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Kettenreaktion nach missglückter Schornsteinsprengung

 

Ein Vorfall aus dem Jahre 2004 in Hamburg zeigt, wie kleine Ursachen zu großen, verherrenden Wirkungen führen können.

Nachdem der Sprengmeister einen unvollständigen bzw. nicht aktuellen Bauplan vom zu sprengenden Schlot erhalten hatte, waren die Berechnungen falsch und der Schornstein stürzte nicht wie geplant in sich zusammen, sondern kipte. Ein Eisenteil vom Schornstein hatte sich im Fallen gelöst und im benachbarten Schaltfeld Schaltanlagen und eine Hochspannungsleitung zerstört.

Zusätzlich wurde der Weg zwischen der in Bereitschaft befindlichen Feuerwehr und dem Brandherd in der Schaltanlage versperrt. Daher wurden Feuerlöschboote angefordert. Eines der Feuerlöschboot fuhr jedoch aufgrund der Ebbe auf eine bis dahin nicht bekannte Unterwasser-Spundwand auf und sank.

In der Folge kam es zu einem Stromausfall im Großraum Hamburg sowie in den benachbarten Raffinerien. In zahlreichen Firmen stürzten Anlagen oder Systeme ab. Betroffen waren unter anderem das Containerterminal Altenwerder, die Hochbahn, die Hamburger Stahlwerke und die Deutsche Bahn. Die Schäden gingen in die Millionen. Durch den Stromausfall kam es in den Raffinerien zu erheblichen Infrastrukturschäden bzw. zu mehrtägigen Produktionsausfällen.

“Normalerweise dauert es drei bis fünf Tage, die Anlage runterzufahren”, sagte Holborn-Geschäftsführer Frank Heyder (49). “Ein plötzlicher Stromausfall ist, als würde Michael Schumacher in seinem Ferrari aus voller Fahrt binnen fünf Metern zum Stehen gebracht. Wenn wir jetzt sagen, dass nichts passiert ist, sprechen wir davon, dass niemand verletzt wurde, kein Feuer ausgebrochen ist und wir keine Leckagen haben.” Dennoch wurden Teile der Anlage beschädigt oder stark in Mitleidenschaft gezogen.

Quellen: Hamburger Abendblatt, rp-online, THW, Die Welt, Rainer von zur Mühlen (SIMEDIA)

Kommentar

Ein Szenario, das wohl bei einer vorangegangenen Prognostizierung als völlige unmöglich und als reine Phantasie klassifiziert worden wäre. Murphy’s Law … „Whatever can go wrong will go wrong.“

Durch den Stromausfall kam es in den Raffinerien zu erheblichen Schäden … was wohl einmal mehr Rückschlüsse auf das Szenario Blackout zulässt.

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  1. […] Bereits ein 12-stündiger Stromausfall würde in Produktionsanlagen (etwa im Lebensmittelbereich) zu einem Totalausfall führen [siehe auch Kettenreaktion nach missglückter Schornsteinsprengung]. […]

  2. […] Wir werden es wohl erst glauben, wenn es wirklich passiert ist, dass es möglich ist. Die wirtschaftlichen Schäden sind dabei überhaupt nicht absehbar, vor allem, wenn man wieder jüngste Erkenntnisse mitberücksichtigt (3. DACH-Sicherheitsforum Österreich, Kettenreaktion nach missglückter Schornsteinsprengung). […]

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