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Flächendeckender Stromausfall wäre nationale Katastrophe mit vielen Toten

 

Quelle: www.focus.de

Was passiert, wenn infolge eines Terrorangriffs, einer Extremwetterlage oder menschlichen Versagens in einem größeren Gebiet in Deutschland für längere Zeit der Strom ausfällt? Experten haben das für den Bundestag untersucht.

Ihr Ergebnis ist erschreckend: Die Folgen kämen einer nationalen Katastrophe gleich, heißt es in einem Bericht für den Bundestag. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft seien auf einen solchen Fall nicht vorbereitet, das notwendige Bewusstsein für die Gefahr bestehe in Deutschland nicht.

Nach zwei Wochen würde es viele Tote und Verletzte geben, Krankheiten hätten sich ausgebreitet, die öffentliche Ordnung, die Kommunikation, der Verkehr, der Transport, die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung, die Energieversorgung und das Gesundheitswesen wären weitgehend oder vollständig zusammengebrochen. In einem hochentwickelten, hochtechnologisierten, eng verflochtenen Land wie Deutschland wäre ein „Kollaps der gesamten Gesellschaft … kaum zu verhindern“, heißt es in dem Bericht.

Der Bericht wurde 2011, also vor fünf Jahren, fertiggestellt. Er macht viele Vorschläge, um die Folgen eines solchen Stromausfalls abzumildern, die zweifellos auch für das neue Konzept der Bundesregierung zum Zivilschutz, das heute vom Kabinett verabschiedet werden soll, Pate gestanden haben. Er macht aber auch klar: Eine Katastrophe mit den schlimmsten Folgen wäre kaum zu vermeiden.

Und er warnt, das Beispiel Stromausfall solle auf der Agenda der Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft hohe Priorität haben – „auch um die Sensibilität für diese Thematik in Wirtschaft und Bevölkerung zu erhöhen“. Obwohl der vollständige Bericht nach einiger Suche im Internet zu finden ist, hat die Politik nach seinem Erscheinen nichts getan, um die Sensibilität der Bevölkerung zu erhöhen, so wie die Wissenschaftler es fordern.

Kommentar

Interessant, wie lange es dauert, bis diese seit 2011 öffentlich verfügbare Studie auch in der Öffentlichkeit ankommt. Aber besser spät als nie und zum Glück ist dazwischen auch nichts passiert, auch wenn es mehrfach sehr knapp war. Auch die beiden österreichische Sicherheitsforschungsstudie (2015) “BlackÖ.2” und “Ernährungsvorsorge in Österreich” kommen zu ähnlich bedrückenden Erkenntnissen. Und auch sie fanden bisher wenig Beachtung.

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