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Notfunkübung in Österreich am Freitag, 01. Mai

 

Quelle: fm4

Am kommenden Freitag, den 1. Mai, werden wieder mehr als 500 Kurzwellenstationen zur jährlichen österreichweiten Notfunkübung erwartet. Ziel in dieser als Wettbewerb ausgetragenen Funkübung ist für jeden Teilnehmer, Funkkontakte in möglichst viele der österreichischen Bezirke herzustellen, Bonuspunkte gibt es für alle, die mit autonomer Stromversorgung operieren. Beteiligt ist dabei ein bunter Mix aus Staatsfunkstellen – Bezirkshauptmannschaften und Bundesheer – sowie stationäre und mobile Funkstationen von Privaten, die beruflich großteils Techniker sind.

Die Übung steht unter der Annahme eines großen Katastrophenfalls, der zum Ausfall sämtlicher anderer Kommunikationsverbindungen geführt hat. Damit sind nicht nur Telefonnetze und der TETRA-Behördenfunk gemeint, sondern auch zwei weitere flächendeckende Netze der Funkamateure, über die im Notfall zuerst gefunkt wird. Dabei handelt es sich um mehr als 90 mit Pufferbatterien bzw. Stromgeneratoren abgesicherte UKW-Relaisstationen, die Österreich fast komplett abdecken, ganz Nepal hat eine einzige davon. Dazu kommt in Österreich ein ebenso abgesichertes drahtloses Breitband-Backbone für TCP/IP-Datenverkehr, das ohne Internetanbindung funktioniert und ringförmig durch alle Bundesländer verläuft. All das wurde und wird mit privaten Mitteln von Funkamateuren finanziert und betriebsbereit gehalten.

2014 hatte der von den Funkern angenommene Katastrophengrund, nämlich ein österreichweiter Stromausfall, noch zu erheblichen Verstimmungen vor allem der Behördenvertreter geführt. Das angenommene Szenario sei unrealistisch und deshalb Panikmache, weil Österreichs Stromnetze hervorragend abgesichert und die Behörden sehr gut auf alles vorbereitet seien, hieß es. Es ist dieselbe Art von Stehsätzen, die Satish Kharel von der Bürokratie in Nepal jahrelang zu hören bekam.

Kommentar

Siehe auch Erbeben in Nepal: Unruhen wegen Trinkwassermangel

Die Funkamateure bilden im Fall eines Blackouts (und nicht nur dann) ein unverzichtbares Rückgrad in der Telekommunikation. In Berlin zeigte man sich letzte Woche sehr interessiert an der österreichischen Vorgangsweise und Einbindung der Funkamateure in den Katastrophenschutz. Auch wenn wir immer wieder gerne über viele Dinge motschgern, werden wir von anderen oft beneidet. So etwa gibt es in Deutschland kein zentrales Melderegister (Amateurfunk Rufzeichenliste Stand 1. Jänner 2015), wo alle Funkamateure aufscheinen.

Der letzte Satz von Erich Moechel trifft mich auch persönlich …

 

 

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  1. […] Sender senden noch auf AM….leider ist alles ins Internet abgewandert… Der Amateurfunk/Notfunk findet im Katastrophenfall in Österreich auf 3.600bis 3.800 und 7.100 bis 7200 in LSB (lower […]

  2. […] Versuchssenderverbandes (ÖVSV; “Amateurfunk”) (siehe auch Notfunkübung in Österreich am Freitag, 01. Mai) […]

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