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Die Deutschen sind für Krisen schlecht gewappnet

 

Quelle: www.tagesspiegel.de

Eine längerer Stromausfall, Hochwasser oder Erdbeben: Die Deutschen sind verwundbar, weil sie ansonsten zuverlässig versorgt werden. Ein Kommentar.

Reale Notfälle zeigen, dass die meisten Beteiligten während einer Krise besonders sozial sind (Randale gibt es erst hinterher, wenn alles überstanden ist und anschließend Hilfsgüter verteilt werden).

Doch selbst unerwartet freundliche Mitmenschen können nicht verhindern, dass bei einem Blackout oder noch gravierenderen Notfällen wie zum Beispiel Hochwasser alsbald die Gesundheit oder gar Leben in Gefahr sind. Auch und gerade in Deutschland. Das liegt am „Verwundbarkeitsparadox“. Es besagt: Eine Gesellschaft, die zuverlässig versorgt wird, ist im Ausnahmefall umso hilfloser. In Ländern, wo der Strom häufiger ausfällt, sind die Bewohner vorbereitet und gelassener.

Viele Bürger hierzulande sind schlecht für Krisen gewappnet, warnen Fachleute regelmäßig. Laut einer Umfrage des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat jeder Fünfte keine ausreichenden Lebensmittelvorräte zu Hause, jeder Achte nicht einmal Trinkwasser gelagert. Aktuell, so kurz nach den Feiertagen und vor dem nächsten Fest, dürfte die Quote etwas höher sein. Es ist eine gute Gelegenheit, all das Verschweißte, Abgefüllte und Eingedoste genauer anzuschauen, abzuschätzen, wie lange man selbst und seine Mitbewohner damit Hunger und Durst stillen könnte. Und gegebenenfalls nachzukaufen.

Sie sollten Nahrung wählen, die Sie ohnehin mögen. Nach drei Tagen Stromausfall haben Sie wichtigeres zu tun als den ersten Selbstversuch mit dänischem Frühstücksfleisch zu unternehmen.

Das BBK rät, Vorräte für zwei Wochen anzulegen. Das mag besonders vorausschauend sein, doch es ist zu bezweifeln, dass selbst Mitarbeiter der Behörde dieser Empfehlung folgen. Immerhin schätzt das Amt den Flüssigkeitsbedarf pro Person und Woche auf 14 Liter.

Die Menge spielt letztlich nicht die entscheidende Rolle. Wichtig ist, sich überhaupt mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass Tanke, Späti und Pizzaservice unter bestimmten Voraussetzungen geschlossen sind. Vor allem für junge Erwachsene scheint es unvorstellbar, dass die gewohnte Infrastruktur zusammenbrechen könnte. Dreiviertel von ihnen halten es für nicht notwendig, sich mit einem Versorgungsausfall zu beschäftigen. Als ob nicht eintreten kann, was man sich nicht vorstellen kann oder will. Das Verdrängen der Gefahr ist für den Augenblick zwar angenehmer, kann sich aber bitter rächen.

Kommentar

Dem gibt es nicht viel hinzuzufügen.

Auch in Österreich schaut es leider nicht viel besser aus, wie kürzlich die Sicherheitsforschungsstudie “Ernährungsvorsorge in Österreich” zu Tage geführt hat.

Gleichzeitig wird gerade beim Thema “Blackout” das Eis immer dünner, auf dem wir uns bewegen. So hat jüngst auch die Schweiz vor größeren Problemen im kommenden Winter gewarnt.

Diese Weihnachten sind ziemlich unproblematisch verlaufen, was mehr mit Glück als sonst etwas zu tun hatte. Hätte es eine ähnlich starke Windproduktion wie im November gegeben, hätte das wohl anders ausgesehen.

Fix ist, wir sollten uns daher nicht nur auf das Glück verlassen, sondern uns ernsthaft mit der Möglichkeit eines Blackouts beschäftigen – nicht nur einzelne (Katastrophenschutz-)Organisationen, sondern die gesamte Gesellschaft und insbesondere auch die Bevölkerung. Dazu muss diese aber noch stärker adressiert werden. Es geht einfach nur um die Frage: Wären wir darauf vorbereitet?

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  1. […] Die Deutschen sind für Krisen schlecht gewappnet – Auch in Deutschland ist man nicht wirklich auf ein mögliches Blackout vorbereitet. […]

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