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Sicherheitsmanagement: Blackout im Gesundheitswesen

 

Quelle: www.aerzteblatt.de

Ein längerer, flächendeckender Stromausfall kann schwerwiegende Folgen für die Versorgung von „stromabhängigen“ Patienten haben.

Arztpraxen und Ärztezentren verfügen im Unterschied zu Krankenhäusern in der Regel nur in seltenen Fällen über Notstromkapazitäten. Vor allem Facharztpraxen und Dialysezentren sind jedoch auf stromabhängige Technik angewiesen und ohne Strom kaum arbeitsfähig. Nicht nur medizintechnische Geräte oder die elektronische Patientenverwaltung sind von einem Stromausfall betroffen, auch Aufzug-, Klima- oder Heizungsanlagen kommen zum Erliegen. Die Sterilisationseinrichtungen fallen aus. Darüber hinaus können auch Batterien beispielsweise in Geräten zur Heimbeatmung knapp werden.

Bereits nach einem mehrstündigem Stromausfall wird sich nach Meinung von Experten das Patientenaufkommen zunehmend auf die Krankenhäuser verlagern. Gleichzeitig müssen im Rahmen von Notfallplänen möglichst viele Patienten wie Leichtverletzte oder Genesende aus den Krankenhäusern entlassen werden.

Große Diagnosegeräte wie Kernspin- oder Computertomographen würden komplett ausfallen, ebenso könnte die Warmwasser- beziehungsweise Fernwärmeversorgung gestört sein. Bei Stromausfällen in der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass im Ereignisfall die vorhandenen Noteinrichtungen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung oder die Netzersatzanlagen für Krankenhäuser nicht die erwartete Schutzwirkung hatten. Eine Ursache hierfür kann die mangelhafte Wartung der Aggregate sein, da diesbezüglich keine Tests unter Volllastbedingungen stattfinden.

Schon im Zeitraum von acht bis 24 Stunden fortwährenden Stromausfalls nimmt daher die Beeinträchtigung der medizinischen Versorgung deutlich zu.

Nur wenige zentrale Krankenhäuser können dauerhaft die ambulante Versorgung und häusliche Pflege kompensieren.

Nach einer Woche prognostizieren die Experten den Kollaps der medizinischen Versorgung. Katastrophale Zustände und die Häufung von Todesfällen würden externe Unterstützung erfordern.

Kommentar

Wie oft wurde schon eine “Entlassung von Patienten” unter derartigen Umständen, vor allem bei Ausfall der technischen Kommunikation, geübt? Wie wird das abgewickelt, wenn wichtige Informationssysteme möglicherweise nicht mehr funktionieren? Hier gibt es  wohl viele Fragezeichen.

Mangelhafte Wartung ist leider ein Thema, dass immer weider kommt und wahrscheinlich für große Überraschungen sorgen wird. Aber auch sonst wenig beachtete Wechselwirkungen – ein möglicher Ausfall der Wasserversorgung – wird zu Überraschungen führen.

Einmal mehr der Hinweis, dass die Selbsthilfefähigkeit gestärkt werden muss.

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