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Nach Stromausfall – Notrufsystem vor Kollaps

 

Quelle: www.westfalen-blatt.de

In der Nacht zu Mittwoch ist für 45 Minuten in Paderborn, Delbrück, Salzkotten und Hövelhof der Strom ausgefallen. Mehrere tausend Haushalte sind betroffen. Zwischen 3.15 und 4 Uhr gibt es keinen Saft. Binnen weniger Minuten laufen bei der Polizei in Paderborn und in der Kreisleitstelle mehr als 550 Anrufe auf. Das Notrufsystem steht vorm Kollaps.

In Hövelhof rückt die Feuerwehr zum Salvatorkolleg aus und kühlt ein Blockheizkraftwerk ab.

Alarmeinrichtungen werden ausgelöst, wenn die Stromzufuhr unterbrochen wird.

Bei längerem Stromausfall kann es für Patienten in Heimen gefährlich werden, die von Beatmungsgeräten versorgt werden.

Auch Kläranlagen oder automatische Fütterungsanlagen in der Landwirtschaft werden bei längerem Stromausfall ein Fall für die Feuerwehr.

Die Leitstelle in Ahden appelliert, nur in echten Notfällen den Ruf 112 zu wählen. Von 340 Anrufern hätten 73 den Notruf gewählt, obwohl lediglich ein Bürger in Schloß Neuhaus mit Luftnot auf den Stromausfall reagiert habe. Allein dies sei ein echter Notruf gewesen. Der Telefon-Ansturm habe das Notrufsystenm an die Grenzen geführt. »Wir möchten jedoch sicherstellen, dass auch in solchen Situationen Anrufer mit echten Notfällen wie bei einem Herzinfarkt durchkommen«, mahnt Leitstellenleiter Marc Hammerstein.

Kommentar

Es überrascht immer, welche Auswirkungen schon kurze, lokale Stromausfälle hervorrufen können – und das mitten in der Nacht (siehe auch Randalierer nutzen Dunkelheit für Krawalle). In diesem Fall hat offensichtlich die Telekommunikation noch funktioniert. Das Beispiel zeigt aber auch, dass wenn die Bevölkerung nicht entsprechend sensibilisiert wird, sie falsch reagiert – und etwa die noch funktionierenden Notrufnummern blockiert – oder offensichtlich ein Problem hat, wenn die Ampelanlagen ausfallen, die Rechtsvorrangregel anzuwenden, wie das erst kürzlich in Holland der Fall war. Dass nach so kurzer Zeit bereits ein Blockheizkraftwerk geküllt werden musste, ist auch überraschend – es zeigt aber weitere Dimensionen auf, die uns bei einem Blackout erwarten. Wir sind abhängig – nur vergessen wir das gerne …

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  1. […] Telekommunikationsverbindungen (siehe etwa Stromausfall in Innsbruck: Notruf überlastet oder Nach Stromausfall – Notrufsystem vor Kollaps. Für die Auseinandersetzung mit dem Thema Blackout waren häufig lokale Ereignisse […]

  2. […] Eine offene Risikokommunikation verringert zudem auch bei lokalen Ereignissen die Gefahr der Lähmung, da eine unvorbereitete Bevölkerung zu wenig rationalen Handlungen neigt, wie etwa die Blockade von noch funktionierenden Telekommunikationsverbindungen, wie jüngste Erfahrungen gezeigt haben (siehe etwa Stromausfall in Innsbruck: Notruf überlastet oder Nach Stromausfall – Notrufsystem vor Kollaps). […]

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