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“Alle Verantwortlichen denken beim Begriff Blackout zu positiv!”

 

Die Vortragsfolien

Am Montag den 5. September fand in der Verwaltungsakademie des Bundes (Schloss Laudon) der Workshop „Die Organisierte Hilfe im Fall eines Blackouts“ statt. Das Bundeskanzleramt unterstützte mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung im Rahmen des Programms „Schutz Kritischer Infrastrukturen“ den zivilgesellschaftlich organisierten Workshop. Dieser wurde durch den Blackout-Experten Herbert Saurugg organisiert und durchgeführt.

Dieser Workshop war bereits der dritte im Rahmen dieser Serie und sensibilisiert jeweils unterschiedliche Stakeholder-Gruppen (2013: Unternehmen; 2014: Gemeinden) zu den möglichen Auswirkungen eines weitreichenden Infrastrukturausfalls.

100 TeilnehmerInnen aus den unterschiedlichsten Blaulichtorganisationen sowie Sozialen Diensten (siehe weiter unten) setzten sich mit dem Szenario eines europaweiten Strom- und Infrastrukturausfalls („Blackout“) auseinander und diskutieren mögliche Handlungsoptionen.

Der Workshop stellte damit auch einen Beitrag zur aktuellen Vorsorge-Debatte dar. Herbert Saurugg betonte hierzu:

Die Organisierte Hilfe wird nur dann helfen können, wenn auch ihre Mitglieder und deren Familien ausreichend vorgesorgt haben. Die Selbstwirksamkeit und Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung ist bei einer derartigen Großkatastrophe elementare Voraussetzung, damit die bewährte staatliche Katastrophenhilfe überhaupt wirksam werden kann!“.

Auch der Feuerwehrkommandant von Kremsmünster, Gerhard Bruckner, sorgte in seinem Resümee für Ernüchterung: „Alle Verantwortlichen denken beim Begriff Blackout zu positiv! Es ist eine falsche Annahme, dass die Situation im Griff ist!“ Diese Einsicht kam erst kürzlich nach einem Großeinsatz der Kremsmünster Feuerwehren infolge eines Stromausfalls in einer Glasfabrik. Bereits dieser sehr begrenzte Einsatz führte vor Augen, dass der seit Jahren entwickelte Blackout-Katastrophenschutzplan nicht mit der Realität mithalten kann.

Bernhard Penz, Heerespsychologe, vermittelte den TeilnehmerInnen, welche psychologischen Auswirkungen ein solches Szenario auf einen selbst bzw. die MitarbeiterInnen der Organisierten Hilfe haben können.

Alfons Eisenberger vom Streitkräfteführungskommando wie auch Raphael Koller vom Bundesfeuerwehrverband verdeutlichten, dass das Österreichische Bundesheer wie auch die Österreichischen Feuerwehren nicht alle an sie gestellten Erwartungen im Falle eines Blackouts erfüllen können und daher politische Prioritäten bereits vor einer möglichen Katastrophe zu treffen sind.

Stephan Steller von der Freiwilligen Feuerwehr Krems berichtete von den Einsatzerfahrungen der Feuerwehren nach dem Eisregen in Slowenien, 2014, wo es zu weitreichenden und länger andauernden Stromausfällen kam.

Siegfried Jachs aus dem Innenministerium stellte die Strukturen des Staatlichen Krisen- und Katastrophenschutzmanagements dar.

Stefan Kreuzer vom Amt der niederösterreichischen Landesregierung stellte den TeilnehmerInnen den Stand der Projektgruppe Treibstoffnotversorgung im Innenministerium vor. Auch hier gibt es noch viel zu tun, damit die Mobilität und Einsatzfähigkeit der Blaulichtorganisationen im Falle eines Blackouts aufrechterhalten werden kann.

Zwischen den Impulsreferaten erfolgten intensive Diskussionsrunden in Kleingruppen, um eigene Erfahrungen bzw. das Gehörte zu reflektieren.

Die Versorgung der TeilnehmerInnen erfolgte dem Anlass entsprechend durch das Wiener Rote Kreuz, welches ein ausgezeichnetes Chilli con carne auftischte.

 

 

Zusammenfassung

Die Vortragsfolien

zusammenfassung

 

Einige Eindrücke

Fotos: BKA/BPD; Andreas Platzer

Freskensaal

Referenten

Die Referenten des Vormittags, Herbert Saurugg, Siegfried Jachs, Alfons Eisenberger, Alexander Pschikal, Gerhard Bruckner, Stephan Steller

psychologie

Referent Bernhard Penz

WorldCafe

Mittagessen1

Mittagessen2

DieVerantwortlichen

Freskensaal2

WorldCafe2

Referenten2

Die Referenten des Nachmittags, Stephan Steller, Raphael Koller, Herbert Saurugg, Alexander Pschikal, Stefan Kreuzer

Die TeilnehmerInnen kamen aus folgenden Organisationen

.LPD Burgenland
.LPD Kärnten, Einsatz-, Grenz- u. Fremdenpolizeiliche Abteilung
.LPD Steiermark
.LPD Steiermark, Landesamt für Verfassungsschutz
.LPD Tirol, Bezirkspolizeikommando Kufstein
.LPD Tirol, Einsatz-, Grenz- und Fremdenpolizeiliche Abteilung
.LPD Tirol, Landesamt für Verfassungsschutz
.LPD Vorarlberg
.LPD Vorarlberg, Landesamt für Verfassungsschutz Vorarlberg
.LPD Wien
.LPD Wien, Landesamt für Verfassungsschutz
„Team Österreich“ / Ö3
Amt der Burgenländischen Landesregierung
Amt der NÖ Landesregierung
Amt der OÖ Landesregierung
Aon Austria Versicherungsmakler
Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs Bundesverband
Bergrettung Salzkammergut
Berufsfeuerwehr Innsbruck
Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung
Bundesfeuerwehrverband
Bundeskanzleramt
Bundesministerium für Inneres
Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport
Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft
Caritas der Erzdiözese Wien
Der Energiedetektiv
Direktion Kinder- und Jugend-Services Linz
Domkar Gebäude- und Sicherheitstechnik
EMERISIS – Emergency & Crisis Management
Freiwillige Feuerwehr Krems
Freiwillige Feuerwehr Kremsmünster
Gemeinde Drösing
Gemeinde Perchtoldsdorf
KKM Hermann Kogler e.U.
Land Steiermark
Landesfeuerwehrkommando Burgenland
Landesfeuerwehrkommando Kärnten
Landesfeuerwehrkommando OÖ
Landesfeuerwehrverband Vorarlberg
Landesrettungskommando Steiermark
MA 10 Wiener Kindergärten
MA68 – Wiener Feuerwehr und Katastrophenschutz
MA70 – Wiener Rettung
Magistrat der Landeshauptstadt Linz
MH Consulting & Training
Notfallpsychologischer Dienst Österreich
ÖBH – PzGrenB35
ÖBH – Streitkräfteführungskommando
Offiziersgesellschaft Oberösterreich
Offiziersklubs der Sicherheitsexekutive Österreichs
ORF
ÖRK – Landesverband Burgenland
ÖRK – Landesverband NÖ
ÖRK – Landesverband Steiermark
ÖRK – Landesverband Tirol
ÖRK – Landesverband Wien
ÖRK – Katastrophenhilfsdienst
Österreichisches Rotes Kreuz
Redaktion Heer-Aktiv
Samariterbund Burgenland
Samariterbund Linz
Samariterbund Tirol
Sozialministerium
Steirischer Zivilschutzverband
Volkshilfe Österreich
Wiener Hilfswerk
Wiener Linien
Wiener Umweltschutzabteilung
WKO – Fachverband der Mineralölindustrie (FVMI)

 

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  1. […] Bericht zum Workshop siehe eigenen Beitrag „Alle Verantwortlichen denken beim Begriff Blackout zu positiv!“ […]

  2. […] Ausfall außerhalb Tirols ebenfalls für Tirol fatal wäre. Siehe etwa „Alle Verantwortlichen denken beim Begriff Blackout zu positiv!“ oder Ernährungsvorsorge in […]

  3. […] liegt und dass die Aussage von Gerhard Bruckner, Feuerwehrkommandant von Kremsmünster, „Alle Verantwortlichen denken beim Begriff Blackout zu positiv!“ nur immer wieder zu unterstreichen […]

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