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IT-Sicherheit in der Energieversorgung

 

Quelle: Pressemeldung EDNA

Aber auch die Trennung der aktiven Energienetzkomponenten vom Internet sowie die Trennung von Physik und Markt wurden gefordert. Die Frage der IT-Sicherheit müsse bereits in der Ausbildung künftiger Mitarbeiter stärker berücksichtigt werden, um später in den Unternehmen und Behörden sinnvoll umgesetzt werden zu können.

Kommentar Franz Hein

Schade, dass diese Trennung als das Allheilmittel auch in der Umfrage als Antwort auftauchte und nun hier erwähnt wird. Beide Trennungen sind eine Fiktion. Denn das ist in etwa das Gleiche, wie der Glaube an die Realisierbarkeit eines Perpetuum Mobile. Weder können die aktiven Energienetzkomponenten vom Internet getrennt werden, noch der Markt von der Physik.

Ich plädiere sogar für eine Kooperation von Markt und Physik sowie für eine Symbiose von Energietechnik mit der Informations- und Kommunikationstechnik, weil die genannten Bereiche und diese extrem wichtigen Techniken sich gegenseitig brauchen, um durch Redundanz und Diversität einen deutlich höheren Grad an Robustheit zu erzielen. Allerdings wird auch damit nie eine 100%ige Sicherheit erreicht werden können. Deshalb ist immer die Dauer einer im Grunde unvermeidbaren Beeinträchtigung zu minimieren und dazu die Begrenzung einer eingetretenen Beeinträchtigung sowie der Weg heraus aus der Misere vorab zu überlegen, vorzubereiten, immer wieder zu üben und aufgrund gemachter Erfahrungen ständig zu verbessern. Das wiederum muss bereits als Grundvoraussetzung für robuste Systeme in der Ausbildung so vermittelt werden, dass die Umsetzung in Unternehmen und Behörden zu etwas Selbstverständlichem wird.

Leider wird nahezu überall immer noch das Bemühen um die Minimierung der Eintrittswahrscheinlichkeit irgendwelcher Störungen als ausreichend betrachtet. Das ist ein grundsätzlicher Fehler. Dieser Versuch einer Minimierung führt nie und nimmer zu einer zu null werdenden Eintrittswahrscheinlichkeit. Das Ausblenden von solchen Vorkommnissen aufgrund sehr kleiner Eintrittswahrscheinlichkeiten ist ein Ignorieren der Wirklichkeit. Die dann fehlenden Vorbereitungen des Beherrschens und des Weges aus der eingetretenen Misere können dazu führen, dass sich das Problem oder der Schaden derartig vergrößern, dass das Produkt aus Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensumfang nicht vernachlässigt werden kann.

Kommentar

Das Problem liegt auch darin, dass wir heute gar nicht wissen, wo überall Internet dahinter steckt. Wir setzen “Internet” in der Regel mit WWW gleich – dort wo wir herumsurfen oder E-Mails verschicken – aber das ist nur ein Teil des Internets. Durch die Vernetzung bzw. Konvergenz der Netze gibt es vielschichtige oft unbekannte Abhängigkeiten. Wenn ich heute telefoniere weiß ich nicht, über welches Transportmedium mein Gespräch tatsächlich geroutet wird. Auch wenn eine Trennung vorliegt, ist es durchaus plausible, dass dafür erforderliche Komponenten wiederum über das Internet gewartet werden, etc. Daher ist eine Trennung eher illusorisch – außer man baut sich wirklich sein eigenes völlig autonomes Kommunikationsnetz auf – das wiederum nicht unbedingt ausfallsicherer sein muss!

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