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Nur knapp am Blackout vorbeigeschrammt?

 

Quelle: www.srf.ch

  • Der Februar dieses Jahres geht als historischer Monat in die Schweizer Stromgeschichte ein.
  • Noch nie wurde in einem Monat so wenig Strom produziert – gleichzeitig erreichte der Import einen Höchststand.
  • Die Behörden kamen ob der Strom-Situation ziemlich ins Schwitzen.
  • Wer weiss, wie die Sache ausgegangen wäre, hätte sich der Februar wettermässig nicht als deutlich zu mild präsentiert.

Zu den Ausfällen von zwei AKWs in der Schweiz kamen weitere Sonderfaktoren dazu. So habe eine grosse Kälte geherrscht, ausserdem seien auch in Frankreich 20 Atomkraftwerke abgeschaltet gewesen, erinnert sich Renato Tami, Geschäftsführer der Elektrizitätskommission Elcom. Sie wacht im Auftrag des Bundes über die Versorgungssicherheit im Strombereich.

Dies führte dazu, dass in Frankreich akute Stromknappheit herrschte und die europäischen Strompreise massiv in die Höhe schnellten. Die Schweizer Stromproduzenten liessen sich diese Gelegenheit nicht entgehen: Die Speicherkraftwerke liessen in grossen Mengen Wasser aus ihren Stauseen durch die Turbinen und exportierten den teuren Strom vor allem nach Frankreich.

Das hatte Folgen. «Der Füllstand der Speicherseen erreichte im Januar einen historischen Tiefststand».

Das wiederum löste bei der Elcom Nervosität aus. «Wir hatten ein Problem, das sich in Bezug auf die Sicherstellung der Stromversorgung anbahnte», sagt Tami. Die Elcom habe deshalb Anfang Februar die Marktakteure zusammengerufen und sie an ihre Rolle bei der Versorgungssicherheit erinnert. Die Öffentlichkeit hat von all dem kaum etwas mitbekommen.

Erst jetzt zeigen neueste Zahlen des Bundesamtes für Energie zum Monat Februar, wie prekär die Situation damals gewesen ist: Nur gerade rund 3500 Gigawattstunden Strom haben Schweizer Kraftwerke produziert, so wenig wie noch nie in einem Monat. Im Februar 2016 waren es fast 1500 Gigawattstunden mehr gewesen. Trotzdem kam es diesen Februar aber nicht zu Stromausfällen.

Zum einen ist das dem vergleichsweise warmen Februar zu verdanken, wie der Elcom-Experte ausführt. Zudem sei das System «verhältnismässig robust». «Das erlaubt uns, bei solch aussergewöhnlichen Situationen sehr hohe Importe zu tätigen», so Tami.

Tatsächlich erreichten die Stromimporte im Februar 2017 denn auch einen neuen Rekord. Nie zuvor in der Schweizer Stromgeschichte war der Überschuss bei der Stromeinfuhr mit mehr als 2100 Gigawattstunden so gross.

Kommentar

Siehe auch Wasserkraft verhinderte BlackoutGewerkschaft: Ende Januar gab es einen Beinahe-BlackoutDie „Dunkelflaute“ bringt Deutschlands Stromversorgung ans LimitFRA: Bei Kältewellen drohen Versorgungsprobleme„Es gibt keinen Mangel an Strom“.

Bei einer Unterdeckung hätten noch rechtzeitige Flächenabschaltungen ein Blackout verhindern können, welche in Frankreich vorbereitet und an die Öffentlichkeit kommuniziert waren. Aber ein System, dass bereits an der Belastungsgrenze betrieben wird, wird anfälliger gegenüber zusätzlichen Störungen.

Wie die aktuelle Lage zeigt, ist viel häufiger Glück im Spiel, als wir wahrnehmen oder erwarten würden. Hätte es am Feiertag (15.06) die selbe Stromproduktionsmenge aus regenerative Erzeugung (DEU) wie am 12. oder am 16. Juni gegeben, dann hätten wir wieder erhebliche Negativpreise und noch mehr Systemeingriffe gesehen. Trotzdem mussten gestern Nachmittag wieder mehrere Gaskraftwerke (460 MWel) in Österreich zur Stützung der Systemsicherheit hochgefahren werden. Auch in der Vorwache ein ähnliches Bild und Stütungseinsätze von Gaskraftwerken mit 730 MWel.

 

 

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  1. […] Stromexport wird leider übersehen, dass andere Länder wie die Schweiz, Frankreich, Belgien oder auch Österreich im letzten Winter ganz genau davon abhängig […]

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