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Terrorexperte: “Islamistischen Gruppen geht es um Superlative”

 

Quelle: derstandard.at

Westliche Gesellschaften müssten sich darauf einstellen, dass Jihadisten immer spektakulärere Anschläge planen, sagt Islamwissenschafter Thomas Volk.

Also weitere Anschläge? Ja. Damit müssen wir rechnen. Zudem ist der Islamistische Terror immer auf der Suche nach neuen Superlativen, um Aufmerksamkeit zu erzielen und zu erhalten. Erst gab es die Einzelhinrichtungen und -enthauptungen. Als westliche Medien darüber nicht mehr berichteten, begann man mit Gruppenenthauptungen, und so weiter. Als nicht mehr entsprechend über die Gräueltaten in Syrien und im Irak berichtet wurde, weitete man die Aktivitäten auf den Westen aus. Das Perfide an dieser Terrorgruppe: Dass sie nicht in großen Zellen funktionieren, sondern über Einzeltäter, die noch dazu zumeist in den westlichen Gesellschaften sozialisiert wurden. Es geht um Superlative, und das bedeutet: man geht mit Terroranschlägen auch in die Fläche. Diese Angriffe sollen uns westlichen, freien Gesellschaften deutlich machen: Ihr seid schon längst unser Ziel, wir terrorisieren Euch, wann immer es uns gefällt.

Leider muss man sich auch darauf einstellen, dass die Anschläge von Paris zu einer Spirale neuer Gewalt führen werden, weil Al Kaida und IS konkurrierende Organisationen sind. Es wäre also nicht verwunderlich, wenn auch Al Kaida reagieren würde.

Der Terror ist unkalkulierbar, das macht auch seine Bedrohung aus.


 

Gibt es eine Grenze der Brutalität, vor der sogar die Islamisten des IS zurückschrecken?
Nein, die gibt es nicht, und es hat sie nie gegeben, auch nicht bei al-Qaida. Wenn der IS chemische oder biologische Waffen zur Verfügung hätte, würde er sie ohne zu zögern einsetzen. Aber er hat sie zum Glück nicht, und es ist auch alles andere als einfach, sie herzustellen.

Quelle: www.tagesanzeiger.ch

Kommentar

Leider sind das weitere Hinweise darauf, dass wir wohl erst am Anfang stehen und uns auf weit Schlimmeres einstellen sollten – wie dies auch bereits im Beitrag Europa muss jetzt einen kühlen Kopf bewahren – Der Albtraum der Geheimdienste ausführlich dargestellt wurde. Es liegt jetzt auch an uns, ob wir weiteren unhaltbaren Sicherheitsversprechungen glauben, oder uns stärker um unsere selbstgeschaffenen Verwundbarkeiten kümmern. Denn von denen geht eine weit größere Gefahr aus, als den meisten Menschen Bewusst ist. Siehe dazu auch: Sicherheitspolitisch relevante Entwicklungen – Eine systemische Betrachtung Teil 1.

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