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Regionaler Netzwiederaufbau – Krisenvorsorge und Teil einer robusten Infrastruktur

 

Auszüge aus dem Rückblick des Bereichs Netze / Oesterreichs Energie 2013 und 2014:

Auf internationalen Fachkonferenzen vertreten Experten vermehrt die Einschätzung, dass die Wahrscheinlichkeit eines großräumigen bzw. europaweiten Black-outs, mit unabsehbaren Folgen für die Gesellschaft, in den letzten Jahren signifikant gestiegen ist.

Dementsprechend wurden durch die Branche in Österreich nicht nur umfangreiche technische Maßnahmen zur Abwendung derartiger Großstörungen gesetzt, sondern auch Notfallkonzepte mit dem Ziel einer raschen Wiederherstellung der Stromversorgung nach einem Black-out erarbeitet und laufend angepasst. Auf Basis eines Netzwiederaufbaukonzeptes für das österreichische Übertragungsnetz wurden seit Jahrzehnten solche Konzepte für die einzelnen österreichischen Bundesländer in Zusammenarbeit der Übertragungsnetzbetreiber mit den angeschlossenen Verteilernetzbetreibern entwickelt.

Oesterreichs Energie setzt sich dafür ein, dass ein regionaler Netzwiederaufbau mit ausgewählten Kraftwerkseinheiten auf Bundesländer-Ebene auch weiterhin möglich ist. Dadurch soll, selbst bei voller Verfügbarkeit des überregionalen, österreichweiten Übertragungsnetzes, eine wesentliche Zeitersparnis bei der Wiederversorgung einzelner Bundesländer bzw. Ballungsräume bewirkt werden. Die Wirksamkeit dieser regionalen Netzwiederaufbaustrategie konnte mehrfach in Trainings nachgewiesen werden.

Ein „Weiterführen der Option des regionalen Inselaufbaus in Verteilernetzen“ ist aufgrund der ausschließlich auf das Übertragungsnetz abgestellten gesetzlichen Vorgaben § 40 (1) Z 15 ElWOG für die Zukunft gefährdet. Aufgrund der fehlenden gesetzlichen Regelung und der daraus abgeleiteten Frage der Kostenanerkennung, ist der Netzwiederaufbau mit regionalen Inselnetzen der Verteilernetze für die Zukunft aber nicht mehr gesichert.

Oesterreichs Energie begrüßt weiters den Beschluss der Landeshauptleutekonferenz vom 21. Mai 2014 zur Überarbeitung und Weiterentwicklung des Netzwiederaufbaukonzeptes durch die APG und entsprechender Inselnetzwiederaufbaukonzepte durch die Verteilernetzbetreiber nach einem Black-out. Die Aufforderung, dass die erforderlichen rechtlichen, wirtschaftlichen und technischen Voraussetzungen dafür geschaffen und insbesondere die dafür erforderlichen finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt werden, wird ebenfalls von Oesterreichs Energie unterstützt.

Kommentar

Der Vorstoß der Landeshauptleutekonferenz und Oesterreichs Energie wurde von der Regulierungsbehörde (E-Control) abgewiesen.

E-Control-Vorstand Walter Boltz zeigt sich unbeeindruckt: „Für ein extrem unwahrscheinliches Szenario Vorkehrungen zu treffen, die nur einen geringfügigen Vorteil bringen, halten wir nicht für gerechtfertigt.“
Siehe Elektrizitäswirtschaft warnt vor „großräumigen Blackout“

Siehe dazu weiters in: BlackÖ.2: Blackoutprävention und –intervention – Endbericht

Da jedoch einerseits – langfristig gesehen – die Gefahr großflächiger Stromausfälle zunehmen wird und andererseits sichergestellt werden muss, dass es auch dezentrale Aufbaumaßmöglichkeiten für den Fall gibt, dass das Übertragungsnetz nicht rasch wiederaufzubauen ist (weil es etwa durch gezielte Angriffe oder Naturereignisse ausgefallen ist), um so die Auswirkungen des Stromausfalls gerade in urbanen Räumen erheblich abzumildern, erscheint es ratsam, die aktuell bestehenden gesetzlichen Regelungen und Netzwiederaufbaukonzepte zu überarbeiten. Sinnvoll wäre ein abgestimmtes und koordiniertes österreichweites Aufbaukonzept der Übertragungsnetzbetreiber mit den Verteilernetzbetreibern, worin u.a. die zu treffenden Maßnahmen sowie die anfallenden Kosten drin verankert wären.

Der regionale Netzwiederaubau ist auch als ein wichtiger Teil eines Energiezellensystems zu sehen.

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