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Plötzlich ist alles schwarz

 

Quelle: Tiroler Tageszeitung, 10.12.2013, Seite 21

Ein großer europäischer Stromausfall ist nur noch eine Frage der Zeit. Warum er kommt und wie brutal seine Folgen sein werden – Experten geben die beunruhigenden Antworten.

Aber wie wahrscheinlich ist eine solche Katastrophe denn wirklich? Klaus Schüller, der bei der Tinetz für die Systemführung der Tiroler Stromnetze verantwortlich ist, sagt voller Sorge: „Die Verhältnisse sind spannend. Kritische Zustände im europäischen Hochspannungsnetz treten immer öfter auf.“ Konkret meint der Experte damit, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien die Stromnetze immer wieder vor extreme Herausforderungen stellt. Sonne und Wind lassen sich nämlich nicht wie Kohle oder Atomkraft regeln. Eine WDR-Dokumentation zum Thema Blackout schildert die Problematik anhand eines Beispiels: In der Nord- oder Ostsee gibt es riesige Windparks. Weil der Wind mal weht und mal nicht, kann die Windenergie innerhalb einer Stunde um einige 1000 Megawatt schwanken. Da die Erzeugungsunterschiede so hoch sind, müssen Windräder immer wieder angehalten werden, um ein Blackout zu verhindern. Ein enormer Aufwand – und ein enormes Risiko.

Auch Saurugg fürchtet sich vor den volkswirtschaftlichen Verlusten: „Die Dimension dieser Nachphase wird total unterschätzt. Man muss sich nur vorstellen, dass unsere Telekommunikation über Jahre gewachsen ist. Sie wurde noch nie von 0 hochgefahren.“

„Ohne Bevölkerung und Nachbarschaftshilfe geht im Krisenfall nichts“, meint Zivilschützer Thaler. Saurugg hält es für entscheidend, dass jeder Einzelne für eine Notsituation gewappnet ist: „Sowohl die mentale als auch die organisatorische Vorbereitung zählt.“ Die Zukunft sieht er nicht gerade rosig: „Die Entwicklung geht in Richtung Smart-Citys und Smart-Homes. Wir werden uns also noch stärker vom Strom abhängig machen und noch handlungsunfähiger werden.“

 

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