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Kritik an Paris: Warnungen ignoriert

 

Quelle: Der Standard

Nach den verheerenden Anschlägen in Pa­ris mit mindestens 129 Toten wächst der Druck auf die franzö­sischen Behörden. Aus mehre­ren Ländern soll es von Geheim­diensten vor den Attentaten kon­krete Warnungen an die Behör­den gegeben haben.

Zudem bemängeln Sicher­heitsexperten, die Behörden hät­ten sich auf mögliche Einzeltäter denn auf Anschläge im großen Stil konzentriert – obwohl schon länger klar geworden sei, dass sich der IS auf weiterreichende Planungen konzentriert habe.

Kommentar

Natürlich wissen es die “Experten” im Nachhinein immer besser und dass sie es schon immer gewusst haben … Aber das ist gerade die Eigenheit von Terrorismus/Kleinkriegstaktik, dass man vorher nicht weiß, wann, wo und wie das ganze passieren wird. Daher sollte man hier nun die Kirche im Dorf lassen.

Zum anderen werden aber gleichzeitig viele kleine Warnhinweise (siehe auch Das Unerwartete managen) in anderen Bereichen – wie etwa bei der Stromversorgung – weiterhin hartnäckig ignoriert, wie etwa auch die aktuelle ORF Dokumentation Achtung Stromausfall! wieder zeigt. Gerade bei diesem Thema sind die Auswirkungen um ein vielfaches größer und gleichzeitig viel klarer absehbar – und wir könnten noch etwas tun und uns darauf vorbereiten, nicht nur einzelne wenige, sondern wir als gesamt Gesellschaft.

Wir sollten uns daher weniger auf die Schuldigensuche und auf die Vergangenheit konzentrieren – wenn dann nur, um daraus zu lernen – dafür aber vielmehr auf andere Warnzeichen, die es genauso gibt, etwa beim Thema “Blackout”, aber auch bei den Themen “Migration”, “Klimawandel”, “Gesundheitssystem”, “Pensionssystem”, usw. Das würde uns als Gesellschaft deutlich mehr bringen.

Dazu ein paar Zitate aus Nassim Taleb, Antifragilität: Anleitung für eine Welt, die wir nicht verstehen:

Es ist sehr viel leichter, sich zu überlegen, ob eine Sache fragil ist, als das Eintreten eines für diese Sache potenziell gefährlichen Ereignisses vorherzusagen. Fragilität ist messbar; Risiken sind nicht messbar. S. 23.

Schwarze Schwäne sind große, unvorhersehbare, irreguläre Ereignisse mit massiven Folgen – unvorhergesehen von einem bestimmten Beobachter. S. 25

Es ist schwer, datenhörigen Menschen zu erklären, dass die Risiken sich in der Zukunft befinden, nicht in der Vergangenheit. S. 147.

Außerdem erzeugen die Medien, indem sie uns mit Erklärungen und Theorien versorgen, in uns die Illusion, wir würden die Welt verstehen. S. 187.

Der erste Schritt in Richtung Antifragilität besteht darin, die Nachteile abzubauen, bevor man sich an den Aufbau der Vorteile macht. Die Entschärfung von Fragilität ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Das hört sich wie eine Selbstverständlichkeit an, allerdings wird der Punkt gerne übersehen. Fragilität geht nur in eine Richtung, ein Schaden ist irreversibel. S. 226.

Wir erinnern uns and das letzte Mal, als wir uns an das Ereignis erinnert haben, und verändern die Geschichte bei jeder weiteren Erinnerung, ohne es zu merken. Wir ziehen also kausative Linien durch unsere Erinnerungen, wir revidieren sie unwillkürlich und unbewusst. Wir erzählen vergangene Ereignisse immer wieder neu, im Licht von dem, was für uns im Nachhinein einen logischen Sinn zu ergeben scheint. S. 97. (Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse.)

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  1. […] an das Thema herangeht und hoffentlich eine Breitenwirksamkeit erreicht. Nachdem gerade Kritik an Paris: Warnungen ignoriert geäußert wird, sollten wir uns noch stärker die Frage stellen, ob wir hier nicht […]

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