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Das monatliche Kriseninterview – MKI

 

Quelle: www.emerisis.com

Kaum ein Jahr hat so viele Krisen hervorgebracht wie das Jahr 2016. Die Migrationskrise, das Brexit-Referendum, die Wiederholung der Bundespräsidentenwahl, der Abgasskandal von Volkswagen, das Samsung Galaxy Note 7 Desaster,…

Mit unserer Interviewserie „Das monatliche Kriseninterview – MKI“ möchten wir Krisenbewusstsein bilden, Erfahrungen vermitteln und die Sichtweisen unserer Interviewpartner aus unterschiedlichsten Bereichen und Ländern wiedergeben – Denn Krise ist nicht gleich Krise! Bei unserem ersten Interview haben wir mit Herbert Saurugg, Experte für die Vorbereitung auf den Ausfall lebenswichtiger Infrastrukturen, gesprochen.

EINE KRISE HAT DAS POTENZIAL, DIE BETROFFENE ORGANISATION NACHHALTIG ZU SCHÄDIGEN

Emerisis: Was heißt für Sie Krise?

Herbert Saurugg: Der Begriff Krise wird für Vieles verwendet und unterliegt der jeweiligen subjektiven Betrachtung. Was für den einen bereits eine Krise darstellt, muss für den anderen oder für die Gesellschaft noch lange keine sein. Daher ist die Betrachtung immer kontextabhängig und relativ. Wenn man sich dann so wie ich mit der Möglichkeit eines europaweiten Strom- und Infrastrukturausfalls („Blackout“) beschäftigt, dann relativiert sich fast alles andere, was auch als Krise gelten kann. Das bedeutet jedoch nicht, dass man die anderen Auslöser oder Ereignisse nicht auch ernst nehmen muss. Aber wie man aktuell wieder sieht, kann man sich durchaus auch vor den „falschen Dingen“ fürchten. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass man bei uns in einen Terroranschlag verwickelt werden könnte, ist wohl ziemlich gering. Aus professioneller Sicht ist eine Krise ein Ereignis, das mit der Regelorganisation nicht mehr bewältigbar ist und das Potenzial hat, die betroffene Organisation nachhaltig zu schädigen. Es geht also um längerfristige Auswirkungen.

RUHE UND EINEN KÜHLEN KOPF BEWAHREN – VERNETZTES DENKEN

Emerisis: Was ist für Sie das Wichtigste in einer Krise? 

Herbert Saurugg: Ruhe und einen kühlen Kopf behalten, wozu eine gute Vorbereitung und Vernetzung Voraussetzung sind. Vernetztes Denken ermöglicht zudem die Erfassung der wirklich entscheidenden Aspekte und verhindert hoffentlich Aktionismus, der selten zum Erfolg führt.

GUTE KRISENVORSORGE, VORBEREITUNG UND TRAINING IST DER SCHLÜSSEL ZUM ERFOLG!

Emerisis: Wie kommt man am besten aus einer Krise?

Herbert Saurugg: Durch eine gute Krisenvorsorge, Vorbereitung und Training. Wir sehen leider häufig, dass fast die gesamte Energie in die Verhinderung von Ereignissen gesteckt wird, sofern sie nicht überhaupt ignoriert werden. Dabei wird leicht übersehen, dass es keine 100%ige Sicherheit gibt und daher die Bewältigungsfähigkeit in einer zunehmend volatilen, unsicheren, komplexen und ambivalenten Normalität das Um und Auf ist. Nicht die möglichen Auslöser, sondern der Umgang mit den erwartbaren Auswirkungen sollte dabei im Vordergrund stehen. Daher beginnt eine erfolgreiche Krisenbewältigung bereits weit vor der Krise, wozu es auch an einer organisatorischen Lernfähigkeit bedarf. Denn nur dann erfolgt die erforderliche Weiterentwicklung und Anpassung an sich ändernde Umfeldbedingungen.

 

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