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Erdöl und Technik machten uns zu schnell

 

Quelle: science.orf.at

Im 17. Jahrhundert hat man zu Fuß fünf Kilometer pro Stunde, heute fliegt man 200-mal so schnell um den Erdball. “Mit dieser Beschleunigung haben wir uns in einen Zustand gebracht, in dem wir uns ständig selbst überfordern”, so die Umwelthistorikerin Verena Winiwarter.

Durch dieses enorme Tempo könne man zum Beispiel nicht die nötige Anzahl von verantwortungsbewussten Entscheidungen treffen, meinte Winiwarter bei einem Vortrag in Wien. “Wir haben dabei auch viele Dinge geschaffen, die man nicht von heute auf morgen ändern kann, und die uns in eine Risikospirale treiben, deren Folge unter anderem der Klimawandel ist”, sagte sie.

Es gebe bis heute keine überzeugende Strategie gegen die globale Erwärmung, obwohl das nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch viel sinnvoller wäre, als weiterzumachen wie bisher. Denn laut Berechnungen würde ein “Business as usual”-Szenario bis zu 20 Prozent des Welteinkommens verschlingen, während die “Behandlungskosten” auf durchschnittlich ein Prozent geschätzt werden.

Kommentar

Mit der Mobilität wurde nur die erste Beschleunigung erhöht. Mit der Digitalisierung sind wir um ein vielfaches schneller geworden. Zwar nicht physisch, was aber in unserer heutigen Welt auch nur eine Nebenrolle spielt. Die Auswirkungen dieser Entwicklungen könnten sich noch als viel schwerwiegender erweisen (Vernetzung & Komplexität), was für viele derzeit kaum vorstellbar ist. Aber durch die Globalisierung – die vor allem durch die Digitalisierung in Form des Internets vorangetrieben wurde – gibt es heute globale Abhängigkeiten, die uns kaum Bewusst sind. Natürlich kennen wir die positiven Effekte der Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung. Auf der anderen Seite sind wir nun vielschichtig und massiv vom Gesamtsystem abhängig. Ob das in der gesamten Wirtschaft (Stichwort: Made in China), in der Lebensmittelversorgung oder in der Finanzwirtschaft ist. Kommt es zu größeren Störungen, sind massive Dominoeffekte – wie etwa nach der Finanzkrise 2007/2008 – zu erwarten, die bisher Bekanntes deutlich überschatten könnten. Vor allem in der Dynamik und Geschwindigkeit bei den möglichen Entwicklungen.

Siehe etwa auch Vernetzung & Komplexität und die aktuelle FlüchtlingslageRisk of financial crisis higher than previously estimatedDas Risikoparadox – Warum wir uns vor dem Falschen fürchtenWeltrisikogesellschaft – Auf der Suche nach der verlorenen Sicherheit oder Beyond data breaches: global interconnections of cyber risk.

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