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Sicherheits-Paranoia macht unbeliebt

 

Quelle: http://direkt.sicherheits-berater.de

Bernd Zimmermann, Redaktion Sicherheits-Berater:

Neulich nannte mich ein Bekannter deswegen “paranoid”. Ich leide also laut Wikipedia unter einer psychischen Störung, in deren Mittelpunkt Wahnvorstellungen stehen. Das bereitet mir große Sorgen. Dabei hatte ich meinen Beschimpfer nur auf die Gefahren hingewiesen, denen er sich aussetzt, wenn er seinen aktuellen Reisemeilenrekord twittert und dabei noch seinen Online-Status bzw. Standort preisgibt. Verscherzt habe ich es mir auch mit einem Kollegen, der partout nicht einsehen will, dass Drohnen eine Bedrohung für Rechenzentren darstellen könnten. Dabei hatte ich erst kürzlich einen Experten interviewt, der weiß, wie man brandgefährliche Drohnen für ein Taschengeld selbst herstellt. Wenn das so einfach wäre, würde es doch auch praktiziert, lautete die Antwort des erkenntnisrenitenten Kollegen. Und: “Nennen Sie mir ein Beispiel, dass eine Drohne jemals ein Rechenzentrum lahmgelegt hat!” Immerhin scheint sich – außer dem Drohnenfreak und mir – auch die Pariser Polizei Sorgen wegen der Drohnenbedrohung zu machen. Ich bin also gottlob nicht allein. Schließlich habe ich auch schon jemanden interviewt, der seine Lebensaufgabe darin sieht, die Menschheit vor dem drohenden Blackout, dem flächendeckenden Stromausfall, zu warnen. Der tourt wie ein Zeuge Jehovas mit seiner unfrohen Botschaft durch die ganze Republik. Auf mich wirkte er mit seinen Prophezeiungen dabei zweifellos seriöser als der Papst.

Kommentar

Danke für die freundliche Anspielung ;-).

Ich versuche mich bzw. meine Annahmen/Aussagen laufend zu hinterfragen, auch, ob ich vielleicht nicht doch schon zu paranoid geworden bin und zu schwarz sehe. Aber es sind immer wieder viele Einzelereignisse und Gespräche, die mich bestärken, weiter zumachen und als Überbringer der schlechten Nachricht aufzutreten. Es wird nicht alles so schlimm kommen, aber das Potenzial ist vorhanden – was auch die unzähligen Beispiele im Blog verdeutlichen sollen. Zum anderen sind es die vielen positiven Rückmeldungen von Menschen, die nun darüber nachgedacht und für sich und ihre Familien Vorkehrungen getroffen haben, die mich bestärken. Wir sind abhängig … nur vergessen wir das gerne …

 

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