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Großbritannien kämpft gegen den Blackout

 

Quelle: www.wiwo.de

Wird es in Großbritannien kalt, droht der Blackout. Teile des Stromnetzes sind über 80 Jahre alt. Damit das Netz zu Hochverbrauchszeiten nicht zusammenbricht, gibt es Vorsorgemaßnahmen – die gehen zulasten der Industrie.

Denn die unsagbar hohen Strompreise, die ausschließlich zu diesen Triad genannten Stoßzeiten erhoben werden, sind unbezahlbar. „Statt des üblichen Preises müssen Unternehmen zu diesen Stoßzeiten dann etwa mit dem Hundertfachen rechnen“.

Würden Maßnahmen wie die Triads nicht durchgeführt, droht den Briten an kalten Wochentagen abends das Licht auszugehen. Wobei bei „kalt“ nicht unbedingt die Rede von krassen Minustemperaturen ist: „In Großbritannien haben Temperaturen um die null Grad schon einen erheblichen Einfluss“, erklärt Ferris. Die Ursachen für das Kälteproblem liegen zum einen darin, dass im Winter grundsätzlich mehr Strom verbraucht wird. Zum anderen liegen sie im britischen Stromnetz selbst. Im Winter weht an der schottischen Küste weniger Wind, wodurch eine starke und wichtige Stromquelle – die On-Shore-Parks in Schottland – weniger Strom liefert als sonst und als vor allem weniger als notwendig wäre.

Laut einer Analyse der britischen Energie-Regulierungsbehörde Ofgem sind deshalb Blackouts in den kälteren Monaten ohne Notfallmaßnahmen mehr als wahrscheinlich. Das Risiko sei dann so hoch, dass jeden Winter mindestens einmal definitiv damit gerechnet werden müsse, dass der Strom ausfalle und die Briten im Dunkeln sitzen.

Passiert ist das seit den 1970ern nicht mehr, so Ofgem, aber allein in diesem Winter stieg das Risiko von Blackouts so hoch wie seit dem Winter 2007/2008 nicht mehr, warnte der britische Übertragungsnetzbetreiber National Grid im Herbst. Deshalb scheint den Netzbetreibern keine andere Wahl zu bleiben als die Notfallmaßnahme des Triads.

Keine Besserung in Sicht – im Gegenteil

Die Chance für die Wirtschaft, dass die Triads bald weniger werden könnten, sind gering. Denn eine solide Alternative gibt es bislang nicht. Der Sicherheitspuffer durch die Notfallmaßnahmen zulasten der energie-intensiven Unternehmen ist einfach unverzichtbar.

Kommentar

Zum Glück ist das britische Stromnetz mit dem kerneuropäischen Stromnetz nur via Gleichstromverbindungen gekoppelt, wodurch sich ein Blackout nicht weiter ausbreiten kann.

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  1. […] Großbritannien kämpft gegen den Blackout– Auch in Großbritannien gibt es massive Probleme bei der Aufrechterhaltung der Stromversorgungssicherheit. Dabei spielen fehlende Investitionen in die Infrastruktur eine wesentliche Rolle. Bei Temperaturen unter 0°C werden massive Probleme erwartet. […]

  2. […] für den kommenden Winter Probleme bei der Stromversorgung angemeldet: Belgien, Frankreich, Großbritannien und die […]

  3. […] Eine empfehlenswerte Dokumentation zu den Verwerfungen am Strommarkt, zum Machtkampf zwischen zentralisierter und dezentralisierter Stromversorgungswelt, inkl. Machtmissbrauch und einer wankelmütigen Politik, die zur unplanbaren Rahmenbedingungen führt.  Zudem müssen in den nächsten Jahr(zehnt)en enorme Kosten für die Erdüchtigung des Stromnetzes – mit oder ohne Energiewende – erwartet werden („Aging Infrastruktures„; ab Minute 70 – Frankreich: seit 20 Jahren wurde nicht mehr in die Infrastruktur investiert, der Investitionsstau ist gewaltig. Alleine für den Nuklearsektor wären 65 Milliarden Euro erforderlich. Schätzungen gehen von einem Investitionsbedarf von 300 Milliarden Euro alleine für die französische Strominfrastruktur aus.). Ausgelöst wurde dies alles durch die Marktliberalisierung beginnend in Großbritannien im Jahr 1994 – „… sie sollte zur Entstehung einer neuen Welt führen, der Big-Pan hat stattgefunden, aber die Verheißung hat sich nicht erfüllt. (76′ bis zum Schluss)“- die Folgen: siehe Großbritannien kämpft gegen den Blackout. […]

  4. […] Bevölkerung zur Eigenvorsorg auf. Gerade bei einer Kältewelle werden auch die Schweiz, Großbritannien und Belgien selbst ihren Strom benötigen, da auch diese bereits vor Wochen im Fall einer […]

  5. […] – wovon auszugehen ist (derzeit haben bereits vier Länder – Belgien, Frankreich, Großbritannien und die Schweiz – gröbere Probleme bei der Stromversorgung für den kommenden […]

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