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Diesel und Benzin werden in Ostdeutschland knapp

 

Quelle: www.welt.de

Wegen eines Zwischenfalls in Deutschlands zweitgrößter Raffinerie geht den ersten Tankstellen der Kraftstoff aus. Betroffen sind mehr als tausend Stationen, die aufwendig versorgt werden müssen – das kann noch Wochen dauern.

Dieser Teil der Anlage ist das Zentrum der Produktion, durch seinen Ausfall können nun weder Benzin noch Diesel hergestellt werden. Derzeit ist völlig offen, wann die Raffinerie wieder einwandfrei arbeiten wird. Experten schätzen, dass es einige Wochen dauern kann, den Schaden zu beheben. Die Bedeutung des Produktionsstandortes ist groß, immerhin versorgt Leuna direkt 1300 Tankstellen in Ostdeutschland.

Wie es bei solchen Vorfällen nicht unüblich ist, spielte der Konzern Total die Auswirkungen zunächst herunter. „Die Versorgung der Tankstellen wird alternativ sichergestellt“, hieß es noch in der vergangenen Woche. Doch nun ist offensichtlich: Der Nachschub für die Tankstellen klappt nicht.

Auslöser sind der Stillstand in Leuna und in der Folge die längeren Anfahrtszeiten aus anderen Tanklagern.

Das Problem hat deshalb weitreichende Folgen, weil Großraffinerien stets mehrere Ölkonzerne mit Benzin und Diesel beliefern.

Dennoch wird es nicht zu einem lang andauernden Benzinmangel in Mitteldeutschland kommen, denn dafür ist der Ölmarkt insgesamt zu gut versorgt. Es herrscht keine Knappheit an Rohöl und auch nicht an Ölprodukten wie Benzin und Diesel. Ebenso sind Raffineriekapazitäten in Deutschland ausreichend vorhanden.

Von der Logistik her ist es jedoch sehr wohl ein Problem, rasch Nachschub zu organisieren: Großstandorte wie Schwedt im Osten oder Gelsenkirchen und Augsburg im Westen liegen nicht in unmittelbarer Nähe. Tanklastzüge oder Kesselwagen der Bahn müssen organisiert werden. Das braucht Zeit und kostet Geld. Am Ende könnte es also durchaus dazu kommen, dass die Tankstellenpreise in einigen ostdeutschen Städten vorübergehend steigen werden.

Kommentar

Kleine Ursache, große Auswirkungen. Bei einer Anlage gibt es Alternativen, auch wenn es teurer wird. Aber wenn nach einem Blackout viele Bereiche mit Schäden betroffen sein werden, dann wird es ziemlich lang dauern, bis wir wieder zu einer Normalität zurückkehren werden können. Daher ist die Verhinderung auch sehr wichtig, jedoch gibt es derzeit kaum Schritte die mit den raschen negativen Auswirkungen mithalten können. Es kommt zu einer Komplexitätslücke … die Wahrscheinlichkeit für ein strategisches Schockereignis/X-Event steigt.

 

 

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