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Gefahr eines Blackouts – Eingriffskosten explodieren

 

Quelle: deutsche-wirtschafts-nachrichten.dewww.heise.dewww.faz.net

Die Anspannung im Stromnetz steigt schneller als erwartet. Die Stromkonzerne investierten 2015 die Rekordsumme von einer Milliarde Euro, um das Netz gegen einen Blackout zu sichern. Bezahlen müssen das die Konsumenten.

Bei der Energiewende haben Maßnahmen zur Abwehr eines Blackouts im Stromnetz im Vorjahr zu Rekordkosten von etwa einer Milliarde Euro geführt. Bezahlen müssen das die Verbraucher über steigende Netzentgelte, die Teil der Stromrechnung sind. „Die Anspannung im Netz steigt – und das schneller als erwartet“, sagte Tennet-Geschäftsführer Urban Keussen.

So fielen beim Netzbetreiber Tennet insgesamt rund 700 Millionen Euro an, darunter 225 Millionen Euro (2014: 74 Mio) für das Hoch- und Herunterfahren von Kraftwerken, 152 Millionen Euro (2014: 92 Mio) für den Abruf der Netzreserve und 329 Millionen Euro (2014: 128 Mio) für das Notabschalten von Windkraftanlagen.

Update 21.01.16: Eingriffe ins Stromnetz wird häufiger

Quelle: www.kyffhaeuser-nachrichten.de – Einsicht in den Verteilnetzbetrieb

MITNETZ STROM griff 2015 so häufig wie noch nie mit dem Netzsicherheitsmanagement in das Stromnetz ein, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Der enviaM-Netzbetreiber reduzierte die Stromerzeugung der Einspeiser insgesamt 534-mal, um eine Überlastung des Netzes zu vermeiden. Im Vorjahr waren es 188 Eingriffe. Am häufigsten waren die Netzregionen Brandenburg (344 Eingriffe) und Sachsen-Anhalt (148 Eingriffe) betroffen. 16 Prozent der Netzeingriffe gehen auf die Anforderungen des Übertragungsnetzbetreibers 50Hertz zurück.

Im Ergebnis der Netzeingriffe wurden 2015 im Netzgebiet der MITNETZ STROM insgesamt rund 175 Gigawattstunden eingespeister Energie aus erneuerbaren Energien abgeregelt. Dies entspricht durchschnittlich nur 1,4 Prozent der insgesamt aus erneuerbaren Energien eingespeisten Energie.

Kommentar

Derzeit explodieren offensichtlich die Aufwendungen für die Netzstabilisierung, wie das hier unter Auswertung Redispatching & Intradaystops schon länger aufgezeigt wurde. Während man im August in Deutschland noch mit 500 Millionen gerechnet hat, wurde diese Summe in 4 Monaten – wie in Österreich – verdoppelt. Dabei geht es nicht nur um die absoluten Zahlen, sondern auch um die exponentielle Entwicklung, die in einem komplexen System leider nichts gutes erwarten lässt.

Der Krug geht bekanntlich so lange zum Brunnen … bis er bricht.

Update 21.01.16

Die abgeregelt Menge ist überschaubar und auch akzeptabel. Es macht keinen Sinn, eine Infrastruktur auf wenige Stunden Spitzenleistungen auszurichten. Hier ist ein anderer Zugang erforderlich. Die Eingriffe sind dennoch nicht zu vernachlässigen, da durch die Häufigkeit auch Fehler passieren können, die wiederum in Kombination mit zeitgleich anderen Problemen sich zum gefürchteten Dominoeffekt ausweiten können.

 

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2 Comments

  1. Werner sagt:

    Man stelle sich das Stromnetz wie einen Luftballon vor. Aufgeblasen wird er durch
    Strom aus unterschiedlichen Energiequellen. Normalerweise darf EEG-Strom ohne
    Beschränkung eingespeist werden. Damit der Luftballon bei Starkwind nicht platzt
    müssen dann andere, meist konventionelle Kraftwerke, heruntergefahren werden.
    Leider reicht das inzwischen schon nicht mehr aus. Um dann einen Black-Out zu
    verhindern müssen Windanlagen von der Stromeinspeisung abgekuppelt werden, sozusagen
    als Ultima Ratio. Beim Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz wurde diese letzte Maßnahme
    2015 schon 5 Mal häufiger eingesetzt als noch 2014. Ein Grund ist natürlich auch
    dass der Strom nicht genügend nach Süden transport wird. Und weil jetzt die meisten
    Hochspannungsleitungen als Erdkabel verlegt werden müssen wird sich dieser üble Zustand
    in den nächsten Jahren noch verschärfen.

  2. http://www.sz-online.de/nachrichten/immer-mehr-teure-eingriffe-ins-stromnetz-3552705.html

    Die Dauer der sogenannten Redispatchmaßnahmen verdoppelte sich annähernd auf knapp 16 000 Stunden 2015. Die betroffenen Strommengen hätten sich in etwa verdreifacht, heißt es in dem Bericht. Die Kosten für die Netz- und Systemsicherheit stiegen laut Bericht 2015 auf 1,13 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es noch 436 Millionen Euro. Zahlen müssen das die Verbraucher über den Strompreis.

    Im vergangenen Winter 2015/2016 wurden die Reservekraftwerke im In- und Ausland – vor allem in Österreich – laut Bericht bereits deutlich häufiger angefordert als im Vorjahr: an 93 Tagen, ein Jahr zuvor waren es nur 7 Tage.

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