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SVU’14 – Der Ernstfall kommt manchmal schneller als uns lieb ist, darum üben wir!

 

Quelle: INFO SVU 14 – AUGUST

In der Vorbereitung für die Sicherheitsverbundsübung 2014 (SVU 14) ist in den vergangenen Monaten in den Kantonen, Gemeinden, Regionen, Organisationen, Ämtern und bei uns im SVU 14 Team in Bern sehr viel passiert.

Mit der SVU 14 soll auf einfache Art und wirkungsvoll überprüft und dokumentiert werden, ob…

  • der Sicherheitsverbund Schweiz (SVS) gleichzeitig zwei bis drei grosse Ereignisse (Notlagen, Krisen oder Katastrophen) von nationaler Bedeutung bewältigen und dazu internationale Unterstützung wirkungsvoll koordinieren kann;
  • Lücken und Handlungsbedarf bei der Zusammenarbeit von Bund und Kantonen zur Bewältigung von grossen Krisenlagen bestehen;
  • der KKM SVS (Konsultations- und Koordinationsmecha-
    nismus Sicherheitsverbund Schweiz), der Bundesstab (BST) ABCN und andere Organe des Bundes, der Kantone und Drit-
    ter funktional sind und ihre Aufgaben erfüllen;
  • die Technik und Infrastrukturen der Führungsunterstützung die Anforderungen erfüllen;
  • die Verantwortlichkeiten für Massnahmen, Mitteleinsatz, Information und Kommunikation in Krisen festgelegt und zielführend sind.

“Man muss auch Probleme aufnehmen, die längst erkannt, aber bisher nie angesprochen worden sind. Und…. wenn wir es schaffen, das gegenseitige Vertrauen und Verständnis weiter zu vertiefen, gewinnen alle.”

Während des Seminars wurde insbesondere betont, wie wichtig der Wissensaustausch und die gegenseitige Information sind. Die Teilnehmenden stellten fest, dass obwohl in einigen Kantonen regelmässig Ereignisse im IKT-Bereich auftreten, die aus den Ereignissen gewonnenen Erfahrungen («lessons learned») nicht mit den Partnern der anderen Kantone oder des Bundes geteilt werden. Deshalb wurde beschlossen, alle Erfahrungen dem IKT-Modulleiter zu übermitteln, welcher sie zusammenträgt und in anonymisierter Form allen Modulteilnehmenden verteilt.

Andere hingegen führen Tests durch, beispielsweise, um zu bestimmen, ob der physische Zugang zu den Systemen im Falle eines Stromausfalls gewährleistet ist, ob die Systeme gegen unberechtigten Zugang geschützt sind, ob der Kontinuitätsplan der Tätigkeiten umgesetzt werden kann, ob der Kontakt mit der NAZ (Nationale Alarmzentrale) im POWER OFF Modus möglich ist, ggf. wie lange und unter welchen Bedingungen, ob die Verbindungen zwischen Krisenorganisationen, der Kantonsregierung und der Territorialregion funktionieren und ob die periodischen Kontrollen durchgeführt wurden.

Der Führungsstab der Armee ist die einzige Organisation, die dazu aufgestellt ist, permanent und in allen Lagen den Einsatz von Mitteln der Armee zur Unterstützung der zivilen Behörden zu planen und auszulösen. Er spielt folglich eine wichtige Rolle im Sicherheitsverbund Schweiz (SVS).

«die Sicherheit kann nicht ausgelagert werden und sie ist nicht verhandelbar».

Die 18 priorisierten Massnahmen, welche umgesetzt werden, sind vorwiegend organisatorischer Natur und können weitgehend im Rahmen des Tagesgeschäfts der zuständigen Fachstellen realisiert werden. Sie verbessern insbesondere die Bereiche Aus- und Weiterbildung (Führungsstäbe und Bevölkerung) sowie Kommunikation und Führung. Handlungsbedarf besteht bei der Fähigkeit zur Bewältigung von sehr grossflächigen Ereignissen (z.B. Erdbeben, Ereig nisse mit freigesetzter Radioaktivität);

Trotz brancheninterner Vorbereitung und staatlicher Massnahmen liegt eine vernünftige Krisenvorsorge grundsätzlich in der Eigenverantwortung und im Interesse jedes Einzelnen. Erfahrungsgemäss ermöglicht eine angemessene Vorbereitung eine weitaus schnellere und effizientere Reaktion beim Auftreten von Störun gen. Die Bevölkerung kann mit einfachen Massnahmen und der richtigen Verhaltensweise das Schadensausmass bei einem Stromunterbruch und einer Strommangellage reduzieren.

Katastrophen und Ereignisse können nur durch die Zusammenarbeit verschiedenster Organisationen bewältigt werden. Diese ist dann erfolgreich, wenn die relevanten Informationen allen zugänglich sind und alle über denselben Informationsstand verfügen. Die Elektronische Lagedarstellung ELD der Nationalen Alarmzentrale NAZ ist eine etablierte, geschützte Plattform für den Informationsaustausch zwischen den Behörden des Bundes und der Kantone im Bereich des Bevölkerungsschutzes und der Inneren Sicherheit sowie privater Partnerorganisationen im Bereich der kritischen Infrastruktur. Sie erlaubt eine zeitgerechte, umfassende und übersichtliche Darstellung der ereignisspezifischen Lage.

Die heutige Gesellschaft ist vom Strom abhängig. Die Gefahr eines grossflächigen Stromausfalls ist real. Um die Bevölkerung zu sensibilisieren, hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz BABS ein zehnminütiges Video produziert.

Experten gehen davon aus, dass die Gefahr eines grossflächigen Stromausfalls in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen ist. Die Folgen eines totalen Blackouts wären verheerend: Keine Tankstelle, kein Kassensystem und kein Geldautomat würde mehr funktionieren; das Transportnetz, die gesamte Telekommunikation, die Versorgung und Entsorgung wären nach kurzer Zeit stillgelegt. Die Belastung für die Bevölkerung wäre enorm, die volkswirtschaftlichen Kosten wären immens. Trotz der hohen Gefahr herrscht in der Bevölkerung kaum ein Bewusstsein für dieses Szenario.

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