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Pensionen: Regierung wiegt Österreicher in falscher Sicherheit

 

Quelle: Die Presse

Demografie: Laut Prognose der Statistik Austria steigt die Zahl der Senioren bis 2060 um 79 Prozent deutlich. Die Gruppe der Erwerbsfähigen schrumpft.

Sichere Pensionen (* Zitat von Sozialminister Rudolf Hundstorfer, 30. April 2011 in der APA), jährliche Erhöhungen, keine Finanzierungsschwierigkeiten: Diese Versprechen von Politikern haben die Mathematiker der Statistik Austria mit ihrer neuesten Bevölkerungsprognose als völlig unrealistisch abqualifiziert. Ändern sich Pensionssystem und Arbeitsmarkt nicht grundlegend, steuert die Gesellschaft auf mehr als nur ein soziales Ungleichgewicht zu, so die Statistik Austria.

Das hat auch mit der Annahme zu tun, dass die durchschnittliche Lebenserwartung bis 2060 deutlich steigen wird. Und zwar von 83,6 auf 90,6 Jahre bei Frauen und von 78,5 auf 87,3 Jahre bei Männern.

Kommentar

Es ist immer wieder interessant, wie man sich selbst in den Sack lügt. Beginnend von “Die Pensionen sind gesichert” – wenn das BIP linear weiter steigt. Indem man Prognosen bis 2060 anstellt und dabei offensichtlich nur wenige Parameter, wie die Demografie, einbezieht. Oder das die Lebenserwartung steigen muss – warum eigentlich? Der Lebensstil ist/wird ungesünder – die Folgen sind erst in Jahren/Jahrzehnten zu spüren. Die Reparaturmedizin werden wir uns auf Dauer nicht leisten können, bzw. können wir es uns heute schon nicht. Ganz abgesehen von anderen Aspekten, wie dem Klimawandel, der wahrscheinlich weitreichende, wenn nicht sogar verheerende Auswirkungen auf unsere Region haben wird, wie man etwa dem aktuellen Österreichischer Sachstandsbericht – Klimawandel 2014 entnehmen kann. Bis hin zu den Folgen der Automatisierung – siehe Human need not apply.

Wir können uns weiterhin in den Sack lügen und werden dann möglicherweise böse überrascht sein, oder wir beginnen vernetzt zu denken, um auch möglicherweise nicht so rosige Szenarien mitzuberücksichtigen, damit wir unseren Handlungsspielraum erweitern können.

Eine Möglichkeit ist, eine Visualisierung mit dem iMODELER durchzuführen, wie das etwa das deutsche Umweltbundesamt zum Thema “Entwicklung eines Integrated Assessment Modells: Nachhaltige Entwicklung in Deutschland” / “Entwicklung eines Integrated Assessment Modells: Nachhaltige Entwicklung in Deutschland Band 2: Modelldokumentation”  durchgeführt hat. Siehe auch Das Risikoparadox.

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