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«Notfalltreffpunkt» – Selbstorganisation, wenn nichts mehr geht

 

Quelle: www.limmattalerzeitung.ch

Sie tasten sich in die Küche zum Radiogerät. Es lässt sich nicht einschalten. Auch der Fernseher springt nicht mehr an. Der Strom ist ausgefallen, ein komplettes Blackout.

Heute bliebe den Behörden nur eine Möglichkeit: Flugblätter abzuwerfen und zu hoffen, dass möglichst viele Menschen die Informationen erhalten würden. Damit der Informationsfluss auch in diesem Schreckensszenario gewährleistet bleibt, hat der Bevölkerungsschutz des Kantons Aargau zusammen mit dem Kanton Solothurn ein neues Sicherheitskonzept ausgearbeitet, welches er am Dienstagabend den Gemeinden vorstellte. Darin geht es um 26 Gefährdungsszenarien wie zum Beispiel Hochwasser, ein Terror-Anschlag oder ein Erdbeben. Die Lösung des Bevölkerungsschutzes bei einem Stromausfall: In jeder Gemeinde muss es mindestens einen sogenannten «Notfalltreffpunkt» geben, den jeder kennt. «Die Menschen können dann dorthin gehen und sich informieren. Falls notwendig, kann man auch eine Evakuierung vom Notfalltreffpunkt aus koordinieren», sagt Andreas Flückiger, Abteilungsleiter Militär und Bevölkerungsschutz des Kantons Aargau.

Der Notfalltreffpunkt wird in bekannten Gebäuden wie Gemeindehäusern, Turn- oder Mehrzweckhallen sein. Im Ernstfall wird der Zivilschutz den Treffpunkt betreiben und die Bevölkerung informieren. Im Minimum müssten zwei Mann anwesend sein, und das im 24-Stunden-Betrieb. Die Angehörigen des Zivilschutzes wären die Einzigen, die mittels dem geschützten Funknetz Polycom noch Anweisungen empfangen könnten.

Dass ein solches Notfallszenario nach einem Erdbeben angewendet werden muss, ist denkbar. Das Erdbeben vom vergangenen Montag mit der Stärke 4,6 auf der Richterskala ging noch glimpflich aus. Ein solch starkes Beben könnte eine ganze Region von der Stromzufuhr abschneiden. «Bei einem solchen Szenario werden wir alle froh sein, dass wir Notfalltreffpunkte eingerichtet haben», sagt Flückiger.

Der Zeitplan für die Gemeinden ist sportlich. Bis im Jahr 2019 müssen sie die Notfalltreffpunkte bestimmt und eingerichtet haben. Die Reaktionen aus den Kommunen sind positiv.

Kommentar

Das Notfalltreffpunkt-Konzept passt zu unserem Selbsthilfe-Basis-Konzept bzw. zum Berliner Kat-Leuchtturm- oder zum Tullner Notversorgungsstellen-Konzept. Ich schreibe dazu gerade an einem eigenen Beitrag, der in den nächsten Tagen online gehen wird. Nachdem es in Österreich für diesen Fall keinen operativen Zivilschutz wie  in der Schweiz gibt, wird die Organisation und Durchführung vor allem eine BürgerInnenaufgabe werden. Denn die Einsatzorganisationen werden mit anderen Aufgaben ausgelastet sein. Und es ist auch besonders wichtig, die Bevölkerung aktiv in die Krisenvorsorge und -bewältigung einzubinden.

 

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