie Speicher, Erzeuger und Lasten im koordinierten Betrieb als virtueller Energiespeicher das Stromnetz unterstützen.

Virtuelle Speicher in urbanen Regionen können bereits heute zu stabilen Stromnetzen beitragen. Zu dieser Quintessenz gelangten die Wissenschaftler nach Abschluss ihrer theoretischen und praktischen Untersuchungen. Ein großes Speicherpotenzial versteckt sich derzeit ungenutzt in den verschiedenen Anlagen der Verteilnetze. Durch Bündelung zu einem virtuellen Energiespeicher kann dieses Potenzial für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien genutzt werden. Simulationsrechnungen für die Modellregionen Herten und Wunsiedel ergaben ein erschließbares Speicherpotenzial von durchschnittlich 5 bzw. 3 MWh. Hochgerechnet auf das gesamte Bundesgebiet könnten virtuelle Speicher die Leistung der heute vorhandenen Pumpspeicherwerke übertreffen.

Das Forschungsprojekt zeigt auf, wie dies umgesetzt werden kann, aber auch, welche technischen und regulatorischen Hürden noch zu überwinden sind. Ein Feldtest in der Modellregion sollte zeigen, ob sich die erarbeiteten Modelle und technischen Lösungen in der Praxis bewähren.

Grundsätzlich können alle betrachteten Technologien in einen virtuellen Speicher integriert werden, jedoch mit sehr unterschiedlichen Potenzialen. Bei kleineren Anlagen wie Wärmepumpen wird der Wärmespeicher in Kombination mit fehlenden Wärmemengenmessungen schnell zum begrenzenden Faktor. Hier erwies sich die Umrüstung auf einen größeren Pufferspeicher als sinnvoll, stellte aber gleichzeitig hohe Anforderungen an die Steuerung vor Ort. Bestehende Elektrospeicherheizungen können unter bestimmten Randbedingungen im Verhältnis zu den erforderlichen Umbaumaßnahmen eine hohe Flexibilität in der Praxis bieten. Bei Batteriespeichern, insbesondere in Kombination mit einer PV-Anlage, ist individuell zu prüfen, ob ein kombinierter Betrieb unter Einbezug des Eigenverbrauchs einer rein marktbezogenen Optimierung vorzuziehen ist.

Kommentar

Ein erfreuliches Beispiel für das notwendige Energiezellensystem, gleichwohl es auch zeigt, dass wir noch weit am Anfang stehen. Aber immerhin werden damit wichtige Grundlagen geschaffen, auf die weiter aufzubauen ist. Noch schöner wäre, wenn das ganze auch gleich in Richtung notversorgungsfähiger Energiezelle weitergedacht und getrieben werden würde. Das ist wahrscheinlich kein allzu großer Schritt mehr, würde aber einen erheblichen Mehrwert schaffen.

Zum Forschungsprojekt

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