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Was wir aus der Atomkatastrophe von Fukushima lernen sollten

 

Dank eines Hinweises von Philipp Schaumann habe ich das kürzlich auf Deutsch erschienene Buch von Naoto Kan, Als Premierminister während der Fukushima-Krise, wahrlich verschlungen. Zugleich hat mich der Inhalt aus mehrerlei Gründen zu tiefst betroffen gemacht. Gleichzeitig bieten die geschilderten Erfahrungen viele Hinweise, dass wir etwas daraus lernen könnten, wenngleich ich meine Erwartungen realistisch sehe. Nichtsdestotrotz möchte ich hierzu eine fachlich relevante Auswertung anbieten.

Kurzbeschreibung

11. März 2011, 14.46 Uhr. „Nach dem Erdbeben begab ich mich unmittelbar in das Krisenzentrum im Untergeschoss des Premierministeramtes. Inmitten der Mobilisierung aller Kräfte für die Rettungsaktionen erreichte mich die Nachricht: „Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi ist die Kühlung ausgefallen“. Anschließend gab es nur eine Richtung: Der Unfall weitete sich immer weiter aus. Wenn nichts geschah, würde das zum Zusammenbruch des Landes führen. Würden alle Reaktoren außer Kontrolle geraten, müsste ganz Ost-Japan einschließlich des Hauptstadtgebietes, müssten 50 Millionen Menschen evakuiert werden …“ Was hat der Premierminister unter einem Rechtssystem, das auf einen Atomnotstand nicht eingerichtet ist, und in einer Situation, wo gleich mehrere strukturelle Schwächen Japans an die Oberfläche traten, wie entschieden? In diesem historischen Rechenschaftsbericht gibt der höchste Verantwortliche selbst Zeugnis über seine Qualen und Entschlüsse.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: ich möchte in keiner Weise die unter Einsatz ihres Lebens gemachten ungeheuren Anstrengungen der Arbeiter von Fukushima Daiichi, der Selbstverteidigungsstreitkräfte, der Feuerweh und der Polizei schmälern. Aber ich glaube, dass dieser Unfall letztlich nicht zum Zusammenbruch von Japan geführt hat, ist auf das Zusammenwirken mehrerer glücklicher Umstände zurückzuführen. Einer davon ist der plötzliche Druckabfall von Reaktor 2 aus unbekannten Gründen. Wäre der Sicherheitsbehälter des Reaktors wie ein Luftballon zerplatzt, hätte sich niemand mehr dem Ort nähern können. Ein weiterer Glücksfall war, dass das Abklingbecken von Reaktorblock 4 noch Wasser enthielt. Wegen der Verspätung der turnusmäßigen Wartungsarbeiten war das Reaktorbehältnis während des Erdbebens voll mit Wasser. Es wird vermutet, dass dieses Wasser dann aus irgendeinem Grund in das Abklingbecken geflossen ist. Mit anderen Worten, uns kam auch das Glück zu Hilfe. Eigentlich muss man sogar sagen, dass es am Ende nichts anderes als Glück war. Es kann allerdings nicht angenommen werden, dass sich so ein Glück auch in Zukunft fortsetzen wird. S. 87.

Bisher wurde gesagt, dass Atomkraftwerke außer bei einem direkten Treffer durch eine Rakete sicher seien. Der jetzige Atomunfall hat die Terroristen dieser Welt aber gelehrt, dass alleine schon ein Stromausfall zu einer dramatischen Lage führt. Es reicht, wenn einige Dutzend Terroristen in das Land eindringen und die Stromkabel durchschneiden, um Japan in eine existenzbedrohende Krise zu stürzen. S. 110.

Kernenergie in Japan und Ausgangslage

Fukushima Daiichi (SuperGAU): 6 Reaktoren, 7 Abklingbecken; Fukushima Daini (12 km entfernt): 4 Reaktoren, 4 Abklingbecken; Der in den Kernkraftwerken Fukushima Daiichi und Daini befindliche Kernbrennstoff, einschließlich der abgebrannten Brennelemente, betrug also das zehnfache von dem in Reaktor 4 in Tschernobyl. S. 17.

Am 18. März teilte TEPCO endlich mit, dass sich in den Abklingbecken der Reaktoren 1-6 insgesamt 4.546 Brennstäbe befinden, davon 1.331 in Block 4. S. 100

Was die Kernenergie betrifft, so stand ich bis zum Atomunglück von Fokushima in dem Glauben, dass ein großer Unfall nicht passieren könne, wenn nur hinreichend auf die Sicherheit geachtet würde. Aber die Erfahrung mit dem Fukushima Atomunfall hat meine Einstellung um 180 Grad gedreht. Mir ist bewusst geworden, dass die Kernenergie nicht vollständig vom Menschen kontrolliert werden kann. S. 7f.

Meine Einstellung zur Kernkraft hat sich durch die Erfahrung des Atomunfalls am 11. März geändert. Durch dieses Ereignis ist klar geworden, dass durch einen Atomunfall der Zusammenbruch der ganzen Nation droht. (…) Vor dem 11. März war ich von der Sicherheit der Kernenergie überzeugt und befürwortete deren Nutzung. Aber mit dem 3/11 Unfall änderte ich meine Meinung. Angenommen, ein Unfall habe eine Auftrittswahrscheinlichkeit von einem in 100 Jahren. Für einen Verkehrsunfall könnte man dann sagen, dass es sich um ein ziemlich sicheres Auto handelt. Falls aber das Risiko bestünde, dass bei einem Mal die Welt untergeht, würde das niemand wagen, egal ob einmal in 100 Jahren oder einmal in 1000 Jahren. Was uns der Unfall von Fukushima vor Augen geführt hat, war wahrhaftig die Größe eines solchen Risikos. S. 110.

Der bisher größte japanische Nuklearunfall war auf ein menschliches Versagen zurückzuführender Störfall. (…) Wenn ich jedoch heute darüber nachdenke, so ist es nur natürlich, dass Menschen Fehler begehen, und unter dieser Voraussetzung müssen Maßnahmen gegen Atomunfälle geplant werden. S. 16.

Auch der SuperGAU von Tschernobyl war in letzter Konsequenz auf menschliches Versagen zurückzuführen.

Obwohl Japan mehr als 50 Atomreaktoren hat, gibt es keine einzige staatliche Expertenorganisation mit dem Auftrag, Atomunfälle unter Kontrolle zu bringen. Auch Feuerwehr und Polizei sind darauf nicht ausgerichtet. Die Selbstverteidigungsstreitkräfte verfügen mit Blick auf einen denkbaren Atomangriff über eine Zentraleinheit zum Schutz vor unkonventionellen Waffen. Diese Einheit kam bei diesem Unfall auch zum Einsatz, aber über direktes Know-how, wie ein Atomunfall unter Kontrolle zu bringen ist, verfügt sie nicht. Der Grund dafür, warum es keine Organisation für die Bekämpfung von Atomunfällen gibt, ist, dass solche Unfälle eben nicht passieren. Würde eine solche Organisation aufgebaut werden, hieße das ja, dass die Regierung von der Annahme eines solchen Unfalls ausgeht. Das wiederum würde den Aufbau von Atomkraftwerken behindern. Das dürfte der Grund sein. S. 46.

Ich war davon ausgegangen, dass es sich bei den Mitarbeitern der Atomaufsichtsbehörde selbstverständlich wesentlich um Experten für Atomkraft handelt. (…) Als ich mir jedoch die Erläuterungen des herbeigeeilten Leiter der Atomaufsichtsbehörde anhörte, überkam mich ein merkwürdiges Gefühl. Ganz allgemein merkt man ja sofort, ob jemand, der etwas erklärt, den Inhalt seiner eigenen Äußerungen versteht oder einfach nur ohne Verständnis redet. (…) … die Führungspositionen werden mit Karrierebürokraten aus dem Wirtschaftsministerium besetzt. Auch wenn sie als Wirtschaftsbeamte viel von der Wirtschaft verstehen, so sind sie doch Amateure auf dem Gebiet der Kernkraft. S. 46.

Worst-Case-Annahmen

Dass die Einrichtung einer Zwangsevakuierungszone von über 170 km erforderlich sein wird, und dass die empfohlene Evakuierungszone bei über 250 km liegen sollte. (…) Eine Evakuierung von 50 Millionen Menschen über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten. S. 21.

50 Millionen Menschen würde auf Europa umgelegt etwa die Evakuierung der Hälfte der Menschen des D-A-CH-Raumes bedeuten. Und das innerhalb weniger Wochen!

Wenn ein Evakuierungsplan solchen Umfangs vorbereitet würde, würden Informationen dazu mit Sicherheit in der Vorbereitungsphase durchsickern. In der heutigen Zeit mit einer wachsenden Medienlandschaft und dem Internet gestaltet sich die Informationskontrolle überaus schwierig. Damit ist nicht gemeint, dass es schwierig ist, etwas zu verstecken, sondern dass es schwierig ist, etwas korrekt zu übermitteln, ohne damit Panik auszulösen. Wie sollte unter diesen Umständen die Evakuierung des Hauptstadtgebietes von statten gegen? Es sprengte die Vorstellungskraft. S. 23.

Der Schrecken eines Atomunfalls beruht darauf, dass die Zeit hier keinen heilenden Einfluss hat. Im Gegenteil, je mehr Zeit vergeht, desto schlimmer wird die Lage. Bei einem Unfall in einer Chemieanlage brennt das Brennbare aus, und dann erlischt das Feuer. In einem Atomkraftwerk erlischt das Feuer nicht. Wenn in einer Chemieanlage giftige Stoffe ausgestoßen werden, mag für eine bestimmte Zeit ein gewaltiger Schaden entstehen, aber die Luft verdünnt die Stoffe, so dass diese früher oder später unschädlich werden. Aber bei Radioaktivität ist das nicht der Fall. Die Halbwertszeit von Plutonium beträgt 24.000 Jahre. Ein Rückzug war keine Alternative. S. 81.

Truthahn-Illusion nukleare Sicherheit

Ein schwerer Unfall in einem Atomkraftwerk passiert nicht. Unter dieser Voraussetzung wurde die japanische Gesellschaft aufgebaut. Unter dieser Voraussetzung wurden 54 Kernreaktoren errichtet. Das Rechtssystem, die Politik und die Wirtschaft, ja selbst die Kultur basierten auf der Voraussetzung, dass ein Unfall in einem Atomkraftwerk nicht passieren würde. Ohne Übertreibung lässt sich sagen, dass man auf nichts vorbereitet war. Als dann tatsächlich ein Unfall passierte, war dem nichts entgegenzusetzen. Die Aussage von Politikern, Energieversorgern und Aufsichtsbehörden, dass man sich das „nicht vorgestellt“ hätte, entspricht in gewisser Hinsicht durchaus der Wahrheit. S. 26.

Dieses Atomunglück war ein schwerer Unfall außerhalb der Vorstellungskraft von TEPCO und der Atomaufsichtsbehörde. S. 43.

Die Atomaufsichtsbehörde ist letztendlich eine Institution, die Sicherheitsinspektionen in Atomkraftwerken und anderen Energiebetrieben durchführt. Sie ist nicht hinreichend darauf ausgerichtet, als Experteninstitution für Maßnahmen bei Unfällen zu fungieren. S. 46.

Jetzt verkündete der Leiter der Nuklearen Sicherheitskommission in vollem Selbstvertrauen: „eine Explosion kann es nicht geben“ was mich sehr beruhigte. Das erwies sich jedoch als ein großer Irrtum. S. 55. → „Meine Gedanken waren vollständig auf den Sicherheitsbehälter fixiert. Ich hatte überhaupt nicht daran gedacht, dass Wasserstoff in das Gebäude entweihen und dort explodieren könnte.“ S. 62

Diese Absätze haben es in sich und betreffen genauso unsere Einschätzungen („Truthahn-Illusion„) zum Thema „Blackout“, aber auch was das Risiko eines Kernkraftwerkunfalls betrifft. Noch schlimmer ist, dass es hierbei einen direkten Zusammenhang bzw. massive wechselseitige Abhängigkeiten gibt. Die Ausführungen lassen sich darüber hinaus auch ohne weiteres auf andere Bereiche übertragen.

Der Absatz zur Explosion verdeutlicht einmal mehr die Notwendigkeit von vernetztem Denken bzw. dass möglichst viele Sichtweisen zusammengeführt werden, um einseitige Sichten und „blinde Flecken“ zu vermeiden.

Erkenntnisse aus dem EU-Stresstest 2012

  • In vier Reaktoren, die in zwei verschiedenen Ländern liegen, haben die Betreiber weniger als eine Stunde Zeit, um nach einem kompletten Stromausfall oder/und einem Ausfall der Kühlsysteme die Sicherheitssysteme wieder hochzufahren.
  • Zwischen den Sicherheitsstandards in den EU-Ländern herrschen zudem große Unterschiede.
  • Mobiles Equipment, vor allem Dieselgeneratoren im Fall eines totalen Stromausfalls … sind bereits in sieben Ländern vorhanden (!?)
  • EU: ~ 68 Nuklearanlagen mit 134 Reaktoren

Siehe Europas Atomkraftwerke sind nicht sicher genug.

Analyse nukleare Sicherheit bei einem Blackout

In einer noch nicht abgeschlossenen Forschungsarbeit wurde eine Kurzanalyse der statistischen failure-to-start and failure-to-run-rate bei Notstromaggregaten erstellt. Die Analyse kommt zum Schluss, dass bereits bei einem 24-stündigen Stromausfall die Gefahr für Störfälle in europäischen Atomkraftwerken besteht. Sollte der Stromausfall andauern, steigt das Risiko exponentiell an (siehe etwa auch Neue Erkenntnisse zur Lagerfähigkeit von Brennstoffen für Netzersatzanlagen).

Die International Nuclear Risk Assessment Group hat zu diesem Thema 2014 eine Arbeitsgruppe „Blackout“ eingerichtet.

Zusätzliche Risiken bei Atomkraftwerken

bzw. ganz aktuell:

Fehlende Krisenvorbereitung

Wie sich in Japan gezeigt hat, verschärfte die fehlende Krisenvorbereitung die Situation erheblich.

Besonders die Hauptverwaltung erfüllte ihre logistischen Funktionen nicht. Selbst notwendiges Gerät wie Batterien usw. erreichten auch Tage nach dem Unfall den Unglücksort nicht, wie sich bei Überprüfung einer Videokonferenz herausstellte. S. 30.

Der erste kommerzielle Atomreaktor in Japan hatte 1966 seinen Betrieb aufgenommen. Seit der Zeit bis zum Jahre 1999 gab es demnach keine gesetzliche Regelung für Verfahrensweisen nach einem atomaren Unglück. Anlass für die Verabschiedung des Atomunfallgesetzes war der JCO Kritikalitätsstörfall im September 1999. Dabei handelte es sich nicht um einen Unfall in einem Atomkraftwerk, sondern um einen Störfall, der von einem Lieferanten atomaren Brennstoffs verursacht wurde, bei dem zwei Menschen durch eine tödliche Strahlendosis ums Leben kamen. Bis zu dem Zeitpunkt wurde unter der Voraussetzung gearbeitet, dass ein Unfall in einer Einrichtung für den Umgang mit atomaren Brennstoffen „nie“ passiert. Daher existierte auch kein Gesetz, welches regelte, wie die Behörden damit umzugehen hätten. S. 38f.

Die verzweifelt zur Verfügung gestellten Stromversorgungsfahrzeugen waren aus vielerlei Gründen, die wir später erfuhren, nutzlos: Die Stecker der Fahrzeuge hatten nicht die richtige Spezifikation und konnten nicht angeschlossen werden, die Kabel waren nicht lang genug, der Stromverteiler war nicht zu verwenden usw. usf. Dass eine Expertenorganisation für Strom wie TEPCO im Vorfeld nicht weiß, ob die Stecker der Stromversorgungsfahrzeuge passen, schockierte uns. S. 50.

Die Asahi Zeitung bestätigte in ihrer Ausgabe vom 05.09.2012, dass die Logistik von TEPCO nicht funktionstüchtig war. Dort hieß es: „TEPCO verschlimmerte die Situation dadurch, dass sie sich mit der Bereitstellung von leistungsfähigen Löschfahrzeugen, von Fahrern, die diese auch bedienen konnten, von Batterien und Treibstoffen und von anderen Materialien am Unfallort verspäteten. Einmal reichte sogar das Bargeld zum Einkauf der Materialien nicht. Hätte die Bereitstellung von Menschen und Materialien funktioniert, hätte die Kernschmelze in den Reaktoren 2 und 3 möglicherweise aufgehalten werden können. Die Asahi Zeitung hat dies durch die Auswertung von TEPCO Videokonferenzen ermitteln können.“ S. 71.

Von solchen Erfahrungen gibt es auch hierzulande zu berichten, was im Umkehrschluss bedeute, alles was nicht geübt und getestet wurde, ist massiv fehleranfällig.

Es beunruhigte mich, dass die Reaktoren 1-4 direkt aneinander grenzten. (…) Wenn nun etwa in Reaktor 1 schließlich die Kernschmelze einsetzte und eine hohe Dosis an radioaktivem Material in die Außenwelt gelangte, konnte es bei Verkettung unglücklicher Umstände dazu kommen, dass eine Annäherung nicht nur an diesen Ort nicht mehr möglich wäre, sondern auch nicht an den benachbarten Reaktor 2 und bald ebenso an die Reaktoren 3 und 4. S. 63.

Als Ergebnis der ganz auf Effizienz ausgerichteten Denkweise, auf einem Gelände mehrere Atomreaktoren direkt nebeneinander zu errichten, gab es im Fall von Fukushima Daiichi sechs Reaktoren. Was würde geschehen, wenn zu allen Sechsen kein Zugang mehr möglich wäre? S. 76.

Krisenbewältigung

Mit anderen Worten, die Maßnahmen bei einem Erdbeben mit Tsunami richten sich gegen eine bereits eingetreten Katastrophe, während das Augenmerk bei einem Atomunfall auf die künftig möglichen Geschehnisse gelegt werden muss. Beide Notfallzentralen müssen sich also jeweils entgegengesetzter Denkweisen befleißigen. Das Gleich kann auch über die Evakuierung der Bevölkerung gesagt werden. Leute, deren Häuser bei einem Erdbeben mit Tsunami zerstört oder fortgespült wurden, können nur evakuiert werden. Dagegen müssen bei einem Atomunfall Menschen, deren Häuser völlig unbeschädigt sind, zur Evakuierung aufgefordert werden. (…) Wir sahen uns jedenfalls gleichzeitig mit zwei nationalen Krisen, nämlich einer beispiellosen Erdbeben-Tsunami Katastrophe und dazu mit dem weltweit ersten multiplen schweren Atomunfall konfrontiert. S. 41.

Das Atomunfallgesetz geht von der Voraussetzung aus, dass in der Atomanlage zwar eine Ausnahmesituation vorliegt, dass jedoch an Orten außerhalb der Einrichtungen alles normal verläuft. Allerdings befand sich diesmal das gesamte Ost-Japan in einer Ausnahmesituation, innerhalb derer der Notstand in einer Atomanlage gegeben war. S. 45.

Die Mitarbeiter der lokalen Notfalleinrichtung sollten sich aus den örtlichen Gebietskörperschaften rekrutieren, aber hier war durch Erdbeben und Tsunami verwüstetes Unglücksgebiet, so dass überhaupt nicht die Möglichkeit bestand, sich zu sammeln. Durch das Erdbeben waren der Strom ausgefallen, die Kommunikationsleitungen unterbrochen und die Straßen zerstört. Man konnte also noch nicht einmal mit den Leuten, die kommen sollten, in Kontakt treten, um sie zum Kommen aufzufordern. (…) Im Ergebnis konnte die lokale Notfalleinrichtung die ihr zugedachte Funktionen im Rahmen der ersten Unfallbekämpfungsaktivitäten nicht ausfüllen. S. 45f.

Laut Gesetz soll die außerhalb der Atomanlage zu etablierende lokale Notfalleinrichtung auch Entscheidungen wie die Einrichtung von Evakuierungszonen treffen; die Aufgabe des Premierministers als Leiter der Notfallzentrale ist es dagegen, von „unten“ nach „oben“ entwickelten Vorschlägen die finale Zustimmung zu erteilen. Aber das „unten“ für diesen Prozess fehlte ganz einfach. Somit konnten wir nur von „oben“ nach „unten“ agieren. Doch auch das funktionierte so nicht, da ja „unten“ überhaupt nicht existierte. S. 46.

Hätte man von Anfang an eine 10 km Zone eingerichtet, und hätten sich dann alle gleichzeitig in Bewegung gesetzt, wäre die Wahrscheinlichkeit hoch gewesen, dass die Menschen nahe der Atomanlage nur verspätet flüchten konnten. S. 62.

Ein Löschfahrzeug für die Flutung mit Meerwasser schließlich konnte nicht betrieben werden, weil es kein Benzin mehr hatte. S. 78.

Wie dieses Beispiel aber auch die falschen Stecker (weiter oben) zeigen, spielen häufig „Kleinigkeiten“ eine entscheidende Rolle, die gerne außer Acht gelassen werden.

Die Philosophie, dass das Leben der Mitarbeiter über alles zu stellen ist, ist in normalen Zeiten richtig. (…) Aber wenn man die TEPCO-Mitarbeiter evakuieren würde, würde das menschenleere Atomkraftwerk immer weiter große Mengen an radioaktivem Material freisetzen, das dann bald auch Tokio erreichen würde. S. 80.

Man kann jedenfalls sagen, dass die Sowjetunion den Unfall unter Kontrolle bringen konnte, weil sie über ein Militär verfügte, das ohne „wenn“ und „aber“ jeden Befehl ausführte. S. 81.

Besonders beim Reaktor 4 waren die Wände des Gebäudes durch die Explosion zerstört worden, so dass diese nur noch durch die Säulen getragen wurden. Wenn es bei einem großen Nachbeben eingestürzt wäre, wäre das Becken eingebrochen und die angebrannten Brennstäbe wären herausgerollt. Dann hätte man nichts mehr machen können. Bei den Stützungsarbeiten wurde zwar auf Eile gedrungen, aber bis zu deren Abschluss konnte man nur beten, dass es kein großes Nachbeben geben möge. TEPCO bemühte sich darum, die Stromversorgung von außen für Fukushima Daiichi wiederherzustellen. Als am 19. der entsprechende Erfolg vermeldet wurde, war ich ziemlich erleichtert. Mit Wiederherstellung der Stromquelle konnte auch die Kühlung wieder in Gang gebracht werden, dachte ich. Aber das war eine verfrühte Freude. Denn trotz der wiederhergestellten Stromversorgung von außen lief die Pumpe für die Zirkulation des Kühlwassers nicht, da sie kaputt war. S. 105.

Im Falle einer nationalen Krise müssen die Selbstverteidigungsstreitkräfte im Mittelpunkt der Bemühungen stehen; dessen waren sich auch die Führungen von Polizei und Feuerwehren sowie die Leute vor Ort bewusst. Tatsächlich war es das erste Mal, dass Polizei und Feuerweh unter den Selbstverteidigungsstreitkräften arbeiteten. Es gibt keine gesetzlichen Vorschriften, die die Zusammenarbeit zwischen diesen Institutionen regelt. Bei diesem Unfall war es jedoch ein Wettlauf mit der Zeit, und das Gebiet war begrenzt, so dass wir diese „Anweisungshandbücher“ herausgeben konnten. Natürlich gab es Diskussionen dazu, aber das beeinträchtigte die Sache nicht. Die Krise hatte ein solches Ausmaß, dass ohne diesen besonderen Einsatz der Selbstverteidigungsstreitkräfte die Sache nicht unter Kontrolle zu bekommen war. S. 106.

Am 19. Juli (!4 Monate später!) konnte durch die Einrichtung eines Wasserkreislaufsystems eine stabile Kühlung wieder erreicht werden und der Ausstoß von radioaktiven Materialien auf das Zwei-Millionstel des Niveaus unmittelbar nach dem Unfall gesenkt werden. S. 108.

Das Atomunglück von Fukushima hatte viele Menschen auch psychologisch tiefe Wunden zugefügt. S. 109.

Siehe auch Atomkatastrophen haben schwere psychische Folgen.

Informationslage / Lagebild / Kommunikation

Gorbatschow: „Die ersten Tage verfügten wir über keine ausreichenden Informationen. Ich hatte unmittelbar gespürt, dass sich dies zu einem dramatischen Problem mit enormen Konsequenzen auswachsen könnte. Basierend auf den mir bekannten Fakten möchte ich nicht behaupten, dass jemand verantwortungslos mit dem Schicksal der Menschen umgegangen ist. Wenn keine rechtzeitigen Reaktionen erfolgen, dann weil ein unzulänglicher Informationsstand gegeben war. Das ist der wichtigste Grund. Nicht nur Politiker, sondern auch Wissenschaftler und Experten hatten keine geeigneten Maßnahmen gegen einen solchen Unfall parat.“ (…) Das ist genauso wie im heutigen Japan. S. 32f.

Was ich im Fernsehen sah, waren die Bilder von Nihon TV. Das bedeutet, auch über eine Stunde nach der Explosion kamen weder von TEPCO noch von der Atomaufsichtsbehörde irgendwelche Informationen in mein Umfeld. S. 60.

Die Explosion von Reaktorblock 1 war eine dem gesamten Land, nein, der gesamten Welt bekannte Tatsache. Aber wir, die wir es der Bevölkerung erklären sollten, verfügten über keinerlei Informationen. S. 61.

Die Realität zeigt immer wieder, dass hierarchische Strukturen und Kommunikationswege in unserer hochvernetzten Welt das Nachsehen haben und der Lage immer hinter her hächeln müssen. Hier erscheinen neue/komplementäre Ansätze unverzichtbar (siehe auch Staatliches Katastrophenmanagement: Krisenkommunikation 2.0).

Welche Frage man auch immer den im Premierministeramt erschienen TEPCO-Mitarbeitern stellte, eine umgehende Antwort war nicht möglich. Es erforderte eine lange Zeit. Wenn dann die Antwort kam und ein Rückfrage gestellt wurde, dauerte es wieder ein lange Zeit. Und so ging es immer weiter. S. 53.

Es war, als wenn „stille Post“ gespielt würde. Wären die übermittelten Nachrichten korrekt gewesen, wäre das ja noch akzeptabel. Aber es bestand die Möglichkeit, dass an bestimmten Stellen wichtige Informationen verloren gingen, oder, wenn auch ohne Absicht, diese verfälscht wurden. S. 53.

Werksleiter: „Wir werden ein Suizidkommando aufstellen“ S. 57 – Endlich habe ich jemanden gefunden, der sich nicht hinter der Anonymität versteckt. S. 58.

Daraus muss abgeleitet werden, dass im Krisenfall die Kommunikationswege sehr kurz und direkt gehalten werden müssen, um unnötige Verzögerungen und Beieinträchtigungen zu vermeiden.

Der Plan einer gemeinsamen Notfallzentrale hatte etwa am Vortag in mir Gestalt angenommen. Diese sollte zum einen praktische Zwecke wie die genaue Erfassung der Situation am Unglücksort und die Beschleunigung der Entscheidungsprozesse erfüllen. S. 82.

Gerade bei einem Blackout sind auch solche gemeinsamen Notfallzentralen entscheidend, um die Kommunikationswege möglichst kurz halten zu können, da die technische Kommunikation nur eingeschränkt funktionieren wird.

Atomenergie zu Ende gedacht

Haben Leute aus Finanzkreisen, die sagen, „ein Verzicht auf Atomkraft ist nachteilig für die japanische Wirtschaft“, einmal untersucht, wie groß der Schaden für die japanische Wirtschaft gewesen wäre, wenn aufgrund des Atomunglücks in Fukushima 30 Millionen Menschen aus dem Hauptstadtgebiet hätten evakuiert werden müssen? Dann wäre ohne Zweifel ein großes Chaos in Japan ausgebrochen. Wir hätten eine wirtschaftliche, gesellschaftliche und internationale Krise erlebt, die die Existenz der Nation selbst in Frage gestellt hätte. Und dieses Worst-Case-Szenario konnte im letzten Augenblick so gerade noch abgewendet werden. Niemand kann behaupten, dass ein Unfall wie dieser niemals mehr passieren könnte. S. 139.

Der jetzige Atomunfall hat klargemacht, dass ein einzelnes Privatunternehmen in der Branche nicht dazu in der Lage ist, umfassend Verantwortung zu tragen. Das Untergräbt auch von Grund auf die These, die Kosten der Atomkraft seien gering. S. 139.

Wie hoch beläuft sich der Schaden des jetzigen Atomunfalls? Nach Berechnungen des Komitee für die Kostenabschätzung des Nationalen Strategiebüros auf mindestens 43 Milliarden Euro. Schäden wie der Verlust von Haus und Arbeit oder die Trennung von der Familie, die das Leben vieler tausender Menschen zerstört haben, die aber nicht in Geld ausgedrückt werden können, sind darin nicht eingerechnet. Für den Rückbau der Reaktoren von TEPCO werden 9 Milliarden Euro angesetzt. (…) Der Mythos von der Sicherheit der Atomenergie ist zusammengebrochen. Zusammengebrochen ist auch der Mythos vom billigen Atomstrom. S. 140.

Die Aussage, Atomstrom sei billiger als herkömmlicher Strom, trifft letztlich nur für die Energieversorgungsunternehmen zu. Diese Unternehmen tragen jedoch nur einen ganz kleinen Teil der mit den verbrauchten Kernbrennstäben zusammenhängenden Kosten. S. 142.

Tatsächlich verfügt die japanische Elektroindustrie auch im Bereich der Stromerzeugung auf Basis von Sonne und Wind über weltweite Spitzentechnologie. Aber weil der Atomkraft aufgrund der nationalen Strategie der Vorrang eingeräumt wurde, wurde diese Technologie nicht weiterentwickelt. S. 143f.

Am Unfallort in Fukushima gelangt radioaktives Material bis heute über das verseuchte Wasser in die Umwelt. Der Rückbau der Unglücksreaktoren macht nur minimale Fortschritte und wird mindestens 40 Jahre in Anspruch nehmen. S. 153.

Im Buch werden auch noch die Hintergründe, warum die Kernenergie in Japan noch immer wichtig zu sein scheint, näher beschrieben, was sich mit dem Stichwort „Atomdorf“ zusammenfassen lässt. Ein gesellschaftlicher Rückhalt ist aber dafür nicht mehr gegeben.

Hintergrundinformation

Um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten und eine ähnliche Strommenge zu erzeugen wie ein konventionelles Kraftwerk, das fossile Brennstoffe verarbeitet, braucht man in einem Atomkraftwerk vier Mal so viele Beschäftigte. So sind im Kernkraftwerk Diablo Canyon in San Luis Obispo, Kalifornien, beispielsweise während des Normalbetriebs annähernd 1.250 Mitarbeiter im Werk beschäftigt. Während der vorgeschriebenen Wartungsarbeiten oder bei vorübergehender Abschaltung steigt diese Zahl drastisch an, und es kommen mehr als 1.100 betriebsfremde Berater, Wartungstechniker und Hilfskräfte hinzu. In einem herkömmlichen, mit fossilen Brennstoffen betriebenen Kraftwerk in der Nähe von Pittsburg, Kalifornien, arbeiten dagegen 287 Personen, und zur Erledigung der umfassendsten Wartungsarbeiten müssen meistens nicht mehr als 25 zusätzliche Mitarbeiter unter Vertrag genommen werden. S. 179.

Aus: Weick, Karl E./Sutcliffe, Kathleen M.: Das Unerwartete managen: Wie Unternehmen aus Extremsituationen lernen (Systemisches Management). Stuttgart: Schäffer-Poeschel, 2010

1st INTERNATIONAL CONFERENCE ON NUCLEAR RISK

Weiterführend siehe auch die Vorträge der 1st INTERNATIONAL CONFERENCE ON NUCLEAR RISK bzw. auch Wiener Nuklearsymposium.

Einige (ernüchternde) Auszüge:

Severe Accident Management – Lessons Still to be Learned from Fukushima-Daiichi

  • Many SAMG (Severe Accident Management Guideline) tell people to pump water from A to B, reading instruments C and D – but few tell what to do if there is no AC, DC (Strom!!), and/or cooling water.
  • This is a TMI (Three Mile Island  accident) heritage, where all was there except insights; nowadays, we can largely assume severe accidents do not happen if there is AC, DC and cooling water.
  • Telling people – as some SAGs do – to find causes and restore functions may not be very effective in the stress of a severe accident.
  • Where portable equipment is specified, time needed AND time available to transport it and hook it on is seldom/not specified, seldom trained in exercises.
  • Often, portable equipment is specified for preventive actions, not for mitigative actions
  • Some TSC (Technical Support Center)/ERO (emergency response organization) are in a building that has no protection against radiation and has no independent power source for its instruments/laptops/cell phones
  • Few SAMG programmes include loss of command and control and restoring an ERO structure
  • There is no internationally agreed industry standard for SAMG
  • Type of SAMG not decided by the vendor, but by the utility (as he pays the bill)
  • The link between various SAMG programs and severe accident research is weak
  • Many SAMG programs have been set up so that the TSC / MCR do not need to be severe accident experts
  • Rulemaking re SAMG varies widely, there is no common regulatory position
  • Regulation focuses on public health and safety – Societal disruption is not considered

Also die Ausgangslage für Horrorgeschichten …

PLANNING FOR THE WORST: ORGANIZATIONAL APPROACHES TO SEVERE ACCIDENT RESPONSE

  • NORMAL ACCIDENT THEORY (Perrow): Accidents as “normal” outcome of a system’s high complexity and tight coupling
  • “Dark side of organizations”: mistakes, misconduct, disaster
  • Emphasis on organizational (not just individual) failures
  • AFTER FUKUSHIMA:
    • Good-bye to “zero-risk mindset: not the last nuclear disaster
    • Accidents are part and parcel of complex, large, high-risk technologies.
    • Doing our best to avoid disaster may not be enough: we must also prepare to deal with it
    • How to set up “a robust, highly capable response team” and find “the sweet spot between national sovereignty and international accountability” (Ellis 2011)

Operational risks of old nuclear power plants in Switzerland

Emergency power supply

  • In the NPP Mühleberg only 3 diesel generators are available. One diesel generator supplies only the lines 1
    and 2. Two diesel generators supply the lines 3 and 4.
  • Additional emergency facilities for mastering external influences are not available.
  • The emergency power supply facilities are not strictly separated (uncoupled) and are structurally and spatially not-separated.
  • In particular, the plants in Beznau and Mühleberg are characterized by significant aging processes, which significantly jeopardize safety.
  • The nuclear power plants have been continually removed from the state of science and technology.
  • Improvements are only limited possible.
  • The plants Muhlenberg and Beznau should be switched off immediately.

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1 Comment

  1. […] lohnt sich, die gesamte Zusammenfassung des Buches zu studieren und entsprechende Schlüsse daraus zu […]

  2. […] Stromnetz lahm – mit katastrophalen Folgen bis hin zum Super-GAU in einem AKW [siehe auch Was wir aus der Atomkatastrophe von Fukushima lernen sollten]. Wie viel Wahres ist da dran? Bei einem längerfristigen Großausfall kann das Szenario […]

  3. Um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten und eine ähnliche Strommenge zu erzeugen wie ein konventionelles Kraftwerk, das fossile Brennstoffe verarbeitet, braucht man in einem Atomkraftwerk vier Mal so viele Beschäftigte. So sind im Kernkraftwerk Diablo Canyon in San Luis Obispo, Kalifornien, beispielsweise während des Normalbetriebs annähernd 1.250 Mitarbeiter im Werk beschäftigt. Während der vorgeschriebenen Wartungsarbeiten oder bei vorübergehender Abschaltung steigt diese Zahl drastisch an, und es kommen mehr als 1.100 betriebsfremde Berater, Wartungstechniker und Hilfskräfte hinzu. In einem herkömmlichen, mit fossilen Brennstoffen betriebenen Kraftwerk in der Nähe von Pittsburg, Kalifornien, arbeiten dagegen 287 Personen, und zur Erledigung der umfassendsten Wartungsarbeiten müssen meistens nicht mehr als 25 zusätzliche Mitarbeiter unter Vertrag genommen werden. S. 179.
    Aus: Weick, Karl E./Sutcliffe, Kathleen M.: Das Unerwartete managen: Wie Unternehmen aus Extremsituationen lernen (Systemisches Management). Stuttgart: Schäffer-Poeschel, 2010

  4. […] Die Darstellung der Situation stellt natürlich einen Rückblick dar – wo nichts passiert ist. Die Situation/Lage war zum Zeitpunkt der Störung bei weitem nicht so klar. Eine solche Störungen hätte wahrscheinlich unter den heutigen (2015) Rahmenbedingungen (siehe Auswertung Redispatching & Intradaystops) verheerend geendet. Daher kann man durchaus auch von Glück sprechen, dass dieser Vorfall bereits 2013 passiert ist (siehe auch Was wir aus der Atomkatastrophe von Fukushima lernen sollten). […]

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