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Tippfehler löste Störung in Amazons Webservice aus

 

Quelle: orf.at

Die Störung in Amazons Webservice, die am Dienstag stundenlang diverse Websites beeinträchtigt hat, ist durch einen Tippfehler ausgelöst worden. Ein Mitarbeiter habe bei Wartungsarbeiten etwas Speicherkapazität abschalten wollen, sagte der Onlinehändler und Cloudanbieter gestern am späten Abend.

Durch einen fehlerhaft eingegebenen Befehl seien jedoch auf einen Schlag zu viele Server des Amazon-Speicherdienstes S3 vom Netz gegangen. Das habe eine Kettenreaktion in anderen Systemen ausgelöst, die dadurch einen Neustart benötigten. Eines der Untersysteme verwaltete die Informationen zum Speicherort aller Dateien in der Region, was auch das Ausmaß der Probleme erklärt.

Amazon ergriff Konsequenzen

Die Störungen dauerten rund vier Stunden. Probleme hatten unter anderem die Foto-App Snapchat, die Reisewebsite Expedia, Medienwebsites wie Buzzfeed und Medium. Nutzer berichteten auch, dass Amazons sprechende Assistenzsoftware Alexa in Mitleidenschaft gezogen worden sei. Auch die Amazon-Seite funktionierte nicht mehr.

Amazon ergriff Konsequenzen. Durch eine Änderung kann nun nicht mehr so viel Speicherkapazität auf einmal vom Netz genommen werden, dass die Systeme unter ein bestimmtes Funktionsniveau rutschen. Außerdem soll dafür gesorgt werden, dass die Störungsanzeige stets korrekte Informationen anzeigt.

Kommentar

Ein Musterbeispiel für “kleine Ursache, große Wirkung” und dem Verhalten von komplexen Systemen. Lange Zeit geht alles in Ordnung und auf einmal kann eine kleine Unachtsamkeit eine völlig unerwartete (Über-)Reaktion auslösen. Wobei “völlig unerwartet” kann man das in diesem Fall nicht bezeichnen, da man offensichtlich bisher auf einfachste Grundregeln wie einer Plausibilitätsprüfungen verzichtet hat. Und leider ist das keine Ausnahme, sondern die Regel, wie immer wieder praktische Vorfälle zeigen. Meistens bleibt es im kleinen oder verborgenen, manchmal kann es aber auch in die Katastrophe führen. Daher reicht es auch nicht auch, sich nur mit den wahrscheinlichsten Szenarien zu beschäftigen. Hier war kein ausgefinkelter Cyber-Angriff erforderlich. Die Eigenkomplexität und das bestandene systemische Risiko hat ausgereicht. Man kann nicht alles verhindern, schon gar nicht das, auf was man gar nicht gedacht hat.

 

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  3. […] Ein ähnliches Beispiel gab es ja auch unlängst beim großen Ausfall bei amazon (Tippfehler löste Störung in Amazons Webservice aus). Es deutet daher eher darauf hin, dass wir mit einfachen Erklärungsmodellen komplexe […]

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